Reisen trotz Krankheit

oder Handicap?

Aber sicher!

GESUND WERDEN & BLEIBEN  - REISEN

Damit der Urlaub auch wirklich zur schönsten Zeit des Jahres wird, braucht es eine gute Vorbereitung – speziell für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen.

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Reisen gehören zu den schönsten Dingen im Leben. Fremde Länder und Kulturen locken uns alle, und auch für chronisch Kranke oder Menschen mit Handicap gibt es keinen Grund, auf eine interessante Urlaubsreise zu verzichten, wenn sie einige elementare Regeln be- achten und die Reise sorgfältig planen.


Frühzeitig beraten lassen

Lassen Sie sich zumindest acht Wochen vor der (Fern)Reise vom Hausarzt oder einem Reisemediziner beraten, um abzuklären, welche Risiken durch das jeweilige Leiden je nach Reiseziel und Reiseart bestehen könnten – etwa durch den Klimawechsel, durch Infektionsrisi- ken, unübliche Aktivitäten, eine ungewohnte Ernährung oder den Flug. Sprechen Sie auch darüber, wie Sie Ihre Medikamente bei einer Zeitverschiebung einnehmen sollen und über einen umfassenden Impfschutz. Für den Notfall ist es hilfreich, wichtige Daten der Kranken- geschichte in der jeweiligen Landessprache oder auf Englisch bei sich zu haben, ebenso Informationen über benötigte Medikamente und Dosierungen sowie Hinweise auf Unverträglichkeiten und Allergien. Auch hierbei kann man sich vom Haus- oder Facharzt des Vertrauens unterstützen lassen.


Apropos Medikamente

Medikamente, die man nehmen muss, sollte man in der Originalverpackung inklusive Beipackzettel mitnehmen. Und: Wer etwa einen Herzschrittmacher hat, sollte das Dokument, das darüber Auskunft gibt, ebenfalls ins Handgepäck mitnehmen. Das gilt auch für alle an- deren Implantate und natürlich für Ausweise wie etwa den Diabetikerpass. Auf Nummer sicher geht man, wenn man benötigte Medika- mente ins Handgepäck packt – sonst könnte es bei Reiseverzögerungen oder beim Verlust des Koffers zu Problemen kommen. Bei Medi- kamenten, die man braucht, sollte man die doppelte Menge mitnehmen, um auch für Ausnahmesituationen gerüstet zu sein. Zu bedenken ist auch die richtige Lagerung der Präparate. Und natürlich die Standardausrüstung für jede Reiseapotheke (siehe Seite 25).

Unnötigen Ärger beim Zoll kann man vermeiden, wenn man eine Bescheinigung des Arztes mithat, die bestätigt, dass es sich bei Medi- kamenten und Co um benötigtes medizinisches Material handelt, denn manche Präparate wie etwa morphinhaltige Schmerzmittel sind „zollsensitiv“ und könnten sonst beschlagnahmt werden. Innerhalb der EU gibt es normalerweise keine Probleme; wer fernreist, sollte sich bei der Botschaft des Urlaubslandes über die Regelungen zur Mitnahme der diversen Präparate erkundigen.


Spezielle Arrangements

Chronisch kranke und behinderte Menschen sind zudem gut beraten, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen und bei der Bu- chung das Reisebüro oder den Reiseveranstalter über ihr Leiden zu informieren und spezielle Arrangements rückbestätigen zu lassen – besonders, wenn man etwa einen Leit- oder Blindenhund hat bzw. besondere Hilfsgeräte wie einen elektrischen Rollstuhl benötigt. Güns- tig ist auch, sich nach dem Sonderservice für Behinderte auf dem Bahnhof, Abflug- und Zielflughafen zu erkundigen, Sondergepäck wie zum Beispiel Rollstuhl oder Gehhilfen anzumelden und rückbestätigen zu lassen.

Spätestens drei Tage vor Antritt der Reise sollte man den Sitzplatz reservieren und Sondermenüs etc. bestellen. Und sich vor einem Flug noch einmal beim Personal der Fluggesellschaft nach Rückreiseformalitäten und den Gegebenheiten am Zielflughafen erkundigen. Alles klar? Dann steht Ihrer ersehnten Urlaubsreise auch mit Rolli oder Diabetes nichts mehr im Wege.


GABRIELE VASAK

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 05/2017