BEWEGUNG

FotoS: Philipp Monihart, istockphoto/VM, www.fitw.at


Landesrat Martin Eichtinger (re.) schätzt Bewegung und Entspannung im Grün: „Wan- dern soll in erster Linie Spaß machen, dabei gewonnene Eindrücke sowie das bewuss- te Aufnehmen der Natur bringen unser körperliches und seelisches Wohlbefinden in Einklang. Besonders für Kinder kann das Wandern zur spannenden Entdeckungsreise durch Niederösterreichs Natur werden.“

Die Initiative »Tut gut!« unterstützt schon 62 Wanderweg-Gemeinden bei der Umset- zung von »tut gut«-Wanderwegen. Mit knapp 190 Routen bieten sich abwechslungsrei- che und familienfreundliche Ausflugsmöglichkeiten in Nieder-österreichs schönsten

Regionen.

Informationen & Wanderkarten: www.noetutgut.at

Bewegung hält uns vital und leistungsfähig, sorgt für ein intaktes Kreislaufsystem und ein gesundes Herz.


Aktiv sein

Walken, Radfahren, Laufen: Sport hilft, das Leben zu genießen und gesund zu bleiben. Bewegung ist Herzenssache.

Moderate Bewegung ist das Um und Auf für ein gesundes Leben. Doch es geht um mehr: „Gesundheit ist, die richtige Balance aus Körper, Geist und Seele zu finden. Leider stimmt das Gleichgewicht zwischen Sport und Gesundheit oft nicht mehr: Viele Menschen be- wegen sich entweder zu wenig, oder aber auch zu viel, bezie- hungsweise falsch“, kennt Michael Trattner vom Gesundheits- und Sport-Institut PROME aus Loosdorf die Probleme. Gerade nach ei- nem langen Arbeitstag vor dem Computer sollte man zumindest 30 bis 45 Minuten raus in die Natur gehen, um den Körper mit Sauer- stoff zu versorgen. Gegen eine flotte Runde ist nichts einzuwenden, ob gehend, mit Nordic Walking oder joggend. Dabei steht nicht die Intensität im Vordergrund. Leider trainieren manche ambitionierte Hobbysportlerinnen und -sportler zu intensiv und zu umfangreich – und vergessen dabei, auf ihren Körper zu hören. „Weniger ist mehr“ ist also nicht bloß eine Floskel, es macht Sinn auf die nötige Rege- neration zu setzen.

Viel öfter gibt es jedoch das andere Extrem – Menschen, die sich kaum bis gar nicht bewegen und ihre Freizeit am liebsten auf der Couch vor dem Fernseher verbringen. „Bewegungsmangel begünstigt Übergewicht, Zucker- krankheit, Haltungsschäden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies beginnt heute leider oft schon bei Kindern, die immer mehr Zeit vor dem Handy, Tablet oder Computer verbringen. Hier sind die Eltern gefragt, mit ihren Kin- dern etwas zu unternehmen, was allen Spaß macht“, appelliert Michael Trattner.


An die Zukunft denken

Entscheidend ist ein alters- und leistungsgerechtes Training. Im Kindesalter steht dabei der Spaßfaktor an erster Stelle: Kinder sollen erfahren, wie einfach und schön es ist, sich zu bewegen. Durch spielerisches Training finden sie Freude an der Bewegung. Erwachsene sollten beim Training an die Zukunft denken und nicht zu sehr leis- tungsorientiert an den Moment: „Training darf keine Schmerzen verursachen, weder beim noch nach dem Trai- ning“, weiß Trainer Rudolf Gotsmi aus Marbach/Donau.

Besonders im höheren Alter ist es wichtig, seinen Körper zwar zu fordern, aber keinesfalls zu überfordern. „Aktiv sein kennt kein Alterslimit und keine Grenzen. Es erhöht die Chance auf mehr gesunde Lebensjahre und verbes- sert die Lebenssituation. Je mehr man in Bewegung bleibt, umso mehr Freude hat man bis ins hohe Alter“, sagt Rudolf Gotsmi. Muskelkraft und Gleichgewicht sind für den Bewegungsapparat besonders wichtig. Wenn sie ent- sprechend trainiert und dadurch ausgeprägt sind, schützt das vor Stürzen und hilft älteren Personen, sich weni- ger zu verletzen, falls es doch einmal passiert. Ist das Gleichgewicht nicht trainiert, fällt man hingegen eher um wie ein Stück Holz.


Aller Anfang ist schwer

Die größte Herausforderung ist meist sich aufzuraffen und mit Sport zu beginnen. Ein Kampf mit dem „inneren Schweinehund“, der seine Komfortzone nicht verlassen will. Hat man schon körperliche Beschwerden, Überge- wicht, länger keinen Sport gemacht oder ist im höheren Alter, sollte man sich vor dem Beginn des Trainings unbe- dingt sportmedizinisch durchchecken lassen. Der Hausarzt, Sportarzt oder Internist weiß, worauf besonders zu achten ist. Die Ärztin oder der Arzt gibt aber nicht nur Tipps zum Training, sondern hilft auch die richtige Sportart auszuwählen. Diese soll vor allem Spaß machen. Es hat keinen Sinn sich mit Joggen zu quälen, wenn es für einen langweilig ist oder man dabei Schmerzen empfindet.

Zum Einstieg eignet sich beispielsweise die schonendere Varian- te Nordic Walking sehr gut. Gerade Übergewicht belastet die Gelenke, wodurch es bei Lauf- und Sprungsportarten rasch zu Problemen kommen kann. Gelenksschonende Trainingsformen sind beispielsweise Schwimmen oder Radfahren.


Ziele setzen

Besonders wichtig ist es, das Training langsam und kontinuierlich zu steigern, keinesfalls sprunghaft. Langsam mit kurzen Einheiten star- ten, anfangs kommt ein zusätzlicher Trainingstag hinzu, anschließend erhöht man die Trainingsdauer und erst dann steigert man die Inten- sität.

Wichtig ist, sich Ziele zu setzen – ganz egal ob man seine Fitness verbessern oder abnehmen will. Ziele müssen immer realistisch sein – sie dürfen einen ruhig fordern, aber keinesfalls überfordern. Auch ein Zeitpunkt, bis wann das Ziel erreicht werden soll, ist wichtig, um es nicht aus den Augen zu verlieren. Die Dokumentation des Trai-

nings kann auf dem Weg dorthin ebenso hilfreich sein wie das Setzen von Zwischenzielen. Und wenn man diese erreicht, kann man sich gerne auch einmal selbst belohnen. Ein gutes Abendessen, eine neue Sportausrüs- tung oder ein Kurzurlaub sorgen für eine Extraportion an Motivation.


Auf seinen Körper hören

Auch bei einem Training nach Plan sollte man auf seinen Körper hören. Wenn man sich nicht wohlfühlt, sollte man das geplante Training nicht um jeden Preis durchziehen. Dann ist es besser, das Training auch mal ausfal- len zu lassen oder durch eine weniger anstrengende Einheit in ganz mode- ratem Tempo zu ersetzen. Bei einer leichten Erkältung ist dem Training bei- spielswiese ein gemütlicher Spaziergang vorzuziehen oder man macht ein paar leichte Mobilisationsübungen. Eine Verabredung mit Freunden zum gemeinsamen Sport sorgt für Abwechslung und zusätzliche Motivation. Der Beitritt zu einem Sportverein kann helfen, den „inneren Schweinehund“ zu besiegen, denn in der Gruppe trainiert es sich oft um einiges leichter.

Viele Eltern haben neben Job und Alltag kaum noch Zeit für die Familie. Gemeinsamer Sport mit den Kindern sorgt nicht nur für einen Gesundheits- bonus, sondern fördert auch den Kontakt miteinander. Dabei lernt man die Wünsche und Bedürfnisse seiner Sprösslinge besser kennen. Aber auch die Kinder profitieren davon. Sie können mehr Zeit mit den Eltern verbrin- gen, was sich positiv auf andere Lebensbereiche auswirken kann. Welche Sportart man gemeinsam macht, ist eher nebensächlich. Das Wichtigste ist eine spielerische Herangehensweise und jede Menge Spaß. Egal ob bei gemeinsamen Radtouren, Inlineskaten, Fußballspielen oder beim Fangen- spielen.

Das Wichtigste ist sowohl Freude am Leben als auch an der Bewegung zu haben. Dabei soll man es genießen in der Natur zu sein und diese auch ganz bewusst wahrnehmen. Michael Trattner empfiehlt: „Machen Sie zwei bis drei Mal wöchentlich ein individuelles Ausdauertraining, ganz egal ob Walken, Radfahren oder Laufen. Zusätzlich sollte man eine Einheit mit Übungen zur muskulären Stabilität einbauen.“ Die Verantwortung liegt im Endeffekt aber bei jeder und jedem selbst, um für ein positives Lebensge- fühl und somit für seine Gesundheit zu sorgen.


Werner Schrittwieser

Michael Trattner,

Gesundheits- und

Sport-Institut PROME

aus Loosdorf

Rudolf Gotsmi,

Trainer aus

Marbach/Donau

Fit mit Würfel


Eine Erfindung aus Niederösterreich: Um die Balance in jedem Lebensalter zu trainieren, hat Rudolf Gotsmi einen eigenen Fitnesswürfel „FitW“ entwickelt. Das Geheimnis des aufblasbaren Trainingsgerätes steckt in seiner Form: Durch die Stabilität des Würfels ist ein gezieltes Training auch für Einsteigerinnen und Einsteiger möglich, gleich- zeitig bietet er die nötige Flexibilität für Fortgeschrittene. Der „FitW“ stärkt die Tiefenmuskulatur und kann dadurch Verletzungen vorbeugen. Durch diese besondere Eigen- schaft wird er auch im Bereich der Therapie eingesetzt und hilft Personen im höheren Alter, sich vital zu halten. Er stabilisiert den gesamten Bewegungsapparat, verbessert die Balance und erhöht die Konzentration, Aufmerksam- keit und Aufnahmefähigkeit. Für Kinder ist der bunte Wür- fel gleichzeitig ein Lerngerät, um in die Welt der Zahlen einzusteigen. Wer schon als Kind viel mit Trainings-impul- sen wie dem „FitW“ in Berührung kommt, wird auch im Al- ter fit bleiben – körperlich und geistig.

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 06/2018