GESUNDHEIT IN NÖ - BERUFSBILD

Neuer

Pflege-Beruf

Ab Herbst startet die Ausbildung zur Pflegefachassistenz, eine zweijährige

Ausbildung zu einem spannenden und herausfordernden Beruf.

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Die Novelle des Pflegegesetzes bringt eine große Veränderung im Gesundheitssystem, die für Außenstehende gar nicht so groß aussieht, vor allem aber in den Kliniken zu einer Neuorganisation vieler Bereiche führen wird: Gab es bisher nur diplomiertes Per- sonal (das erst seit einigen Jahren neben den Pflegeschulen auch von Fachhochschulen ausgebildet wird) und Pflegehelfer, also zwei Stufen, gibt es künftig drei unterschiedliche Stufen: Die Pflegehilfe heißt nun Pflegeassistenz und bleibt eine einjährige Aus- bildung. Und auch er gehobene Dienst bleibt bei der dreijährigen Ausbildung. Praktisch dazwischen gibt es aber ein neues Be- rufsbild: die in zwei Jahren fertig ausgebildete Pflegefachassistenz. Die neue Ausbildung startet ab Herbst 2017 an den Gesund- heits- und Krankenpflegeschulen der NÖ Kliniken (siehe Infokasten). Die Pflegefachassistentinnen und -assistenten werden zu- künftig:


+ viele Aufgaben am pflegebedürftigen Menschen übernehmen, die bisher vom gehobenen Dienst ausgeübt wurden


+ durch eigenverantwortliches Ausführen von Pflegetätigkeiten und dem Mitwirken bei Diagnostik und Therapie eine verantwor- tungsvolle Rolle im Gesundheitswesen einnehmen


Spannendes Berufsbild

Die Pflegedirektorin im Universitätsklinikum St. Pöl- ten, PhDr. Michaela Gansch, MSc, sieht es als große Herausforderung an, das neue Berufsbild zu imple- mentieren: „Dieses Berufsbild zu implementieren wird eine große Herausforderung und kann durch- aus eine Unterstützung in der professionellen Pflege und Betreuung der Patientinnen und Patienten dar- stellen. Pflegefachassistentinnen und -assistenten können dank der definierten Kompetenzen in Klini- ken und Heimen ebenso eingesetzt werden wie au- ßerhalb, beispielsweise bei den mobilen Diensten. Die Pflegefachassistenz darf im Vergleich zur Pfle- geassistenz ohne Aufsicht ihre berufliche Tätigkeit ausüben. Für uns in der praktischen Ausbildung ab- solut neu ist, dass auch die Anleitung und Unterwei- sung von Auszubildenden der Pflegeassistenzberu- fe in das Kompetenzprofil der Pflegefachassistenz fällt.“

Marianne Tanzer, M.A., Direktorin der Schule für Ge- sundheits- und Krankenpflege St. Pölten, erklärt: „Das neue Berufsbild der Pflegefachassistenz bietet die Möglichkeit, in einem breiten Einsatzgebiet zu

arbeiten - von Akutkliniken bis hin zu Langzeiteinrichtungen – selbstständig in einem Kernteam mit dem diplomierten Pflegepersonal und den Ärztinnen und Ärzten mit und für Menschen zu arbeiten. Die Entscheidung für diese zweijährige Ausbildung ist für viele sicher leichter und man braucht keine Matura wie künftig für die Diplomausbildung. Außerdem ist keine vorangehende Ausbildung notwendig, wie beispielsweise Lehrabschluss oder Handelsschule. Im Gegensatz dazu wird die einjährige Pflegeassistenz künftig eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen.“


SO WIRD MAN PFLEGEFACHASSISTENZ

Nach positiver Absolvierung der zehnten Schulstufe kann man sich für die zweijährige Ausbildung an einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule bewerben. Diese Ausbildung schließt mit dem Diplom, dauert zwei Jahre (3.200 Stunden Theorie und Praxis). Die Ausbildungskosten übernimmt das Land NÖ. Während der gesamten Ausbildung ist man sozialversichert. Die Ausbildung wird ab Herbst 2017 an diesen Gesundheits- und Krankenpfle- geschulen angeboten

+ Amstetten

+ Hollabrunn

+ Stockerau

+ St. Pölten

+ Wiener Neustadt

+ Zwettl


Für den Ausbildungsstart im Herbst 2017 kann man sich noch bewerben. Konkrete Bewerbungsfristen finden Sie unter www.pflegeschulen-noe.at

In Kürze finden Sie auf dieser Homepage auch sämtliche Informationen über die Angebote im Frühjahr und Herbst 2018.


erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2017