KUREN & REHABILITATION IN NÖ - RÜCKEN

FOTO: LEBENS.RESORT OTTENSCHLAG

Langfristig kurieren

Gerade bei Rückenschmerzen eignet sich die neue Kurform „Gesundheitsvorsorge Aktiv“. Denn ohne Lebensstil-Änderung kommen die Schmerzen immer wieder.

Vielfältige Therapieansätze machen das Stressverhalten bewusst und helfen gegenzusteuern.

Bewegungstrai- nings in der Gruppe, indivi- duelle Trai- nings, Beratun- gen und Work- shops ermögli- chen eine er- folgreiche Le- bensstil-verbes- serung.

Sie ist die ideale Kandidatin für die neue Kur „Gesundheitsvorsorge Aktiv“: Kindergärtnerin Marion, 48, plagt sich seit einigen Monaten immer wieder mit Schmerzen im Kreuz. Sie versucht es mittlerweile zu vermeiden, eines der Kinder hochzuheben. Aber das gehört nun einmal zu ihrem Beruf. „Dass sie es wieder kann, und zwar langfristig und ohne Schmerzen, ist ein typisches Ziel des neuen Kurprogramms ,Gesundheitsvorsorge Aktiv‘“, erklärt Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher Leiter des Lebens.Resort Ottenschlag, der sich seit dem ersten Pilotprojekt für diese viel aktivere Kurform, kurz GVA, einsetzt.


Länger gesund bleiben

Püspök beschäftigt sich seit Jahrzehnten als Vorsorge-Mediziner mit dem Thema Gesundbleiben und Lebensstiländerung. Er hat tausende Menschen begleitet und weiß, was wirkt – und was nicht. Und er ist der verantwortlichen Pensionsversicherungsanstalt sehr dankbar für die GVA: „Sie ist einfach viel wirksamer, weil wir dabei Menschen begleiten können, ihre Gesundheit aktiv und nachhaltig in die Hand zu nehmen.“ Und zwar mit einem reichhaltigen Programm an aktiven Therapie- und Bewegungs- einheiten. Diagnose, Behandlung und Prävention für Rückenprobleme ist einer der Schwerpunkte im Lebens.Resort Ottenschlag. Und Probleme mit dem Bewegungs- und Stützapparat sind eine klare Indi- kation für eine GVA. „Wichtig ist, dass Betroffene möglichst im Frühstadium der Erkrankung eine GVA nutzen. Denn dann kann sie wirklich präventiv wirken.“


Starker Rücken

Der häufigste Auslöser von Rückenschmerzen sind muskuläre Ver- spannungen, bedingt durch Fehlhaltung und falsche Belastung. Auch durch Stress ausgelöste Anspannungen, Bewegungsmangel oder degenerative Abnützungen der Bandscheiben können schuld an ständigen Schmerzen sein. Deshalb lernt man bei Rücken- schmerzen beispielsweise, welches Krafttraining das richtige ist, um die Rücken- und Bauchmuskulatur zu stärken. Wie Marion: Sie be- kommt ein Programm mit mehrmals Heilgymnastik pro Woche. Da- mit sich Erfolge einstellen, bekommt sie aber auch Massagen, um die schmerzenden Muskeln zu entspannen. Sie lernt, sich richtig zu dehnen, denn verkürzte Muskeln, etwa in den Beinen, können die Wirbelsäule ebenfalls negativ beeinflussen. Außerdem geht sie mit einer Gruppe regelmäßig walken, weil diese gleichmäßige Bewe- gung ebenfalls gut für den Rücken ist. Am Nordic Walken sind, wenn man es richtig macht, über 80 Prozent aller Muskeln beteiligt.


Mentale Gesundheit

Ein weiterer Vorteil für Marion: Die GVA setzt auch bei der mentalen Gesundheit an. Man probiert verschiedene Entspannungstechniken aus und lernt, besser mit Stress umzugehen und ihn erst gar nicht so entstehen zu lassen, dass man darunter leidet. Gerade das richti- ge Entspannen ist ein wesentlicher Baustein für einen schmerzfrei- en, starken Rücken. Und schließlich lernt und übt Marion bei einer Einzelstunde mit einer Physiotherapeutin, wie sie Kinder richtig hebt, um ihrem Rücken nicht zu schaden.


Bessere Ernährung

Dass sie auch an ihrer Ernährung etwas ändern will, findet Marion in den drei Wochen mit täglich drei ausgewogenen Mahl- zeiten ebenfalls heraus. So will sie künftig mehr frisches Gemüse essen, indem sie sich Karottensticks und Nüsse oder Ähnliches in den Kindergarten mitnimmt. Denn wie gut ihr diese Nahrungsmittel tun, hat sie in den drei Wochen gespürt. Und noch etwas hat Marion in den drei Wochen herausgefunden: Sie mag Entspannungstraining. Das wollte sie schon lan- ge ausprobieren, es hat sich aber im Alltag nie ergeben. Jetzt sucht sie sich einen Kurs in der Nähe und freut sich darauf. Viele gute Impulse aus der GVA geben Marion die Zuversicht, auch weiterhin in ihrem geliebten Beruf arbeiten zu können – und das dank bewegungsreicherem Ausgleich noch viele Jahre ohne Schmerzen.


Riki Ritter-Börner

„Gesundheitsvorsorge Aktiv“


Die Pensionsversicherungsanstalt ersetzt die klassische „Kur“ nun durch „Gesundheitsvorsorge Aktiv“-Aufenthalte. Neben der Behandlung des Grundleidens im Bewegungs- und Stützapparat steht die Verbesserung der Lebensstilfaktoren Bewegung, mentale Gesundheit und Ernährung im Mittelpunkt. Das Programm besteht aus einem Basismodul, mehreren Auf- bau- und einem Ergänzungsmodul. Durch den modularen Aufbau kann auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten speziell ein- gegangen werden und eine bedarfsorientierte, therapeutische Schwer- punktsetzung erfolgen. Die neue „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ bietet deut- lich mehr Bewegungseinheiten – Aktivtherapien und angepasster Sport bil- den die Basis. Das Programm soll den Lebensstil und die Lebensqualität verbessern und somit mehr gesunde Lebensjahre bringen.

Ziele des dreiwöchigen GVA-Aufenthaltes:

-Verbesserung der Lebensstilfaktoren Bewegung, Ernährung und menta- le Gesundheit

-durch die Stärkung des Muskelapparates Erkrankungen vorbeugen und chronische Schmerzen reduzieren

-maßgeschneiderte Therapien, um auf die individuellen Schmerzzustän- de eingehen zu können

-Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit steigern

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 05/2018