GESUNDE SCHULE

Foto: Initiative »Tut gut!« / Linse2

Bei der Plaketten-Verleihung an die Neue Mittelschule Seitenstetten-Biberbach: (v.l.) Inge Eder, MA (Programmleitung »Gesunde Schule«), Mag. Johann Heuras (Bildungsdirektor Landesschulrat für NÖ), Birgit Haas, BEd (NNÖMS Seitenstet- ten-Biberbach), Prof. Nikolai Scharnreitner, BEd (NNÖMS Seitenstetten-Biberbach), Johann Spreitzer (Bürgermeister

Seitenstetten), Mag. Alexandra Pernsteiner-Kappl (Leiterin Initiative »Tut gut!«).

114 ausgezeichnete »Gesunde Schulen«

Lernen in einem gesunden Umfeld tut den Kindern gut, verbessert das Schulklima und bindet auch die Eltern ein. Das Programm »Gesunde Schule« hilft Schulen beim Verwirklichen.

Was vor elf Jahren mit zehn Pilotschulen begann, hat sich mittlerweile zu einem landesweiten Erfolgsmodell entwickelt: Insgesamt 129 Schulen nehmen derzeit am Programm »Gesunde Schule« der Initiative »Tut gut!« teil und nützen die zahlreichen Angebote für Unterstützung, Weiterbildung und Wissenstransfer.

Dafür arbeiten alle Beteiligten gemeinsam daran, dass die Schule ein gesunder und lebenswerter Ort ist. Eine gesunde Schule zeichnet sich durch ein gutes Zusammenspiel von Schulleitung, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, den nicht unterrichtenden Mitarbeitenden sowie Eltern aus, durch ein angenehmes Arbeitsklima und eine gut funktionierende Organisation.


Beispiele & Erfolgsgeschichten

Nach dem Start im Schuljahr 2007/2008 mit zehn Schulen sind Jahr für Jahr weitere motivierte »Gesunde Schulen« zum Programm gekommen, um sich in vielfältiger Art und Weise der Gesundheitsförderung an ihrem Schulstandort zu widmen. Das Programm ent- wickelte sich im Laufe der Zeit stetig weiter, die Ziele blieben jedoch stets die gleichen: die Gesundheit aller am Schulleben Beteilig- ten zu fördern, den Bildungs- und Erziehungsauftrag und den Lehr- und Lernerfolg zu unterstützen.

Im Schuljahr 2017/2018 wurden wieder Beispiele und Erfolgsgeschichten gesammelt, die andere Schulen anregen sollen, sich wei- terzuentwickeln – von kreativen Einzelaktionen bis hin zu langfristigen Projekten und strukturellen Veränderungen. Zwei Beispiele der Broschüre „Modelle guter Praxis“, die Jahr für Jahr veröffentlicht wird:


Projekt Wohlfühl-Inseln

Das Schulgebäude der NNÖMS St. Peter/Au ist relativ alt und es gibt keine Möglichkeit, einen größeren Raum oder eine Aula zu schaffen. Die Schwerpunktgruppe »Kunst in Bewegung« der vierten Klassen wollte einen Raum, in dem man sich wohlfühlen kann.

Sie entwickelte ein „Sesselprojekt“, das eine ganz besondere Dynamik bekam: Eltern, Wirte, Freunde und Verwandte schenkten der Schule alte Sesseln, die Kinder bemalten sie bunt und kreativ. Acht alte Tonnen wurden zu Stehtischen umgestaltet. Alle Schülerin- nen und Schüler wurden eingebunden, besonders wertvoll war, dass immer jemand anfing, an einem Sessel oder Tisch zu malen, und die nächste Gruppe arbeitete weiter. So entstanden tolle Objekte. Die einzelnen Ruhe- und Kommunikations-Inseln mit Sitzgele- genheiten in den Gängen der Schule werden sehr gerne zum Kommunizieren, Verweilen und Wohlfühlen genutzt. Die Lehrkräfte ver- wenden die Stehtische für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern, da sich im Stehen eine angenehme Atmosphäre bildet. Das Projekt brachte Farbe in das alte Schulgebäude.


Projekt Fragebogen

In der BHAK/BHAS Waidhofen/Ybbs wollte man genau wissen, wie die Schülerinnen und Schüler die Schule sehen, wie sie das Schulklima bewerten, den Unterricht, die Ausstattung und Infrastruktur, ihre Möglichkeiten, etwas zu gestalten, und wie sie die Lehr- kraft-Schüler-Beziehung erleben. Das gesamte Kollegium und auch die Schülervertreter konnten Fragen einsenden, die gesammelt und zu einem Fragebogen verwandelt wurden. Danach folgte eine Online-Befragung der vierten und fünften Klassen.

Die Ergebnisse wurden ausgewertet und eine Prioritätenliste erstellt, die in den einzelnen Gremien diskutiert und Arbeitsgruppen im- plementiert wurden. Ziel des Projektes: die Qualität des Unterrichts, das Schulklima, die Infrastruktur, die Ausstattung, den Bekannt- heitsgrad der Schule und die strategische Ausrichtung der HAK verbessern und weiterentwickeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

-intensivere Nutzung der Infrastruktur für individuelles Lernen und Persönlichkeitsentwicklung

-bessere Identifikation mit der eigenen Rolle an der Schule

-Entwicklung von Perspektiven

-Horizonterweiterung im Sinne einer lebenswerteren Gesellschaft

-Vermittlung von gesellschaftlichen Werten

-Steigerung des Selbstbewusstseins

-Verständnis für die Probleme anderer bzw. den anderen zuhören können, Hilfsbereitschaft zeigen und anbieten


Diese beiden Beispiele zeigen die Bandbreite an Projekten, die in den Schulen umgesetzt werden.



Informationen & Download der Broschüre „Modelle guter Praxis“: www.noetutgut.at

»Gesunde Schule«


Das Programm »Gesunde Schule« der Initiative »Tut gut!« wurde im Schuljahr 2007/08 ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Lern- und Arbeitsort Schule ge- sundheitsfördernd zu gestalten, um die Gesundheit aller Beteiligten zu fördern und das Erreichen des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule zu un- terstützen. Eine Steuerungsgruppe am Schulstandort bestehend aus »Gesun- de Schule«-Beauftragtem, Lehrkräften, Schülerinnen, Schülern, Schulleitung, Eltern etc. legt schulinterne Ziele fest und setzt dementsprechende Maßnah- men um.

Informationen: www.noetutgut.at


erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2018