HAUSTIERE

FotoS: Gerald Lechner





Margit Eigelsreiter ist Hundefrisörin mit Herz. Ihr wichtigstes Ziel: gesunde Hunde und damit zufriedene Frauchen und Herrchen. Ihr Hobby: Halsbänder, Geschirre und Leinen selber nähen.

Gesunder Hund

Gute Fellpflege ist entscheidend für die Gesundheit Ihres Hundes. Hundefrisöre halten das Fell Ihres Lieblings in Zaum und unterstützen und beraten Sie dabei.

Margit Eigelsreiter ist Hundefrisörin mit Herz – und zwar einem ganz großen. Denn sie ermutigt Hundebesitzer, auf die Ge- sundheit des Hundes zu schauen und nichts Unnötiges machen zu lassen. Aufgewachsen ist die Etzersdorferin mit Jagd- hund-Mischlingen, sie hat ihr Steckenpferd zum Beruf gemacht und verwöhnt und pflegt nun Hündinnen und Hunde aller Rassen. Ihr wichtigstes Ziel: gesunde Hunde und damit zufriedene Besitzer.

Eigelsreiter bildet sich laufend weiter, um am Stand des Wissens für ihre vierbeinigen Kunden zu sein. Sie müsste das nicht, denn für eine Hundeschur- und -badeanstalt braucht man keine Ausbildung und Prüfung, sondern nur einen Gewer- beschein. Deshalb rät sie, sich eine Hundefrisörin zu suchen, die eine fundierte Ausbildung hat. Was sie mit gut 25 Zertifi- katen in ihrem Salon dokumentiert. Denn ein Pudel hat ein

völlig anderes Fell als ein Pekinese oder Terrier, jede Hunderasse braucht die dafür richtige Pflege. Ihre Grundausbildung hat sie in Wien absolviert und dabei die verschiedenen Fellarten kennengelernt – wie man schneiden oder trimmen muss oder die Unterwolle herausbürstet. Und sie hat gelernt, wie man Hunde richtig hält, Ohren und Krallen pflegt und badet.


Schneiden, trimmen, bürsten

Wie oft sollte man seinen Hund baden? „Nur wenn es sein muss, weil sich der Hund zum Beispiel in etwas Stinkendem oder in einem Schlammloch gewälzt hat“, sagt Eigelsreiter.

Und die Pfotenpflege? „Die Haare nur gerade abschneiden“, plädiert Eigelsreiter für sparsames Eingreifen. „Denn das Fell zwischen den Ballen hat eine Schutzfunktion. Heraus muss es nur, wenn es verklumpt, denn dann ist das für den Hund wie für uns ein Steinchen im Schuh.“ Und die Krallen? Bei manchen Hunden muss die

Daumenkralle gekürzt werden. Bei sehr alten Hunden eventuell auch die anderen Krallen. „Wenn ein jüngerer Hund zu lan- ge Krallen hat, heißt das meistens, dass die Besitzer zu wenig mit ihm spazieren gehen.“


Haut checken

Eigelsreiters Arbeit ist wertvoll für die Gesundheit ihrer vierbeinigen Kunden: „Ich sehe auf der Haut der Hunde viel, weil ich sie ein bis zwei Stunden pflege. Hautprobleme, entzündete Ohren oder gar ein Geschwulst finden die Besitzer oft nicht, weil alles unter dem Fell versteckt ist.“

Und warum soll man seinen Hund bürsten? „Weil es die Durchblutung anregt und damit die Gesundheit der Haut fördert.“ Wird beispielsweise  die Unterwolle nicht herausgebürstet, kann sie verfilzen. Dann trocknet das Fell nicht gut, wenn es nass wird, und unter dem Filz kann sich die Haut entzünden, Pilze und Bakterien können sich ansiedeln. Eigelsreiter rät auch Besitzern von pflegeleichten Kurzhaar-Hunden: „Einfach einen Gummistriegel nehmen, der Hund wird es mögen.“ Am besten sei es, schon den Welpen an die Fellpflege zu gewöhnen, denn „bis sie vier oder fünf Jahre alt sind, haben die we- nigsten Hunde Probleme mit dem Fell, aber danach beginnt es irgendwann.“ Aber in Maßen, denn „manche meinen es zu gut und pflegen zu viel. Ein Hund sollte immer ein Hund bleiben.“

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 07+08/2018