ENDOMETRIOSE

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Hilfe mit Qualität

Schreckliche Schmerzen während der Regelblutung können ein Anzeichen für Endometriose sein. Im Landesklinikum Melk bietet ein zertifiziertes Zentrum Hilfe.

Prim. Dr. Leo- pold Wanderer, Leiter der Abtei- lung Frauenheil- kunde und Ge- burtshilfe im Landesklinikum Melk

Schmerzen rund um die Regelblutung kennt fast jede Frau. Bei zehn bis 15 Prozent sind sie aber alles ander- e als ein harmloses Frauenleiden, erklärt Prim. Dr. Leopold Wanderer, Leiter der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Landesklinikum Melk: „Endometriose ist eine chronische Erkrankung, bei der die Gebärmutter -Schleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter wächst. Leitsymptom sind intensive Regelschmerzen, die ein bi- s drei Tage vor der Blutung einsetzen. Sie werden oft von Bauch-, Rücken- und Beckenbodenschmerzen begle- itet, die Blutung selbst kann sehr stark oder auch unregelmäßig sein.“ Endometriose führt oft zu Schmerze- n beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, zu Erschöpfung, erhöhter Infektanfälligke- it und vermehrten Allergien und anderen Immunerkrankungen. „Wenn die Eierstöcke mit Schleimhaut verwach- sen, werden auch die Befruchtung der Eizelle sowie ihr Transport und die Einnistung in der Gebärmutter behin- dert. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, ist dies auf Endometriose zurück- zuführen.“


Hilfe für Betroffene

Betroffene finden im Landesklinikum Melk Hilfe: Dort bekam das erste Endometriose-Zentrum in Niederöster- reich die EU-Zertifizierung der Stufe 1 verliehen. Dafür musste ein strenges Audit bestanden werden, um die Qualität der Versorgung zu sichern. Dieses EU-Projekt der Initiative „Healthacross“ basiert auf dem Wissens- austausch zwischen dem Landesklinikum Melk und dem Krankenhaus in Znaim (Tschechien), in dem in einem zertifizierten Zentrum führende Endometriose-Expertinnen und -Experten tätig sind. Wichtig ist Primarius Wan- derer, der dem Endometriose-Zentrum in Melk vorsteht, Ärztinnen und Ärzte aus dem niedergelassenen Be- reich über die Erkrankung und die Hilfe im Endometriose-Zentrum zu informieren. Denn wer in Melk behandelt werden will, braucht eine Überweisung. Endometriose ist nicht heilbar, bei der Therapie geht es daher darum, die Wucherungen zu entfernen oder ihre Rückbildung zu bewirken und die Beschwerden zu lindern. Als Alte- rnative zur Operation können Hormone hilfreich sein, um die Schmerzen zu lindern. Medikamente zur Schmerz- therapie sind bei fast jeder Patientin im Laufe ihrer Erkrankung erforderlich- .


Unerfüllter Kinderwunsch?

Endometriose kann durch Verklebungen, Verwachsungen und Eileiterverschluss die Fruchtbarkeit „mecha- nisch“ behindern. Große Endometriose-Zysten in den Eierstöcken können die Eizellreifung stören, und ausge- prägte Knoten an der Scheide lassen den Geschlechtsverkehr zu einer schmerzhaften Angelegenheit werden. Kein Wunder, dass viele betroffene Frauen dann wenig Lust auf Sex haben. „Bei einer Operation wird dann die versprengte Gebärmutterschleimhaut entfernt“, erklärt Wanderer. Eileiter und Eierstöcke müssen erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Die Operation führte in Melk schon mehrmals zur anschließenden Schwangerschaft und einigen glücklichen Eltern und Kindern, freut sich Wanderer. Und er macht generell allen betroffenen Frau- en Mut: „Immer wieder höre ich von Frauen, die wir operiert haben: Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich es schon längst machen lassen.“ Und das ist für den engagierten Spezialisten das größte Lob.

Endometriose-Ambulanz


Als erstes Klinikum in

Niederösterreich ist das Landesklinikum Melk Zen- trum für Diagnose und Therapie auf dem Gebiet der Endometriose Stufe 1. Terminvereinbarung

für eine Beratung:

Tel.: 02752/9004-11120 (Mo.–Fr. 08:30–11:00 Uhr)

Landesklinikum Melk  Krankenhaus- straße 11 3390 Melk

Tel.: 02752/9004-0

www.melk.lknoe.at

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 10/2018