PATIENTENBEFRAGUNG

Foto: herbst

„Die Befragung hat schon viel bewegt“

Ein wirklich gutes Zeugnis stellt die Patientenbefragung 2017 den NÖ Kliniken aus: Sie dürfen sich über insgesamt 92 von 100 möglichen Punkten freuen.

Eine der ersten Neuerungen, die die NÖ Landeskliniken-Holding nach ihrer Gründung 2005 in den NÖ Kliniken etabliert hat, ist die regelmäßige und systematische Befragung der Patientinnen und Patienten. Ein schönes und konstantes Ergebnis ist dabei die hohe Zufriedenheit mit den Leistungen der Pflegekräfte und Ärzte, und das auch heuer wieder: 95,7 von 100 Punk- ten bekamen die Pflegeteams, beurteilt wurden sie in Sachen Freundlichkeit, Eingehen auf die Bedürfnisse der Patienten und das Zeitnehmen für sie, das Wahren der Intimsphäre und das Einbinden der Patienten in die Behandlung. Ähnlich gut sieht es bei der Bewertung der Ärztinnen und Ärzte aus: Im Schnitt können diese in den NÖ Klinik-Standorten 94 von 100 Punkten für sich verbuchen.


Verbesserungen spürbar

Gab es in den ersten Befragungen noch Aufholbedarf bei den Prozessen im Klinikum, beim Service und bei der Information, liegen die NÖ Kliniken nun auch in diesen Bereichen im Schnitt deutlich besser als zu Beginn. So erkundet der Fragebogen zum Thema  „Prozesse“ die Zufriedenheit mit den Abläufen bei Aufnahme und Entlassung, mit der Terminabstimmung und den Wartezeiten sowie mit der Orientierung in den Kliniken. Dafür vergaben die Patienten heuer im Schnitt 90,6 Punkte.

Beim Thema „Service“ konnten die Patienten die Zimmerausstattung bewerten, die Sauberkeit sowie das Essen. Auch hier

liegt der Gesamtwert über 90 Punkten. Das war nicht immer so. Durch zahl- reiche Baumaßnahmen und die Einführung der Vitalküche+ in den Kliniken hat sich in diesen Bereichen viel verbessert.

Ebenso ist es beim Thema „Information“: Gefragt wurde nach den Informa- tionen in den Bereichen Tagesablauf, Visite, nach der Aufklärung vor den Eingriffen, den Informationen für nach der Entlassung und den Gesprächen mit den Ärzten. Und auch dafür erhielten alle Kliniken im Schnitt 90,75 Punk- te – ein guter Wert.


Ergebnis harter Arbeit

Der designierte medizinische Geschäftsführer

der NÖ Landeskliniken-Holding, Dr. Markus

Klamminger, freut sich über die guten Ergebnisse: „Wir haben in den letzten Jahren an vielen Punkten angesetzt und wirklich hart gearbeitet, um die Qualität für die Patienten zu heben – und das ist uns gelungen. Die Befra- gung hat im Laufe der Jahre  schon viel bewegt. Denn wir nutzen die Ergeb- nisse sehr bewusst.“ Und zwar bekommen alle Abteilungen und Stationen die Ergebnisse im Detail unterbreitet und die Holding-Zentrale bespricht mit den Kliniken, welche Maßnahmen gesetzt werden.

Für LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf zeigt die Patientenbefragung, wie gut die medizinische Nahversorgung in allen Regionen des Landes funktio- niert: „Gerade die guten Werte für die kleineren Häuser belegen, dass sich die Menschen dort gut betreut und gut behandelt fühlen – wieder ein Argu- ment, warum wir die medizinische Grundversorgung dezentral belassen. Denn die Menschen wollen bei den Standard-Eingriffen möglichst wohnort- nah behandelt werden.“


Riki Ritter-Börner

Schmerzbehandlung: Hohe Zufriedenheit


Schmerzen nach einer Operation? Davor fürchten sich viele Patientinnen und Patienten. Erstmals wurden sie nun im Rahmen der Patientenbefragung an allen chirurgischen Abtei- lungen der NÖ Kliniken nach postoperativen Schmerzen befragt. Hieß es früher, dass Schmerzen dazugehören, weiß man heute, dass eine gute Schmerztherapie nach einer Operation das Behandlungsergebnis deutlich verbessert.

Warum ist es so wichtig, gut vor dem Schmerz nach der OP zu schützen? Oberärztin Dr. Gabriele Graggober, Leiterin der Schmerzambulanz im Universitätsklinikum St. Pölten, er- klärt: „Weil Schmerz Stress bedeutet, der negative Auswirkungen unter anderem auf das Immunsystem haben kann, auf die Wundheilung, das Herz-Kreislauf-System und die At- mung. Durch Schmerzen kommt es zu Schonhaltungen, die nicht gut sind.“

Der zur Patientenbefragung verwendete Schmerzfragebogen orientiert sich an den QUIPS-Fragen. QUIPS (Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie) ist ein interdisziplinäres Benchmark-Projekt zur Verbesserung der Akutschmerztherapie in Krankenhäusern im europäischen Raum. Den Fragebogen füllten 3.152 Patientinnen und Patienten am ersten Tag nach einer OP aus. Über 94 Prozent waren mit der postoperati- ven Schmerztherapie zufrieden. „Das ist ein erfreuliches Ergebnis. Trotzdem arbeiten wir gemeinsam daran, diesen Wert zu verbessern“, betont Prim. Assoc. Prof. Dr. Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin in St. Pölten.

Ein Drittel dieser Menschen litt bereits vorher an chronischen Schmerzen. Gerade diese Patienten haben im Rahmen der Befragung auf der international genützten Schmerzskala von Null bis Zehn angegeben, sie hätten nach der Operation starke Schmerzen zwischen 7 und 10 gehabt. Trotzdem verlangten sie keine weitere Schmerztherapie, während Pati- enten ohne chronische Schmerzen bereits viel früher Medikamente wollten. „Das zeigt, dass chronische Schmerzpatienten einen anderen Umgang mit Schmerzen haben und da- her eine besondere Aufmerksamkeit angezeigt ist. Dies ist sehr personal- und zeitinten- siv“, stellt Graggober fest. Ein Schmerzkonzept, das Ärzte und Pflege gemeinsam nach ei- ner OP umsetzen, ist sehr wichtig. Denn bei unzureichender Schmerztherapie besteht die Gefahr, einen chronischen Schmerz zu entwickeln. Diesen zu behandeln ist langwierig und schwierig und er beeinträchtigt die Betroffenen sehr. Eine gute Schmerztherapie nach der Operation fördert die Genesung.

LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf (r.) präsentierte ge- meinsam mit Dr. Markus Klamminger (designierter medizini- scher Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding) das Ergebnis der Patientenbefragung 2017 und freut sich über das hervorragende Resultat: „Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Kliniken!“

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2017