KNOCHEN & GELENKE

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Wärmezufuhr ist in der kalten Jahreszeit ein wichtiges Gebot der Stunde- .

Dr. Gabriele Huber-Grünwald, die ärztliche Leiterin des Badener Hofs (links), empfiehlt Schwefelanwendungen für starke Knochen und Gelenke- .

Mehr Power

Knochen und Gelenke kann man mit Bewegung und gesunder Ernährung schützen. Schwefelanwendungen sind eine optimale Ergänzung dazu.

Knochen- und Gelenksbeschwerden sind ein wahres Volksleiden – kaum einer, der sie nicht kennt. Jetzt in der kühlen Jahreszeit, wenn niedrige Temperaturen, Wind und Feuchtigkeit uns zusetzen, wird die Sache meist noch schlimmer. Eine Erklärung dafür ist, dass Wind und Kälte den Körper schwächen können,  erklärt Dr. Gabriele Huber-Grünwald, die ärztliche Leiterin des Badener Hofs: „Wind und Kälte dringen ein und schwächen die Abwehrkräfte sowie den Nierenmeridian, der für Knochen und Gelenke zuständig ist – das kann zu entsprechenden Beschwerden führen. Nicht umsonst bedeutet Rheuma auch ‚ziehende, fließende Schmerzen‘“. In der kalten Jahreszeit sei man daher gut beraten, darauf zu achten, keine nassen, kalten Füße zu bekommen, denn der Nierenmeridi- an beginnt im Fußgewölbe.


Powerstoff Schwefel

Wärmezufuhr ist jetzt in jeder Hinsicht ein wichtiges Gebot der Stunde. Mit Schwefelanwendungen, wie sie im Badener Hof angebo- ten werden, kann man das optimal unterstützen. „Sowohl ein Schwefelbad als auch Schwefelmoorpackungen wirken wärmend, mil- dern Muskelverspannungen, sind gefäßerweiternd und entzündungshemmend, was besonders den Gelenken zu Gute kommt“, sagt die Expertin. Dass Schwefel lokalisierte chronische Entzündungen hemmt, ist wissenschaftlich nachgewiesen, der Powerstoff ver- bessert zudem die Durchblutung, wirkt antiallergisch, antimikrobiell und antiparasitär und reduziert oxidativen Stress. Muskel- und Gelenkschmerzen werden so effektiv reduziert und der Knochenstoffwechsel verbessert sich signifikant. Das bedeutet auch, dass Schwefel ein wirkungsvoller Player im Kampf gegen die gefährliche Osteoporose ist. „Schwefel hat indirekt senkende Wirkung auf das Risiko von osteoporosebedingten Knochenbrüchen. Dieser Effekt lässt sich sowohl mit Schwefelbädern und -moorpackungen als auch mit Schwefeltrinkkuren erzielen“, sagt Huber-Grünwald. Sie warnt allerdings davor, andere Medikamente und Nahrungser- gänzungsmittel gegen Osteoporose abzusetzen und plädiert für eine knochengünstige Ernährung.


Vitamin D3 & Kalzium

„Die Knochen benötigen Vitamin D3. Ob man genug davon hat, kann man im Rahmen einer Laboruntersuchung überprüfen lassen. Mängel lassen sich durch ausreichend Sonne, spezielle Tropfen oder Kapseln ausgleichen. Auch mit der Ernährung kann man in dieser Hinsicht einiges bewegen: Eidotter, Pilze und fetter Fisch enthalten viel Vitamin D3, aber natürlich sollte man dabei etwaige Diätvorschriften nicht außer Acht lassen.“

Kalzium ist ein weiteres essenzielles Element einer knochengünstigen Ernährung. Der Mineralstoff hat die Hauptaufgabe, Hartgewe- be im Körper zu bilden und ist für die Entstehung, das Wachstum und die Neubildung von Knochen und Zähnen unabdingbar. Zu sich nehmen kann man Kalzium etwa in Form von Milchprodukten – besonders kalziumreich ist Hartkäse –, Brokkoli, Kohlgemüse, Lauch, Fisolen, Rucola und frischen Kräutern. Empfehlenswert sind auch Amaranth, Quinoa, Zitrusfrüchte, Beeren und Nüsse. Letz- tere enthalten auch das Spurenelement Selen, das wir unter anderem für die Schilddrüse brauchen. „Ausgeprägte Schilddrüsen- Störungen können die Knochen schädigen. Deshalb ist eine richtig funktionierende Schilddrüse für gesunde Knochen besonders wichtig“, weiß Huber-Grünwald, die auch eine rechtzeitige Knochendichtemessung empfiehlt. Frauen sollten dies beim Eintritt der Wechseljahre tun, Männer spätestens mit 55. „Lässt man die Knochendichte erst im Alter von 65 Jahren bestimmen, können bereits schwere osteoporotische Schäden vorliegen. Und dann ist es schwer, gegenzusteuern.“

Wichtig sei es, schon in der Jugend für starke Knochen zu sorgen. Ein weiteres Element, das dabei hilft, ist ausreichend Bewegung, die natürlich auch die Gelenke stärkt. Was wir brauchen, ist der abwechselnde Rhythmus zwischen Bewegung und Entspannung – und das Sprichwort „Wer rastet, der rostet“ gilt auch für die Gelenke. Denn nur bei kontinuierlicher Bewegung wird ausreichend Ge- lenkschmiere produziert. Deshalb sollte man regelmäßig Sport betreiben. Wer nach besonders gelenkschonenden Sportarten sucht, dem seien neben Radfahren, Nordic Walking, Tai Chi und Yoga vor allem Schwimmen und Wassergymnastik empfohlen.


Gelbes Gold

Wenn man dazu noch die Heilkraft des gelben Goldes Schwefel nützt, tut man seinen Knochen und Gelenken sicher Gutes. Schwe- felbäder müssen öfters angewendet werden. Erste Verbesserungen können bereits bei einem zehn- bis zwanzigminütigen Bad, das zweimal die Woche stattfindet, erreicht werden. Dabei liegt die Wassertemperatur zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Wichtig ist auch, danach auszuruhen, denn das Schwefelbad fordert den Kreislauf ganz schön heraus. „Deshalb gibt es auch klare Kontraindi- kationen gegen Schwefelbäder: Für Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Störungen oder sehr hohem Blutdruck sind sie zu belas- tend“, sagt die Ärztin Huber-Grünwald. Eine bewährte medizinische Wärmetherapie sind auch Schwefelmoorpackungen, die eben- falls gut wirksam gegen Gelenkbeschwerden sind. Alles in allem wirken Schwefelanwendungen absolut entspannend und heilsam für Knochen und Gelenke. Als erfreulichen Nebeneffekt kann man damit auch der Haut etwas Gutes tun: Der Schwefel macht sie zart und weich und wirkt zudem gegen dermatologische Probleme wie Schuppenflechte oder Neurodermitis.



Gabriele Vasak

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2018