Im Wohnzimmer der Tiere

GESUND WERDEN & WOHL FÜHLEN - SPORT IM WINTER

Respekt vor ihrem Lebensraum ist für Wildtiere überlebenswichtig.

Besonders bei tiefwinterlichen Temperaturen und hoher Schneelage leiden Wildtiere unter vielfältigen Störungen: Zu Joggern, Reitern, Mountainbikern und Wanderern kommen jetzt noch Schifahrer, Snowborder, Langläufer, Tief- schneefahrer, Eiskletterer und Tourengeher, die die Natur genießen möchten. Wer im Winter draußen Sport macht, sollte sich darüber bewusst sein, dass Störungen für Wildtiere nun besonders heikel sind, weil sie ihnen viel Energie kosten, erklärt Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär des NÖ Landesjagd- verbandes: „Wir bewegen uns sozusagen im Wohnzimmer der Wildtiere. Die, die keinen Winterschlaf machen wie Rehe, Steinböcke und Gämsen, senken den Kreislauf von etwa 60 auf unter zehn Herzschläge pro Minute ab. Müssen sie den Platz wechseln, weil Menschen in die Nähe kommen, müssen sie so- zusagen den Motor hochfahren, um zu flüchten – und das kostet enorm viel Energie.“ Energie, die sie schwer wieder gewinnen können, denn das Nah- rungsangebot ist geringer und es fehlt das Sonnenlicht. Werden sie mehr- mals gestört, brauchen sie ihre Reserven auf.


Deshalb ist es wichtig, Respekt vor dem Le- bensraum der Tiere zu haben:

- Bleiben Sie auf den markierten Pisten, Schiabfahrten, Loipen und Wegen.

- Weichen Sie Wildfütterungen großräumig aus.

- Führen Sie Hunde unbedingt an der Leine- .

- Erkundigen Sie sich bei Einheimischen nach Wegen, auf denen Sie die Wildtiere nicht stören oder nehmen Sie sich einen einheimischen Guide.


Dr. Peter Lebersorger, Generalsekretär des NÖ Landesjagdverbandes

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 12/2016

FOTO: ISTOCKPHOTO