BLUTDRUCK

Wider den Bluthochdruck

Das können Sie selbst tun.

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Vor allem bei leichtem Bluthochdruck kann ein gesunder und aktiver Lebensstil ausreichen, um den Druck auf ein normales Maß ab- zusenken. Mit dem Arzt des Vertrauens abgesprochen kann eine Lebensstiländerung sogar eine medikamentöse Bluthochdruck- Therapie überflüssig machen. Wichtig ist auch die regelmäßige Selbstmessung des Blutdrucks.


Vier Säulen des richtigen Lebensstils für Menschen mit Bluthochdruck

1. Ernährung: Die Experten empfehlen, auf ungesunde Fette, Fast-Food und salzreiche Kost zu verzichten. Stattdessen sollte man viele Proteine, Omega-3-Fettsäuren (ungesättigte Fettsäuren), frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen. Auch Nüsse sind ein wertvoller Beitrag zur gesunden Ernährung bei Bluthochdruck. Der Salzkonsum sollte nicht mehr als drei bis sechs Gramm pro Tag betragen. Und natürlich sollte man versuchen, Übergewicht loszuwerden.


2. Bewegung: Regelmäßige Bewegung gilt als das wichtigste natürliche Antihypertensivum. Wer mindestens zwei- bis dreimal, idealerweise aber drei- bis fünfmal pro Woche Sport betreibt, hat beste Chancen, seinen Blutdruck auf ein normales Maß zu senken. In erster Linie sollte die ausgewählte Sportart Spaß machen. Besonders empfohlen werden vor allem Ausdauersportarten wie Lau- fen, Schwimmen, Radfahren. Auch Krafttraining darf es sein, allerdings sollte man dabei nicht übertreiben, denn beim Kraftsport er- höht sich der Blutdruck.


3. Umgang mit Alkohol: Alkohol kann als Öl im Feuer von Bluthochdruck fungieren. Ein zu hoher Alkoholkonsum treibt den Blut- druck in die Höhe. Männer sollten nicht mehr als maximal 30 Gramm, Frauen nicht mehr als maximal 20 Gramm Alkohol pro Tag zu sich nehmen.


4. Umgang mit Stress: Die vierte Säule der nicht-medikamentösen Bluthochdruck-Behandlung ist Stressabbau. Ausreichend Schlaf (sieben bis acht Stunden) stehen am Anfang eines solchen „Programms“, das darauf abzielt, die Regeneration des Körpers zu för- dern. Mehrmals am Tag einfach durchatmen, Arbeit abgeben, wenn es einem zu viel wird, und spezielle Entspannungstechniken wie etwa Yoga oder Meditation erlernen sind weitere Expertentipps für Bluthochdruck-Patienten. Es tut auch gut, sich ein entspan- nendes Hobby zu suchen.


Das gesunde Plus: richtiges Blutdruckmessen

Um die Blutdrucksituation einer Person beurteilen zu können, benötigt man zumindest morgendliche und abendliche Messwerte über eine Woche, besser über einen Monat. (Wenn von 33 Messungen acht über den empfohlenen Werten liegen, leiden Sie unter behandlungsbedürftigem Bluthochdruck.)

-Messen Sie am besten zweimal täglich: morgens (vor der Tabletteneinnahme) und abends.

-Führen Sie die Messung mit einem geprüften Gerät durch.

-Legen Sie die Manschette richtig an (fest anliegend, nicht über der Kleidung, zwei bis drei Zentimeter oberhalb des Ellenbogens, immer am gleichen Arm – an dem mit dem höheren Blutdruck).

-Setzen Sie sich entspannt hin und warten Sie mit der Messung etwa fünf Minuten.

-Bewegen Sie den Messarm während der Messung nicht.

-Messen Sie zweimal mit kurzem Abstand hintereinander.

-Wenn Sie schon Blutdruckmedikamente einnehmen, messen Sie morgens vor der Tabletteneinnahme.

-Tragen Sie die Werte in eine Tabelle ein.


Bewahren Sie Ruhe, wenn das Gerät ungewöhnlich hohe oder tiefe Werte anzeigt, denn zum einen handelt es sich oft um Fehlmes- sungen, aber auch wenn sich die abnorm hohen oder tiefen Werte bestätigen, besteht kein Grund zur Panik, wenn Sie sich wohlfüh- len.


Gabriele Vasak

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2018