BEWEGUNG

Eine schrecklich fitte Familie



Herbert Wojta-Stremayr beim Hürmer Familientraining. Seinen Töchtern macht es sichtlich Spaß.


FotoS: Werner Schrittwieser

Beim Familientraining kommen Jung und Alt auf ihre Kosten.

Eltern verbringen mit ihren Kindern gemeinsame Zeit, haben jede Menge Spaß und tun dabei ihrem Körper etwas Gutes.

Gerade in der kalten Jahreszeit findet sich schnell eine Ausrede dafür, warum man nicht Sport betreiben kann. Im Sommer macht man schnell mal eine gemeinsame Radausfahrt oder Wanderung, doch kaum sinken die Temperaturen, verfallen viele in eine Art Winterschlaf. Statt zur Sportkleidung greift man zur kuscheligen Decke und die ganze Familie macht es sich auf der Couch gemütlich. Unsere zunehmend sitzende Lebensweise sowohl im Beruf als auch in der Freizeit birgt aber große Gefahren in sich. Übergewicht im Kindesalter ist keine Seltenheit mehr. Fehlende Bewegung ist eine der Hauptursachen für diverse Er- krankungen wie zum Beispiel Diabetes- .


Alle kommen auf ihre Kosten

Das muss nicht sein. Auch im Winter gibt es viele Möglichkeiten, seinen Körper zu trainieren. Die Freude und das gemeinschaf- tliche Erlebnis sind dabei ein wesentlicher Bestandteil für den Erfolg und das Beibehalten der Trainings-Routine- .

Was gibt es Schöneres, als wenn die ganze Familie während des gemeinsamen Trainings voll auf ihre Kosten kommt? Ein Fa- milientraining bietet die perfekte Chance, gemeinsam Zeit zu verbringen, Spaß zu haben und seinem Körper etwas Gutes zu tun, ist Herbert Wojta-Stremayr aus Hürm überzeugt: „Eltern-Kind-Turnen und ähnliche Angebote gibt es bereits seit längerem. Um dabei aber auch den Erwachsenen ein wirksames Training zu ermöglichen, haben wir vor zwei Jahren ein eigenes Familien- training ins Leben gerufen.

So treffen sich ab Oktober jeden Samstag meist vier bis sechs Familien in Hürm zu einem sportlichen Nachmittag. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen wird die Sporthalle in zwei Bereiche geteilt. Auf der einen Seite können sich die Kinder auf vorbereite- ten Bewegungslandschaften austoben und frei nach Lust und Laune bewegen. Während die Papas auf die Kinder aufpassen, powern sich die Mamas in der anderen Hälfte beim Zirkeltraining aus. Anschließend tauschen die Elternteile die Rollen und wie- derholen das Programm für zwei oder drei Durchgänge- .


Den Körper kennenlernen

Die Kinder kommen ihrem Drang nach Bewegung nach und lernen den eigenen Körper besser kennen. Laufen, Springen, Ru- tschen oder Klettern fördern Ausdauer, Koordination und Krafteinsatz. Durch den Austausch mit anderen Kindern trainiert der Nachwuchs auch soziale Verhaltensweisen und lernt einen Platz in einer Gruppe einzunehmen und Konflikte zu lösen- .

Bei den Erwachsenen darf das Training ruhig auch etwas fordernd sein, aber keinesfalls zu Überforderungen führen. Das Haup- taugenmerk liegt bei den Übungen am Core-Bereich – sprich auf jenem Bereich, der den Körperschwerpunkt darstellt und für die Stabilität der Bewegung sorgt. „Wir trainieren mit dem eigenen Körpergewicht und es ist wichtig, Übungen zu finden, die man je nach Leistungsstand anpassen kann, wie beispielsweise der Damen-Liegestütz“, ist Herbert Wojta-Stremayr überzeug- t.


Der Spaß kommt nicht zu kurz

Dass es sich um ein Familientraining und nicht um ein klassisches Workout handelt, spiegelt sich auch an der Stimmung in der Sporthalle wider. Trotz der körperlichen Anstrengungen sind alle gut gelaunt und haben richtig Spaß an der gemeinsamen Be- wegung. Über Situationen, die dies bestens veranschaulichen, muss auch Wojta-Stremayr immer wieder schmunzeln: „Plötzlich läuft ein Kind zum Elternteil, der gerade das Zirkeltraining absolviert. Da wird kurzerhand das Training intensiviert, indem der Nachwuchs für ein zusätzliches Gewicht und somit für erschwerte Verhältnisse sorgt.“ Und wenn die Kinder bereits am Tag da- rauf nach dem nächsten Training fragen, ist das wohl der beste Beweis dafür, dass es wirklich großen Spaß macht- .



Werner Schrittwieser

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2018