OIS

Das OIS ist das ideale Werkzeug, um den Tumorboard-Prozess vorzubereiten und zu dokumentieren. Am Bild ein Tumor- board im Universitätsklinikum Krems.

Kampf dem Krebs

Noch heuer gibt es das Onkologische Informationssystem an allen Standorten der NÖ Kliniken. Mittlerweile sind darin knapp 30.000 Menschen mit Tumorerkrankungen erfasst.

„Für mich als Radioonkolo- gin ist das OIS ein wichti- ges Tool. In Österreich gibt es nichts Vergleichbares – Dokumentation und Daten- bank in einem. Die Daten- auswertung als Instrument der Qualitätssicherung steht ebenso zur Verfügung wie auch die Möglichkeit, sich in kurzer Zeit einen Über- blick über den bisherigen onkologischen Verlauf der Patienten zu machen.“

Prim. Dr. Martina Metz, Insti- tut für Radioonkologie und Strahlentherapie, Landeskli- nikum Wiener Neustadt

40.000 Menschen erkranken pro Jahr in Österreich an Krebs, etwa 7.000 Neuerkrankungen pro Jahr sind e- s in Niederösterreich – Tendenz steigend. Die Diagnose schockiert und verunsichert wie keine andere. Da- s bisherige Leben gerät ins Wanken, es wird einem regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen- . Krebs ist heute längst kein Todesurteil mehr: In den NÖ Landes- und Universitätskliniken werden Betroffene nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse behandelt. So werden onkologische Therapien wi- e Operationen, Bestrahlungen, Chemo- und Immuntherapien geleistet. Fast jedes medizinische Fach führ- t Krebsbehandlungen durch – Chirurgie, Gynäkologie, Urologie, Strahlentherapie, HNO, Dermatologie, Neuro- chirurgie, Neurologie und natürlich die Innere Medizin/Onkologie. Und die Behandlung der erkrankten Me- nschen wird bei den interdisziplinären Tumorboards genau besprochen- .


Wirksames Werkzeug

All diese Behandlungen werden in den NÖ Kliniken ab der Diagnose Krebs in einem System dokumentiert, das speziell auf diese Erkrankung zugeschnitten ist, die nur im Zusammenspiel mehrerer Fachrichtungen behandelt werden kann: im Onkologischen Informationssystem (OIS). Denn dort ist Platz für die Diagnose, das Ergebnis der Besprechung im Tumorboard, die zahlreichen Befunde und Dokumentation sämtlicher Be- handlungsschritte. So kann auch der Verlauf der Erkrankung exakt nachverfolgt werden. Und das Beste da- ran: Egal in welchem Klinikum in NÖ man behandelt wird, es ist alles festgehalten und für jeden weiteren be- handelnden Arzt sichtbar und zugänglich. Denn oft kommen Patienten für bestimmte Behandlungen wie Strahlentherapie oder OP in ein Schwerpunkt-Klinikum, erhalten aber die Chemotherapie im Haus nahe ih- rem Wohnort. Mit der Einführung des OIS ist es der NÖ Landeskliniken-Holding erstmalig im deutschspra- chigen Raum gelungen, niederösterreichweit alle Krebsfälle und deren Behandlungsschritte krankenhau- sübergreifend zu erfassen und zu dokumentieren – von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Das System ermöglicht dem behandelnden Arzt im Krankenhaus jederzeit einfach und übersichtlich einen Einblick in die aktuelle Behandlungssituation der Patientinnen und Patienten zu bekommen. Er erhält sofort alle Informationen .


Fülle an Informationen

Entwickelt wurde das OIS in der Zentrale der NÖ Landeskliniken-Holding von Mag. Sandra Büchse gemein- sam mit zahlreichen spezialisierten Ärztinnen, Ärzten und IT-Experten. Einige Kliniken verwenden es schon länger. Ab dem Jahresende arbeiten nun alle NÖ Kliniken damit. Bereits jetzt sind darin 30.000 Patientinnen und Patienten dokumentiert – ein wahrer Schatz an Informationen, aus dem die behandelnden Ärzte viel ler- nen können. Das freut auch den für die NÖ Kliniken zuständigen LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf: „Unsere Ärztinnen und Ärzte können mit dem OIS den bestmöglichen Nutzen für unsere Patienten erzielen und so auch die Chancen, eine Krebserkrankung zu überleben, weiter steigern.“

„Das OIS ist ein großer Vorteil für die Patienten, weil es einen raschen Überblick ermöglicht, der dazu führt, dass Pati- enten maßgeschneiderte Krebstherapien erhalten können. Darin ist extrem gut aufgeschlüsselt, wo der Patient in seiner Be- handlung gerade steht und wie seine Erkran- kung verläuft. Das hilft entscheidend dabei, den nächsten Schritt zu pla- nen. Wir arbeiten mit den weltweit besten Therapi- en, deren Wirkung kön- nen wir optimal doku- mentieren.“

OÄ Priv.-Doz. Dr. Gudrun Kreye, Klinische Abtei- lung für Innere Medizin 2, Universitätsklinikum Krems

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2018