FOTOS: INITIATIVE »TUT GUT!«

GESUND WERDEN & BLEIBEN - GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Gesund

bleiben

Was brauchen Sie für Ihre Gesundheit am Arbeitsplatz? Die Initiative »Tut gut!« hilft Firmen und Gemeindebetrieben dabei, das herauszufinden und das Klima zu verbessern.

Betriebliche Gesundheitsförderung ist Arbeit – Arbeit, die sich auszahlt, sagt die Leiterin des Pfle- geheims Mater Salvatoris in Pitten, Claudia Hofmann, M.A. Die engagierte Geschäftsführerin hat sich mit Unterstützung der Initiative »Tut gut!« auf das Thema eingelassen, mit ihrem Team viel ge- tan – und so auch viel erreicht, wie sie sagt. Entscheidende Fragen vorab seien: Ist Gesundheits- förderung auch für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Thema? Was sind die Hauptproble- me? Für ein erfolgreiches Projekt braucht man die Rückendeckung durch die Leitung des Be- triebs, ein Budget und Ressourcen: „Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist keine Marketing- Maßnahme, sondern bindet Ressourcen. Aber Sie können unglaublich davon profitieren.“ Wichtig sei ein positiver Einstieg in das Projekt, für das die Initiative »Tut gut!« viele Ressourcen bereit- stellt, um im Betrieb gemeinsam mit dem Team ein maßgeschneidertes Paket an Maßnahmen zu erarbeiten.


Kritik positiv nutzen

Ein heikles, wichtiges Thema ist die Mitarbeiterbefra- gung, schildert Pflegeheim-Leiterin Hofmann: „Viele Führungskräfte haben Angst vor kritischen Stimmen in der Befragung – diese Angst muss man im Vorfeld abfangen.“ Und zwar, indem man seinen Führungs- kräften klarmacht, dass es die Kritik ja sowieso gibt „und es besser ist, sie sagen es hier als bei der Frisörin“. Tatsächlich sei das Feedback aber positiver gewesen als erwartet. Und Kritik sei wertvoll, denn „wer den Fragebo- gen ausfüllt, will auch eine Verbesserung.“ Hilfreich seien die Rückmeldungen aus den Gesundheitszirkeln, Grup- pen, in denen mögliche Maßnahmen diskutiert werden und die man nach Hofmanns Erfahrung ruhig mit Mitar- beitenden aus verschiedenen Berufsgruppen besetzen könne. Immer hilfreich sei die externe Begleitung durch die Initiative »Tut gut!«: „Bei der Umsetzung der Maßnah- men muss die BGF- Projektleitung lästig bleiben, damit das Projekt auch tatsächlich den Nutzen hat, den es ha- ben kann.“ Gibt es noch Tipps? Hofmann: „Sagen Sie Ih- ren Mitarbeitern, wann was umgesetzt wird, zum Beispiel auf einer Pinnwand, auf der man sehen kann, was sich die Mitarbeiter gewünscht haben und was geschehen ist – damit das auch allen bewusst ist. Und geben Sie dem ersten BGF- Projektdurchlauf auch ein gemeinsames Ende, an dem man sich zurücklehnt und wertschätzen kann, was man gemeinsam erreicht hat – ein kleines Fest zum Beispiel.“

„Die Initiative »Tut gut!« stellt die gesamte Prozessbegleitung inklusive Befragung der Mitarbeitenden zur Ver- fügung“, Katharina Racher, MSc, Pro- gramm- leitung der Initiative »Tut gut!«

Claudia Hofmann, M.A.,

Heimleiterin und Geschäfts- führerin, Pflegeheim Mater Salvatoris, Pitten

Durch betriebliche Gesundheitsförderung können zahlreiche Verbesserungen für den Arbeitsplatz entstehen, zum Beispiel Mittagessen im Team, Arbeitsschuhe, alternative Pausengestaltung oder digi- taler Arbeitsplan für Lärmschutz.

Weitere Beispiele finden Sie auf www.noetutgut.at

MIT MOTIVATION MEHR SCHAFFEN


Im Pflegeheim „Mater Salvatoris“ in Pitten bei Bad Erlach kümmern sich 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das Wohl von 129 Per- sonen: Ein Drittel von ihnen arbeitet in Vollzeit.

Die Kooperation mit der Initiative »Tut gut!« hat die interdisziplinäre Zusammenarbeit verbessert. Supervision, auf Wunsch auch anonym oder in Einzelsitzungen, ist ein Angebot, das den Arbeitsalltag erleich- tert. Ein Schwerpunkt ist die gesunde Küche. Gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und Freundlichkeit, selbst wenn die Arbeit Kraft kos- tet, sind wesentliche Facetten, damit Mitarbeiter spüren: Hier fühle ich mich wohl.

Das Modell „Haus der Arbeits- fähigkeit“ zeigt die Vielfalt der verschiedenen Ansatzpunkte. Die Arbeitsfähigkeit kann sich verbessern, wenn aufeinan- der abgestimmte Maßnahmen gesetzt werden.

Hier arbeitet man gesund


Beim zweiten »Gesunde Betriebe«-Tag am 27. Juni 2017 ze- ichnete die Initiative »Tut gut!« jene Firmen und Gemeinde- betriebe aus, die den ersten Prozess der betrieblichen Gesundheitsförderung durchlaufen und erfolgreich ein Audit bei der Zertifizierungsstelle Quality Austria bestanden haben. Überprüft wurde, ob die Kriterien nach einer ISO- Norm für Projektmanagement und die Kriterien für be- triebliche Gesundheitsförderung eingehalten wurden. Durch die Erfüllung dieser Kriterien werden wichtige Voraussetzun- gen für die Fortführung im Regelbetrieb gebildet.

mater salvatoris, Alten- und

Pflegeheim GmbH

ALPLA Waidhofen GmbH

Landespflegeheim Hainfeld

ehem. Volksbank NÖ Süd

Gemeindebetrieb Waidhofen/Thaya

Gemeindebetrieb Neuhofen

Gemeindebetrieb Gaweinstal

Gemeindebetrieb Haidershofen

Gemeindebetrieb Ziersdorf

Gemeindebetrieb Hochneukirchen- Gschaidt

Gemeindebetrieb Jaidhof

Gemeindebetrieb Ottenschlag


Die Urkunde »Auf dem Weg zum

gesunden Betrieb« erhielten:

Kurzentrum Ludwigstorff GmbH Verein „Natur im Garten“,

Die Garten Tulln

Gemeinde Hadersdorf-Kammern Gemeinde Velm- Götzendorf

Gemeinde Hohenberg

Gemeinde Lengenfeld

Gemeinde Spillern

Gemeinde Krumbach

Gemeinde Rastenfeld

Gemeinde St. Andrä-Wördern Gemeinde Lilienfeld

GESUNDES BETRIEBSKLIMA


Das Betriebsklima erfolgreich fördern ist Ziel der Programme »Gesunder Be- trieb« und »Gesunder Gemeindebetrieb« der Initiative »Tut gut!«. Derzeit neh- men 40 Betriebe und Gemeindebetriebe in Niederösterreich an den Program- men teil. Die Beraterinnen und Berater der Initiative »Tut gut!« unterstützen die Betriebe möglichst effektiv und ressourcenschonend dabei, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeitenden zu fördern. Und das nach den individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen des Betriebes.

Betriebliche Gesundheitsförderung kann außerdem Arbeitsfreude und Wohlbe- finden steigern, Arbeitsklima und Arbeitsbedingungen verbessern, Motivation und Leistungsfähigkeit erhöhen und das Image und den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes positiv beeinflussen.

Informationen & Anmeldung: Katharina Racher, MSc (Programmleitung),

Tel.: 02742/9011-14600, Katharina.Racher@noetutgut.at, www.noetutgut.at

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 06+07/2017