RADFAHREN

FotoS:Foto: NÖ-Werbung raimo Rumpler, Waldviertel Tourismus/ishootpeople.at, Mostviertel/schwarz-koenig

Der Donauradweg zählt mit jährlich rund 400.000 Radfahrerinnen und Radfahrern zu den beliebtesten Radrouten Mitteleuropas und führt unter anderem durch die schöne Wachau – im Bild die malerische Kulisse von Dürnstein.

Pedalritter

In Niederösterreich lockt ein Radroutennetz von 4.200 Kilometern zu spannenden Entdeckungsreisen.

Der Frühling ist da. Höchste Zeit, das Fahrrad aus dem Keller zu holen. Auch wenn die Motivation groß ist, sofort den wärmeren Temperaturen und Sonnenstrahlen entgegen zu fahren – vor der ersten Ausfahrt sind eine gründliche Reinigung sowie ein Fahrrad- Check von Nöten. Entweder im Rahmen eines Fahrradservices bei einem Fachhändler oder von eigener Hand (siehe Anleitung für Pflege und Fahrrad-Check). Körper in Fahrt bringen Aber nicht nur der Drahtesel benötigt einen Feinschliff, auch der eigene Kör- per muss wieder in Schwung kommen, wenn im Winter das Bewegungsprogramm auf der Strecke geblieben ist. Bevor es also mit größeren Ausfahrten losgeht, dürfen es zum Start gerne kürzere und gemütliche Touren sein. So gewöhnt sich der Körper wieder langsam an die Belastung und wird nicht überfordert. Und Sie haben wirklich Spaß am Radeln. Die sportliche Betätigung hat viele positive Effekte auf die Gesundheit: Bereits kurze Fahrten, beispielsweise zur Arbeit, reduzieren das Risiko von Herz-Kreislauf-Er- krankungen. Radfahren verbessert zudem die Knochensubstanz, stabilisiert Gelenke und baut Muskeln auf und trainiert die Koordi- nationsfähigkeit. Es gibt also viele gute Gründe, tägliche Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Mit dem höheren Fitnesslevel stei- gen auch die Lust und Motivation für größere Abenteuer.


Donauradweg als Vorreiter

Sind die Voraussetzungen erfüllt, steht einer Entdeckungsreise quer durch Niederösterreich nichts mehr im Wege. Da die bekann- ten und großen Routen meist entlang von Flüssen oder ehemaligen Bahnlinien verlaufen, ist ein einfacher Streckenverlauf ohne nennenswerte Steigungen garantiert. Eine der beliebtesten Radrouten Mitteleuropas ist der Donauradweg mit jährlich rund 400.000 Radfahrern, eine von Streckenführung, Infrastruktur, Sehenswürdigkeiten und Raststationen vorbildliche Route. Mit dem in diesem Leuchtturm-Projekt gewonnenen Know-how wurden in den letzten Jahren in ganz Niederösterreich weitere attraktive Radrouten er- richtet.

Der Ybbstalradweg mit dem im letzten Jahr ausgebauten Herzstück zwischen Waidhofen/Ybbs und Lunz am See ist das neue Highlight im Mostviertel. Die besonders bei Familien beliebte Route entlang der einstigen Ybbstalbahn weist kaum Steigungen auf und ist frei von Autoverkehr. Dafür gibt es allerhand zu sehen, wie beispielsweise das „Ofenloch“, die imposante Schlucht mit male- rischen Rundbogenbrücken bei Opponitz.

Ebenfalls familienfreundlich präsentiert sich der Traisental-Radweg von der Donau bis nach Mariazell. Idyllische Plätze entlang der Traisen laden zum Rasten ein und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, auf die Bahn umzusteigen.


Auf Entdeckungsreise

Im Waldviertel geben die ehemaligen Bahntrassen der Thayatal-Bahn und der Göpfritz-Raabs-Bahn den Weg der 2017 eröffneten Thayarunde vor. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Burgen und Schlösser oder Relikte der Bahnstrecke zu entdecken. Mit der Renaissancestadt Slavonice und der alten Sommerfrische Písecné liegen auch zwei Orte jenseits der tschechischen Grenze am Weg. All jene, die Kunst und Kultur schätzen, haben am Piestingtal-Radweg zwischen Sollenau und Gutenstein ihre Freude. Auf der 35 Kilometer langen Strecke warten einige Pavillons, die Einblicke in die Zeit des Biedermeiers von 1815 bis 1848 bieten.


Expeditionen & Action

Um Kindern neben dem Radfahren auch ein entsprechendes Rahmenprogramm zu bieten, stehen 14 eigens angelegte „Ra- deln für Kids“- Routen zur Auswahl. Diese führen zu Bauernhö- fen, Spielplätzen, Strandbädern oder interessanten Expeditionen. So gilt es beispielsweise entlang der March-Thaya-Auen im Wein- viertel die artenreiche Tierwelt zu erkunden. Auf der elf Kilometer langen Strecke im faszinierenden Augebiet warten seltene Am- phibien und interessante Vogelbeobachtungsverstecke auf die kleinen Entdeckerinnen und Entdecker. Auf dem Türnitzer Bahn- radweg radeln Kinder durch drei verschiedene Tunnel und wer- den im Ziel mit jeder Menge Action belohnt. Der knapp über ein Kilometer lange Eibl-Jet ist die modernste Allwetter-Rodelbahn in Niederösterreich.


Mountainbiken

Mountainbikerinnen und Mountainbiker kommen in Niederöster- reich durch das äußerst weitläufige Streckennetz im Waldviertel sowie durch eigene Guides und individuell angepasste Routen in den Wiener Alpen ebenfalls auf ihre Kosten. Äußerst beliebt sind die Bikeparks am Semmering und Königsberg, die die perfekte Bühne für Downhiller und Trickliebhaber bieten.

Der im vergangenen Herbst neu eröffnete Mini-Bikepark am An- naberg ist konzipiert, um Fahrgefühl, Gleichgewicht und das Mountainbiken im Gelände zu trainieren. Das frei zugängliche Areal ist für Radfahrer jeden Könnens geeignet und führt durch verschiedene Streckenvarianten über Wellen und Steilkurven so- wie zahlreiche Hindernisse.


Werner Schrittwieser

Wunden richtig versorgen


Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) verletzen sich die Öster- reicherinnen und Österreicher am häufigsten beim Schifahren, Fußball- spielen und Radfahren. Kleinere Schürfwunden – etwa nach einem Sturz – sind meist unproblematisch, da keine größeren Gefäße verletzt sind; die Blutung stoppt bei gesunden Menschen meist von allein. Be- rühren sollte man offene Wunden nicht, da sonst Krankheitserreger ein- dringen können. Reinigen Sie die Wunde, um Fremdkörper zu entfer- nen und die Gefahr einer Infektion oder Reizung abzuwenden.

Wasser (am besten ist steriles Wasser, es reicht aber auch Leitungs- wasser) reicht dafür aus. Splitter, Gras oder kleine Steinchen können vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Stecken die Fremdkörper tiefer in der Haut, sollte man sie besser von einem Arzt entfernen las- sen. Nach dem Reinigen muss die Wunde desinfiziert werden. Denn Schmutz in einer Wunde kann Wundstarrkrampf auslösen. Empfeh- lenswert sind desinfizierende Cremen oder Gels. Jodtinkturen töten Vi- ren, Bakterien und Pilze ab. Auch alkoholhaltige Mittel wirken antisep- tisch, können bei offenen Wunden aber schmerzhaft brennen.

Kleinere Wunden mit einem Pflaster abdecken, das die Wunde vor er- neutem Aufreißen und Schmutz schützt. Größere Wunden sollte sich ein Arzt ansehen. Tiefe und klaffende Wunden sollten chirurgisch ge- näht werden.


Die drei Phasen der Wundheilung:

-Sofort nach der Verletzung setzen Botenstoffe den Regenerations- prozess in Gang.

-In der Reinigungsphase entfernen spezialisierte Zellen beschädigte Gewebereste.

-Darauf folgt eine Granulationsphase, bei der sich die Wunde mit neuem Gewebe füllt.

Rad-Termine


-St. Pöltner Radmarathon: 10. Juni 2018, www.stp- radmarathon.at

-NÖ-Etappe der Österreich-Rundfahrt am Sonntag- berg: 13. Juli 2018, www.oesterreich-rundfahrt.at

-Wachauer Radtage: 14.–15. Juli 2018, www.wach- auer-radtage.at

Radfahren in Niederösterreich: leichte Strecken für die ganze Familie, vielfältige Land- schaften und zahlreiche Gründe für genussvolle Pausen.

Radfahren in Niederösterreich: leichte Strecken für die ganze Familie, vielfältige Land- schaften und zahlreiche Gründe für genussvolle Pausen.

Radfahren in Niederösterreich: leichte Strecken für die ganze Familie, vielfältige Land- schaften und zahlreiche Gründe für genussvolle Pausen.

Pflege & Fahrrad-Check


-Kette und Zahnräder von Staub und Schmutz entfernen, am besten mit einem feuchten Tuch. Erst danach schmieren.

-Bewegliche Teile wie Gelenke, Federn und Lager ölen. Am besten Schmiermittel mit Korrosions-Schutz verwenden.

-Verschleiß der Bremsbeläge überprüfen und die Bremswirkung testen. Den Verschleiß erkennt man/frau an den eingearbeiteten Rillen. Sind keine Rillen mehr zu sehen, müssen die Bremsbeläge ausgetauscht werden.

-Wenn es beim Schalten rattert oder der Gang nicht einrastet, ist das Schaltseil nicht richtig gespannt. Am hinteren Schaltwerk befindet sich eine Einstellschrau- be. Stellen Sie das Rad auf den Kopf und drehen Sie an der Kurbel (den Pedalen). An der Einstellschraube so lange drehen, bis der Gang einrastet.

-In die Reifen ausreichend Luft einpumpen. Umso mehr Druck in den Reifen, desto leichter fährt sich das Fahrrad. Die Reifen auf Risse bzw. Mängel kontrollieren und stark abgeriebene Mäntel austauschen.

-Rad auf ausreichende Leuchtkörper und funktionierende Beleuchtung überprüfen. Pro Laufrad müssen zwei Lichtreflektoren („Katzenaugen“) angebracht sein.

-Alle Schrauben des Fahrrads, die zugänglich sind, auf ihre Festigkeit prüfen bzw. im Bedarfsfall festziehen.

Informationen: www.niederoesterreich.at/radfahren, www.radland.atb

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 04/2018