SCHÖNE ZÄHNE

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Zähne

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Wie Sie Ihr Gebiss mit zahnfreundlicher Ernährung und richtiger Pflege gesund halten.

Ein offenes Lachen, bei dem die Zähne sichtbar werden, wirkt sympathisch und gewinnend. Wer schlechte oder stark verfärb- te Zähne hat, versucht dies durch ein geheimnisvolles Mona-Lisa-Lächeln zu verbergen. Schließlich will man sein Gegenüber nicht über den schlechten Zustand der Zähne informieren. Denn ebenmäßige, weiße Zähne gelten heute als Symbol für Erfolg, Gesundheit und Attraktivität.


Zähne sprechen Bände

Inwiefern schlechte Zähne auf genetische Ursachen zurückzuführen sind, ist wissenschaftlich umstritten. Fakt ist: Richtige Er- nährung und Pflege sind wichtig für gesunde Zähne. Das bedeutet vor allem, auf zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke zu verzichten. Kaffee, Tee, Rotwein oder Zigaretten führen zu unschönen Zahnverfärbungen. Mit sorgfältiger Zahnhygiene kön- nen diese leicht verhindert werden. Wem das nicht reicht, der kann die Zähne professionell bleichen lassen. Das Zahn- bleaching sollte immer von einem Experten durchgeführt werden, um die Zahnsubstanz nicht zu schädigen, raten die Zahn- ärztin Dr. Eva-Maria Madani und die Medizin- und Gesundheitssoziologin Dr. Susanne Altmann. In ihrem Ratgeber „Z wie Zäh

ne“ klären sie über Risiken für die Zähne auf (siehe Buchtipp).


Zahnfeind Zucker

Wer Karies verhindern will, sollte auf zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke möglichst ganz verzich- ten. Denn diese sind die Hauptfeinde unserer Zähne, warnen die Autorinnen. Zu Vorsicht raten sie auch vor verstecktem Zucker in Eistees, Softdrinks, Frucht- joghurts oder Müslis.

Einen Angriff auf die Zähne stellen auch alle säure- haltigen Lebensmittel dar: Rot- und Weißwein, Coca- Cola, Energydrinks, Essig, Zitronensaft sowie Oran gen- und Apfelsaft lösen Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz und zerfressen ihn. Die Zahnoberflä- che wird damit porös und anfällig für die Zahnkrank- heit Karies.


Schutz vor Kariesbakterien

Schädlich für die Zähne ist auch Zitronensäure, die als Lebensmittelzusatzstoff (in Produkten oft als E330 gekennzeichnet) in vielen Getränken, Fertigprodukten, Marmeladen, Speiseeis, Süßigkeiten oder Schmelz- und Hüttenkäse enthalten ist. Der Tipp der Autorinnen: Wer säure- oder zuckerhaltige Lebensmittel zu sich genommen hat, sollte ein Glas Wasser trinken. Danach dreißig Minuten verstreichen lassen und die Zähne putzen. Der Griff zur Zahnbürste sollte ebenfalls nach dem Verzehr von kohlenhydrathaltigen Speisen wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis erfolgen. Wer gerade keine Bürste dabei hat, kann einen zu- ckerfreien Kaugummi kauen, um die Säure zu neutralisieren. Zu einer zahnfreundlichen Ernährung gehören kalziumfreundliche Nahrungsmittel, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte (siehe Infos oben).


Vorsicht bei Entzündungen

Eine Gefahr für die Zähne stellt die Paradontitis dar, eine Entzündung des Zahnhalteapparats. „Unbehandelte Paradontitis greift das Knochenbett an und führt zu einer Lockerung der Zähne. Diese heimtückische Erkrankung macht sich vorerst durch häufiges Zahnfleischbluten, Rötungen und Schwellungen des Zahnfleisches sowie durch Mundgeruch bemerkbar“, wissen Madani und Altmann. Ausgelöst wird die Zahnfleischentzündung durch Bakterien in der Mundhöhle, die größtenteils unschäd- lich sind. Gefährlich werden sie erst bei schlechter Pflege: Es bildet sich ein Zahnbelag (Plaque), auf dem sich Bakterien an- siedeln und  entzündliche Prozesse hervorrufen können. Diese Entzündungen (Gingivitis) machen sich durch Schwellungen, Rötungen und Zahnfleischbluten bemerkbar.


Gründlich reinigen

Werden diese Symptome nicht behandelt und wird die Plaque nicht entfernt, kann die Entzündung in das Zahnbett eindringen und zu Paradontitis führen. Das Um und Auf gesunder Zähne sind daher eine gute Mundhygiene: zwei bis dreimal täglich mit einer weichen Zahnbürste putzen, Zahnseide verwenden und systematisch putzen (siehe Tipps). Aber auch die ausgeklü- geltste Putztechnik sollte durch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt ergänzt werden. Um Karies und Paradontitis vorzubeu- gen, ist auch eine professionelle Zahnreinigung unentbehrlich. Und das am besten zweimal jährlich.



Jacqueline Kacetl

Wussten Sie schon?


-Für die Entstehung von Karies kommt es nicht so sehr auf die Menge der zuckerhaltigen Nahrungsmittel an, son- dern vielmehr auf die Häufigkeit des Verzehrs. Es ist besser, einmal täglich Süßes oder Schokolade zu essen als mehrmals am Tag kleine Bissen oder Portionen.

-Knackiges Obst, frisches Gemüse oder Vollkornprodukte fördern die Kautätigkeit und regen den Speichelfluss an. Das schützt vor Karies. Gut für die Zähne sind außerdem kalziumreiche Nahrungsmittel wie Milch, Milchprodukte, Fenchel, Kohl, Brokkoli, Kohlrabi, Sellerie und Mandeln. Auch manche stille Mineralwässer mit ausreichend Kalzium sorgen für gesunde Zähne mit hartem Zahnschmelz.

-Zähne brauchen Fluor, der die Remineralisierung des Zahnschmelzes beschleunigt. Gute Fluorquellen sind viele Fischsorten, Milchprodukte, Hühnerfleisch, Vollkorn- und Sojaprodukte, Nüsse sowie schwarzer und grüner Tee. Die Zahnoberfläche wird dadurch wieder schneller hart und unempfindlich.


Quelle: Dr. Susanne Altmann und Dr. Eva-Maria Madani: Z wie Zähne

Kinderzähne nachputzen

Kinder sind immer stolz auf das, was sie an Fertigkeiten gelernt haben. Auch beim Zähneputzen ist die Freude groß, wenn sie es alleine schaffen. Doch erst im Volkss- chulalter sind die motorischen Fähigkeiten so aus- geprägt, dass sie die Zähne effektiv und richtig putzen können. Als Faustregel gilt, dass Kinder erst dann in der Lage sind, die Zähne richtig selbst zu putzen, wenn sie flüssig in der Schreibschrift schreiben können. Da- her bis dahin immer nachputzen.

Informationen: www.apollonia2020.at, www.noetutgut.at

Karies vermeiden


-Essen Sie wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel.

-Konsumieren Sie wenige Snacks zwischen den Mahlzeiten.

-Vermeiden Sie Lebensmittel mit vielen Kohlenhy- draten   wie Chips, Pizza oder Weizenprodukte, da ihre Kohlen-  hydrate zu Säure verstoffwechselt werden.

-Nehmen Sie viel Kalzium zu sich, da Kalzium die Zahnoberfläche stärkt.

-Trinken Sie ausreichend Wasser.

-Putzen Sie Ihre Zähne täglich mit einer fluoridhalti- gen Zahncreme. Fluorid macht die Zahnoberflä- chen härter.

-Benutzen Sie regelmäßig Zahnseide. Diese ist vor allem   für die Zwischenräume von schief stehen- den Zähnen   wichtig.

-Besuchen Sie mindestens zweimal im Jahr den Zahnarzt.

-Gehen Sie ein- bis zweimal jährlich zur  Mundhy- giene.

BUCHTIPP

Dr. Susanne Altmann & Dr. Eva-Maria Madani: Z wie Zähne. Was Zähne uns verraten. Wofür Zähne stehen. Warum weiß nicht gleich gesund ist.

ISBN: 978-3-99002-025-8

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 08/2017