WOHNEN

Was Häuslbauer

bedenken sollten

Wer ein Haus plant, muss viele Überlegungen anstellen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Dämmung.

Beim Hausbau sollte man sich einige Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Wo baue ich? Wie gut dämme ich? Wie viel Licht und Luft lasse ich in mein Haus? Die Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) hat einen Überblick zusammengestellt, um optimal vor- bereitet an das Projekt heranzugehen. Wer nicht oh- nehin schon ein Grundstück hat oder an einen be- stimmten Ort gebunden ist, sollte sich demnach die Lage gut überlegen. Ein Haus im Grünen ist dann ideal angelegt, wenn wichtige Versorgungseinrichtun- gen in der Nähe sind – und im Idealfall zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind.


Dämmung

Ein wichtiges Thema ist die Dämmung. Je besser ein Haus umhüllt ist, desto weniger Wärme geht verloren. Das hat auch mit unserem Empfinden von Behaglich- keit zu tun. Dazu müssen die Innenflächen warm blei- ben. Bei schlecht gedämmten Oberflächen spüren wir Kälte. Das muss dann mit mehr Heizenergie aus- geglichen werden. Im Sommer hat eine gute Däm- mung den umgekehrten Effekt. Sie hält – in Kombina- tion mit außen montierten Jalousien, Rollos oder Vor- dächern – die Hitze fern.

Die Dämmung ist auch ein wesentlicher Faktor bei der Berechnung der Energiekennzahl, die wiederum für etwaige Förderungen des Landes NÖ von Bedeu- tung ist. Die Energiekennzahl (EKZ) gibt an, wie viel Heizenergie ein Haus pro Jahr (a) und Quadratmeter (m²) beheizter Bruttogrundfläche benötigt. Je kleiner die Energiekennzahl, desto besser und energiespa- render ist das Haus. Die Energiekennzahl wird im En- ergieausweis ausgewiesen. Die NÖ Wohnbauförde- rung gilt aktuell etwa ab einer EKZ  ≤ 36 kWh/m²a. Ab

2021 soll die Förderung nur mehr für Häuser mit einer EKZ  ≤ 25 kWh/m²a vergeben werden.


Luft & Licht

Achten Sie bei der Planung auch auf Luft und Licht im Haus. Tageslicht steigert die Lebensqualität. Große Südver- glasungen fangen die Sonnenenergie ein und lassen einen die Jahreszeiten intensiver erleben. Es macht daher Sinn zu überlegen, wie man die einzelnen Räume im Haus anordnet und ausrichtet. Toilette und Abstellraum kön- nen beispielsweise problemlos Richtung Norden orientiert sein. Frische Luft steigert wiederum die Leistungsfähig- keit und hält gesund. Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um unverbrauchte Luft in den Wohnraum zu bringen und Schadstoffe hinauszubekommen. Zudem beugt es der Schimmelbildung vor. Eine automatische Wohnraumlüftung gilt aktuell als das Ideal. Die Räume im Haus werden so ständig mit Frischluft versorgt.


Heinz Bidner

Foto: istockphoto/ ronstik

Energiesparhäuser im Überblick


-Das Plus-Energiehaus ist eine Sonderform des Passivhauses und derzeit das Non-Plus-Ultra, was die Energieeffizienz betrifft. Dabei handelt es sich um ein Passivhaus, das übers Jahr gesehen mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Das klappt nur mit Nutzung der Sonnenkraft durch Solaranlagen, die Strom und Warmwasser erzeugen. Für Photovoltaikanlagen und thermische Solaranlagen gibt es übrigens zusätzliche Förderungen.

EKZ < 10 kWh/m2a


-Das Passivhaus ist ein Gebäude mit großen südseitigen Fensterflächen. Es be- nötigt fast keine Heizenergie. Erreicht wird das durch eine Komfortlüftung und eine Wärmepumpe in der Lüftungsanlage, die auch zum Beheizen genutzt wird.

EKZ  < 10 kWh/m2a


-Das Niedrigstenergiehaus ist nahezu ein Passivhaus. Es ist genauso konzipiert. Der Unterschied liegt im Detail: Es ist nicht ganz so gut gedämmt, hat schlechte- re Fenster, eine weniger kompakte Hülle, mehr Wärmebrücken und ist weniger luftdicht. Die Baukosten sind etwas geringer, dafür sind die Heizkosten höher.

EKZ  < 25 kWh/m2a


- Das Niedrigenergiehaus ist bei Gebäudehülle und Haustechnik schwächer aus- gelegt. Diese Häuser besitzen meist keine Wohnraumlüftung.

EKZ  < 50 kWh/m2a

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2017