GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN -  BAUEN & WOHNEN

Kraftquelle

Schon ein kleines Stück Grün schafft täglich leistbares Wohlgefühl und pri- vates Rückzugsgebiet mit hohem Erhol- ungswert. Ein Garten ist ein echter Stresskiller. Gestalten und genießen Sie ihn!

FOTOS: ISTOCKPHOTO/ SBYTOVAMN, FOTOLIA/ MIROSLAWA DROZDOWSKI

Sommerzeit – Gartenzeit! Wer in Niederösterreich lebt, hat meist die Chance auf sein persönliches Stück Grün, denn das Land bietet ein entsprechendes Platzangebot und Grünoasen zu angemessenen Preisen in allen Kategorien. Und: Wer einmal erlebt hat, wie wohltuend der Aufenthalt oder die Arbeit im Garten sein kann, wird kaum mehr darauf ver- zichten wollen, sondern sich immer wieder gern Gedanken über die Gestaltung dieser Freizeitoase machen. Ob klein oder groß – die Möglichkeiten sind vielfältig und nahezu unbegrenzt. Überlegen sollte man sich aber zunächst eine grundsätzliche Frage: Soll der Garten vor allem schön aussehen oder soll er auch nützlich sein?


Augenweide Ziergarten

Ein Ziergarten ist, wenn er entsprechend angelegt ist – meist eine weniger pflegeintensive Gartenart. Man denke nur an den Steingarten oder an naturnahe Wildstauden-Pflanzungen. Steingärten erfreuen sich großer Beliebtheit, denn sie sind klar strukturiert. Wenn Gräser und Stauden die Steinlandschaft in ein traumhaftes Blütenmeer verwandeln, sind sie besonders attraktiv. Steingärten liegen im Idealfall an einem sanften Abhang, der nach Süden oder Südwes- ten ausgerichtet ist.

Blumenliebhaber werden ihre große Freude mit einem Ziergarten haben – kann man doch durch geschickte Planung über den ganzen Sommer blühende Pflanzen um sich haben, und das je nach Wunsch bunt oder in einer dominieren- den Blütenfarbe. Natürlich kann man sich auch für einen Nutzgarten oder die Kombination von Zier- und Nutzgarten entscheiden – zum Beispiel wie es in den alten Bauerngärten üblich war: Ringelblumen neben Stangenbohnen, Laven- del neben den Rosen und Schnittlauch und Radieschen zwischen dem Salat.


Nutzgärten im Trend

Mit dem Nutzgarten liegen Sie voll im Trend, denn immer mehr Menschen wollen es genießen, ihre eigenen, vielleicht sogar biologisch angebauten Paradeiser, Zucchini, Erdbeeren oder Kräuter zu ernten. Idealerweise sind Beete 1,30 Meter breit, denn so kann man von beiden Seiten aus gut die Beetmitte erreichen.

Ein Hochbeet hat viele Vorteile: Zum einen lässt es sich rückenschonend bearbeiten, und zum anderen wächst das Gemüse dank vieler Nährstoffe und zusätzlicher Bodenwärme optimal und lässt sich leichter vor Schneckenfraß schüt- zen.

Sie sind ein Kräuter- und Heilpflanzenfan? Gerade diese Pflanzen lassen sich meist sehr einfach ziehen. Die meisten Kräuter gehören zu den Schwachzehrern, kommen mit den im Boden vorhandenen Nähstoffen aus und werden nur selten von Schädlingen befallen.


Fitness frei Haus

Zier- und Nutzgarten sind nicht nur Augenweide und Gaumen- freude, sondern auch das vielleicht schönste Fitnesscenter unter freiem Himmel. Beide verändern sich laufend, und wer sie pflegen möchte, dem wird garantiert nie langweilig. Den Rasen mähen, Blumenzwiebeln setzen, Büsche zurückschnei- den, Obst ernten oder Unkraut jäten – so bekommen Sie Stretching, Kraft- und Ausdauertraining frei Haus geliefert! Wichtig dabei ist geeignete Kleidung, die unempfindlich genug ist, falls Sie mit Lehm oder Rosenranken kämpfen. Entsprechende Handschuhe sind ebenfalls ein guter Tipp. Zur Ausstattung bei Sonnenschein gehören auch Sonnen- schutzmittel und Kopfbedeckung.


Der optimale Stresskiller

Ob Sie „garteln“ oder Ihre persönliche Grünoase nur genießen wollen – in jedem Fall können Sie so die Kräfte der Natur nutzen, Körper, Geist und Seele entspannen, denn ein Garten ist ein richtiger Stresskiller, mit dem sich Gesundheit und Gelassenheit gewinnen lassen. Wer seelisch gesund und lebensfroh bleiben will, tut gut daran, in Kontakt mit der Natur zu bleiben. Denn wir sind Teil von ihr, und die Art und Qualität der uns umgebenden Natur beeinflusst unsere Befindlichkeit und stärkt oder schwächt unsere Gesundheit. Das Mitschwin- gen mit dem Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten, der Aufenthalt und die Beschäftigung in und mit der Natur können beruhigen, entspannen und beleben, im Idealfall auch die Gesundheitskräfte stärken und Heilung fördern. Wenn wir die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen, wird das Leben lebenswert und sinnvoll. Also: Nichts wie hinaus in den Garten!


GABRIELE VASAK

MISCHKULTUR BRINGT VIELE VORTEILE


Mit verschiedenen Gemüsesorten und Kräutern in einem Beet vermeidet man Bodenermüdung. Krankheiten und Schädlinge, die meist auf be- stimmte Arten spezialisiert sind, können sich schwerer etablieren. Der vorhandene Platz wird besser ausgenützt und der Boden rascher voll- ständig bedeckt. Mischkulturen locken Insekten an, das verbessert die Bestäubung von Blüten. Zudem bringen Mischkulturen mehr Ernte durch die gegenseitige Förderung der Pflanzen.


Positive Partnerschaften:

Kapuzinerkresse unter Kirschbäumen zieht schwarze Läuse an (Entlastung des Baumes).

Lavendel zwischen Rosen schützt sie vor starkem Blattlausbefall.

Knoblauch zwischen Rosen wirkt vorbeugend gegen Pilzerkran- kungen.

Knoblauch wirkt vorbeugend zwischen mehltau- und rostgefährde- ten Pflanzen.

Narzisse „La Riante“ in größeren Mengen vertreibt Wühlmäuse.

Senf (Sinapis alba) in breiten Streifen hält Schnecken ab.

QUELLE: WWW.UMWELTBERATUNG.AT

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 05/2017