GESUND LEBEN & WOHL FÜHLEN -  BAUEN & WOHNEN

Gute Energie

Wer energiesparend baut, schont nicht nur den eigenen

Geldbeutel, sondern auch Klima und Umwelt. Immer mehr

Menschen entscheiden sich mit gutem Grund dafür.

Energie sparen ist in vielerlei Hinsicht angesagt – erst recht beim Hausbau. Und wenn die Investitionskosten auch anfangs etwas höher sein mögen, so rechnen sie sich auf Dauer mit Sicherheit. Denn energiespa- rendes Bauen bedeutet letztlich hohen Wohnkomfort bei geringen Heizkosten, selbst bei hohen Energie- preisen. Niedrigenergiehäuser sind heute vielfach be- reits Standard, und Gebäude in Passivhaus-Qualität erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – die Zukunft gehört ihnen.


Behagliches Niedrigenergiehaus

Das Niedrigenergiehaus braucht viel weniger Heizwärme als ein Gebäude, das nur dem ther- mischen Mindeststandard der Bauordnung entspricht. Es hat aber bestimmte Erfordernisse. Das Grundstück sollte die Ausrichtung des Gebäudes nach Süden möglich machen und nicht verschattet liegen. Nebenräume mit minimalen Fensterflächen sollten nach Norden, Aufent- haltsräume mit großzügigen Fensterflächen nach Süden ausgerichtet sein, denn so kann man die passive Sonnenenergie optimal nutzen. Eine kompakte Bauweise ermöglicht geringe Heiz- kosten.

Eine wichtige Größe für den Energieverbrauch ist zudem die Stärke und Qualität der Wärme- dämmung. Die wärmedämmende Außenhülle sollte möglichst homogen, ohne Unterbrechun- gen und Auslässe ausgeführt werden. Niedrigenergiehäuser sind nämlich sehr behaglich, da gut gedämmte Bauteile im Winter höhere Oberflächentemperaturen im Innenraum und ein aus- geglichenes Temperaturniveau bewirken.


Intelligentes Passivhaus

Unter einem Passivhaus versteht man ein Gebäude, dessen Wärmebedarf zum überwiegenden Teil aus „passiven“ Quellen wie Son- neneinstrahlung oder Abwärme von Personen oder Geräten gedeckt wird. Die sehr gute Wärmedämmung solcher Häuser in Verbin- dung mit einer Lüftungsanlage und der Nutzung von Sonnenenergie und internen Wärmequellen macht das behagliche Innenklima aus und gewährleistet einen Heizwärmebedarf, der 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr nicht übersteigt. Passivhäuser be- nötigen also etwa 80 bis 90 Prozent weniger Heizenergie als sonstige Neubauten nach den derzeitigen österreichischen Baunormen – eine klassische Heizung ist auch im Winter nicht erforderlich. Der Restwärmebedarf wird zumeist über eine Luft-Wärme- pumpe gedeckt. Der optimale Wärmeschutz gelingt durch Dämmstärken von durchschnittlich 30 Zentimetern bei Wänden, 35 bis 40 Zentimetern beim Dach und rund 25 Zentimetern beim Fußboden.


Angenehmes Raumklima

Das Raumklima in Passivhäusern ist äußerst angenehm, da die Wände ähnlich wie ein Kachelofen Wärme abstrahlen, und im Som- mer bleiben die Innenräume bei geschlossenen Fenstern und Außenjalousien auch bei großer Hitze angenehm kühl. Die Frischluft- versorgung erfolgt durch die kontrollierte Wohnraumlüftung.

Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme, die zum Heizen und für das Warmwasser genutzt werden kann. Da Wärmepum- pen größtenteils regenerative Energiequellen nutzen, gelten sie als besonders umweltfreundlich. Die Warmwasserbereitung wird durch eine Solaranlage übernommen. Für den Betrieb von Solaranlagen und Wärmepumpen benötigt man nur elektrische Energie, damit ist man von Öl, Gas und anderen Brennstoffen völlig unabhängig. In der Theorie sollte der Bau eines Passivhauses ohne Mehr- kosten im Vergleich zum Niedrigenergiehaus möglich sein. Bedenken muss man zwar auch den erhöhten Aufwand des Architekten bei der Planung und Bauüberwachung, doch viele Experten meinen, dass das Passivhaus auch bei moderat steigenden Energieprei- sen auf Dauer gesehen eine sehr günstige Alternative ist.


GABRIELE VASAK

FOTO: ISTOCKPHOTO/ QUERBEET

Eine kompakte Bauweise

ermöglicht

geringe

Heizkosten.

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 05/2017