CROSSFIT

Foto: Philipp Monihart

Auspowern bis zur  Schmerzgrenze

Die Trainingsmethode CrossFit zieht immer mehr Sportbegeisterte in ihren Bann. Diese gehen während des ganzheitlichen Workouts voll an ihre Leistungsgrenzen.

Push-ups, Squats, Rope-Climb: Was steckt hinter CrossFit? Für wen eignet sich diese Trainingsmethode? Wie kann man die Technik lernen?

Vorbereitung auf ein hartes Workout: Das Aufwärmprogramm darf bei keiner CrossFit-Einheit fehlen. Trainer Josef Baumann überwacht die korrekte Ausführung.







CrossFit ist ein äußerst vielseitiges und effektives Training, da es nahezu alle Muskelgruppen beansprucht. Es gibt eine Viel- zahl an unterschied-lichen Übungen, die bei jeder Einheit variieren.

Liegestütze, Kniebeugen oder Seilklettern – dies ist nur ein kleiner Auszug an Übungen, die Schülerinnen und Schüler in der Turn- stunde meist hassen. Mit neuen und viel cooleren Namen erleben diese aber wieder einen Aufschwung, denn beim CrossFit stehen „Push-ups“, „Squats“ oder „Rope-Climb“ auf dem Programm. CrossFit ist eine Trainingsmethode aus den Vereinigten Staaten, die sich auch in Österreich steigender Beliebtheit erfreut. Die Eröffnung neuer Studios in Niederösterreich bestätigt diesen Trend.


Angeleitete Gruppentrainings

Einer dieser neuen Standorte ist das „CrossFit 3100“ am ehemaligen Kasernen-Areal in St. Pölten, das Anfang dieses Jahres seine Pforten öffnete. Besitzer und Trainer Josef Baumann hat vor vier Jahren das funktionelle Training für sich entdeckt und ist seither be- geistert: „Es ist ein so vielseitiges Training, bei dem man unglaublich viel variieren kann. Das Training wird immer in der Gruppe ge- macht, dadurch gehen die Teilnehmenden viel besser an ihre Grenzen!“

Bei CrossFit handelt es sich um angeleitete Gruppentrainings, wobei die Coaches die Teilnehmenden stets überwachen und gegebe- nenfalls auch korrigieren. Die Einheiten sind daher auf zehn bis maximal zwölf Personen begrenzt.


Muskelkater

CrossFit vereint Elemente aus Gewichtheben, Turnen und Körpergewichtsübungen, um Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Schnellig- keit und Ausdauer gleichermaßen zu verbessern. So gehören klassische Übungen aus dem Gewichtheben ebenso wie Klimmzüge, Kniebeugen, Burpees (Liegestütz mit anschließendem Strecksprung) oder das Schwingen von Kugelhanteln (Kettlebell) zum Stan- dardrepertoire eines Crossfitters. Eine Einheit dauert in etwa 60 Minuten, beginnend mit einem klassischen Aufwärmprogramm wie Radfahren oder Rudern. Dadurch kommt das Herz-Kreislauf-System in Schwung, Muskeln und Gelenke werden besser durchblutet. Nach dem Mobilisieren der unterschiedlichen Körpergruppen startet der Hauptteil jeder Einheit – das „workout of the day“. Bei diesem hochintensiven Teil geht es je nach Aufgabenstellung um Schnelligkeit (AFAP) oder um eine möglichst große Anzahl an Wiederholun- gen (AMRAP). Durch die anspruchsvollen Übungen sowie die hohe Intensität ist ein Muskelkater oft vorprogrammiert.


Technik erlernen

Die richtige Technik sowie die saubere Ausführung der Übungen sind äußerst wichtig. Einsteiger müssen deshalb im „CrossFit 3100“ einen eigenen Kursblock besuchen, der neun Beginner-Einheiten beinhaltet und möglichst zeitnah absolviert wird. Der stufenweise Aufbau ist für Trainer Josef Baumann unumgänglich: „Dabei lernt man alle grundlegenden Übungen, wobei wir uns hier voll und ganz auf den richtigen Ablauf und die Technik konzentrieren. Die Sportler müssen die Bewegungsmuster verinnerlichen, sodass sie die Übungen dann später auch mit den entsprechenden Gewichten sauber ausführen.“


Überforderung vermeiden

CrossFit ist ein äußerst effektives Training, da es nahezu alle Muskelgruppen beansprucht. Durch die enormen Belastungen für den Körper sind viele Menschen anfangs massiv überfordert, wodurch die Verletzungsgefahr steigt. Um dies zu vermeiden, ist es notwen- dig, dass Sportler auch in Gruppen trainieren, die ihrem Leistungsstand entsprechen. „Das Wichtigste ist, die Übungen auf die Kun- den abzustimmen. Das Publikum ist breit gefächert und umfasst Personen im Alter zwischen 16 und 70 Jahren, wobei intensives CrossFit Menschen bis maximal 50 anspricht“, weiß Josef Baumann. Eine gewisse Grundfitness in Sachen Kraft und Ausdauer ist so- mit eine wichtige Grundvoraussetzung für das ganzheitliche Training.


Werner Schrittwieser

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 03/2018