VERSORGUNG

FOTOS:  Nadia meister, Katharina Gossow

Die 27 Klinik-Standorte in Niederösterreich bieten ein breites Spektrum an klinischen Dienstleistungen- .


Beeindruckende Zahlen: Jährlich gibt es in den NÖ Kliniken 168.000 operative Leistungen und 350.000 stationäre Aufenthalt- e.


Bestens versorgt

27 Klinik-Standorte, die Landarzt-Garantie und zahlreiche Gesundheitszentren sichern die Versorgung

Gesundheit ist das höchste Gut des Menschen, das es zu fördern und zu erhalten gilt. Um diesem

Leitsatz gerecht zu werden, bietet die NÖ Landeskliniken-Holding mit ihren 27 Klinik-Standorten ein breites Spektrum an klinischen Dienstleistungen. Sie garantiert die wohnortnahe Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau für alle Patientinnen und Patienten. Die Eckpunkte: 21.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in den NÖ Kliniken, davon rund 3.800 Ärztinnen und Ärzte und 10.700 Pflegekräfte. Mit 168.000 operativen Leistungen und 1,97 Millionen Belagstagen pro Jahr ist sie der größte Klinikbetreiber Ös- terreichs. Jährlich zählen die Kliniken rund 350.000 stationäre Aufenthalte. 99 Prozent der Bevölkerung erreichen die Akutversorgung in einem Klinikum innerhalb von 45 Minuten.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner hat erst jüngst bekräftigt, dass die 27 Klinik-Standorte erhalten bleiben. Das wird auch im neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit 2025 (RSG) festgeschrieben. Dieser wird die modernste und beste Gesundheitsversor- gung für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher absichern.


Best Point of Service

Noch gehen in Niederösterreich zu viele Menschen ins Spital, wenn sie gesundheitlich der Schuh drückt. Das ist teuer und keines- wegs sinnvoll, wie diverse Untersuchungen belegen. Um den Menschen die Entscheidung zu erleichtern, wo sie die beste Hilfe fin- den, gibt es die telefonische Gesundheitsberatung 1450.

Der „Best Point of Service“ ist in vielen Fällen die Hausärztin, der Hausarzt. Damit es im ganzen Land genug Hausärzte gibt, wird viel getan. Eine Maßnahme ist die „Initiative Landarzt Niederösterreich“: Findet sich für eine Ordination zu lang kein neuer Hausarzt, wird die Stelle von Ärztinnen und Ärzten aus den NÖ Kliniken tageweise besetzt. Für Allgemein-Mediziner, die langfristig eine solche Stel- le übernehmen, gibt es Einstiegsprämien von bis zu 50.000 Euro für die Modernisierung der Praxen.


Gesundheitszentren

Gesundheitszentren sollen künftig eine bessere, an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasste, wohnortnahe Versorgung durch Hausärztinnen und -ärzte garantieren. Darauf hat sich das Land Niederösterreich mit der NÖ Gebietskrankenkasse und der NÖ Ärz- tekammer geeinigt. In den kommenden Monaten werden die ersten sechs von insgesamt 14 neuen Gesundheitszentren in Betrieb gehen.  In einem Gesundheitszentrum arbeiten mindestens drei Allgemeinmediziner unter einem Dach oder dezentral eng vernetzt zusammen mit diplomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, mit Ordinationsassistenten und mindestens drei anderen Ge- sundheitsberufen wie beispielsweise Logopäden, Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten.

Seit dem Vormonat läuft in Böheimkirchen das erste niederösterreichische Gesundheitszentrum für Primärversorgung, entstanden aus der bisherigen Gruppenpraxis Dr. Christoph Powondra und Partner. In diesem stehen den Patientinnen und Patienten künftig von Montag bis Freitag (07:00 bis 13:00 und 14:00 bis 19:00 Uhr) fünf Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin mit sieben Ordinations- assistenzen und einem Krankenpfleger zur Verfügung. Ergänzt wird das Team durch Physiotherapeuten, Mitarbeitende mobiler Dienste sowie einen Psychotherapeuten und einen Sozialarbeiter. Neben der Krankenbehandlung hat das Gesundheitszentrum Bö- heimkirchen Angebote für die Gesundheitsförderung und Prävention (mehr dazu im nächsten GESUND&LEBEN).

Anfang 2019 werden zwei weitere Gesundheitszentren für Primärversorgung – eines in Schwechat und eines in St. Pölten – eröffnet.

Aber auch andere Formen von Gesundheitszentren entstehen, in Gmünd etwa ab dem Jahr 2020 das EU-weit erste grenzüber- schreitende Gesundheitszentrum. Das EU-Projekt „Healthacross for future“ geht derzeit in die Detailplanung. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.


Ärzteausbildung

Ein wichtiger Faktor für die Gesundheitsversorgung der Zukunft ist die Ausbildung der benötigten Ärztinnen und Ärzte. Dazu dient auch eine bewährte, aber bisher seltene Ausbildungsform – die Lehrpraxis. Seit Anfang September kommt ein weiterer Schritt der neuen Ausbildungsordnung zum Tragen. Ärzte in Ausbildung zum Allgemeinmediziner müssen im Anschluss an eine dreijährige Ausbildung im Krankenhaus ein sechsmonatiges Praktikum in einer allgemeinmedizinischen Ordination absolvieren. Heuer werden voraussichtlich 17 Lehrpraktikantinnen und Lehrpraktikanten die letzte Phase ihrer Ausbildung in einer Ordination in Niederösterreich beginnen. Dafür haben die Lehrpraxis-Inhaber ein eigenes Seminar absolviert, damit sie den Nachwuchs optimal ausbilden können. Die Kosten der Lehrpraxis teilen sich Bund, Sozialversicherung, Land und der jeweilige Arzt, bei dem die Lehrpraxis stattfindet. Der Lehrpraktikant erhält das gleiche Gehalt wie zuvor im Krankenhaus.


Qualität & Sicherheit

So laufen derzeit zahlreiche Projekte für die beste Versorgung in Niederösterreich. Auch in den Kliniken gehen die Bemühungen wei- ter. Ein wichtiger Aspekt ist, dass zwar überall die Notfall-Versorgung möglich ist, dass aber komplexere Behandlungen in Schwer- punkt-Zentren geleistet werden. So ist auch das nötige Fachwissen dort zu finden. Wie etwa die Endometriose-Behandlung im Lan- desklinikum Melk: Hier sammeln die Ärztinnen und Ärzte der Frauenheilkunde gezielt das nötige Wissen. Diese Art der Schwerpunkt- Bildung wird sich mit dem stark wachsenden Spezialwissen in allen Disziplinen noch verstärken – zum Wohle aller Patientinnen und Patienten.



Riki Ritter-Börner

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2018