Stehen gemeinsam für die Kooperation: (v.l.) Brigitte Ribisch (Bürgermeisterin Laa/Thaya), Ivana Stráská (Kreishauptmann-Stv. Südböhmen), LH-Stel- lvertreterin Johanna Mikl-Leitner, Igor Chlup (Kreisrat für Gesundheit Südmähren)

GESUND WERDEN & BLEIBEN - ENDMETRIOSE

FOTO: NÖGUS

Hilfe bei Endometriose

Im Landesklinikum Melk entsteht in Kooperation mit den Spezialisten vom Krankenhaus Znaim ein Zentrum zur Behandlung von Frauen mit Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut.

Unerklärliche Schmerzen Monat für Monat – Frauen, die darunter leiden, brauchen meist sehr lange, bis sie eine Diagnose und eine entsprechende Behandlung bekommen. Das Phänomen heißt Endometriose, eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedelt. Betroffen sind häufig der untere Bauch- und Be- ckenraum, die Eierstöcke, Eileiter und die tieferen Wandschichten der Gebär- mutter. Prinzipiell kann das Endometrium an jeder Stelle im Körper wachsen.

Woher kommen die Schmerzen? Einzelne Endometriose-Herde wachsen während des Monatszyklus parallel zur Gebärmutterschleimhaut. Das er- zeugt krampfartige Schmerzen sowie andauernde Bauch- und Rücken- schmerzen während des Menstruationszyklus. Diese Endometriose-Herde können winzigklein sein, aber auch zu großen Zysten werden – denn sie blu- ten bei jeder Menstruation ebenfalls, das Blut kann aber oft nicht abfließen. Diese Zysten entstehen besonders häufig an den Eierstöcken. Sie können die Eileiter verkleben. Die Erkrankung gilt als eine der wichtigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit. Unbehandelt kann sie bis zum Beginn der Wechseljahre zu großen Beschwerden führen.


Zentrum in Niederösterreich

Um betroffenen Frauen zu helfen, entsteht im EU-Projekt „Gemeinsam Gren- zenlos Gesund“ das erste EU-zertifizierte Endometriose-Zentrum der Stufe 1 in Niederösterreich im Landesklinikum Melk. Basis dafür ist der Wissensaus- tausch zwischen Melk und dem Krankenhaus Znaim, das bereits ein solches Zentrum der Stufe 2 ist. Die Vorsitzende des NÖ Gesundheits- und Sozial- fonds (NÖGUS), Landeshauptmann- Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner freut sich über diese Kooperation: „Mit dem Endometriose-Zentrum im Lan- desklinikum Melk setzen wir bewusst einen Schwerpunkt auf Frauengesund- heit. In Zukunft werden betroffene Frauen dort eine schnellere Diagnose und Therapie erhalten.“

Das Landesklinikum Melk veranstaltete als einen der ersten Schritte auf dem Weg zum Endometriose-Zentrum einen Informationsabend für niederge- lassene Ärztinnen und Ärzte. Zahlreiche Haus- und Fachärztinnen und -ärzte aus der Region nahmen teil. Prim. Dr. Leopold Wanderer, Leiter der Frauen- heilkunde und Geburtshilfe im Landesklinikum Melk, betont die Bedeutung des Endometriose-Schwerpunkts: „Wir wissen, dass in Österreich rund 300.000 Frauen betroffen sind.“

Die Erkrankung verursache neben dem persönlichen Leiden der Frauen volkswirtschaftliche Schäden von mehr als 300 Millionen Euro. Durchschnitt- lich dauere es sechs Jahre, bis eine Frau eine korrekte Diagnose und Be- handlung bekomme. „Der lange Leidensweg der Patientinnen wird durch die- ses Projekt verkürzt und den Betroffenen in kurzer Zeit die bestmögliche Ver- sorgung geboten werden“, sagt er.


GESUNDHEITSKOOPERATION

MIT TSCHECHIEN


Im EU-Projekt „Gemeinsam Grenzenlos Ge- sund“ kooperieren Niederösterreich und die tschechischen Regionen Südböhmen und Südmähren. In der Grenzregion wurden in den letzten acht Jahren bereits wegweisen- de EU-Projekte umgesetzt, etwa die Versor- gung tschechischer Patienten im Landeskli- nikum Gmünd. Ziel von „Gemeinsam Gren- zenlos Gesund“ ist es, bis 2019 die grenz- überschreitende Kooperation mit drei Schwerpunkten zu vertiefen:

 Aufbau eines Endometriose-Zentrums im Landesklinikum Melk

 Strahlentherapie im Krankenhaus Znaim

 grenzüberschreitende Rettungskooperati on mit Südböhmen und Südmähren

Landesklinikium Melk


Krankenhausstraße 11, 3390 Melk

Tel.: 02752/9004-0

www.melk.lknoe.at

Patientinnen können sich an die gynäkolo- gische Ambulanz im Landesklinikum Melk wenden: Tel.: 02752/9004-11120

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2016