GESUND WERDEN & BLEIBEN  - HAUT

Kein

Wintermärchen

Frost, Eis und Heizungsluft trocknen die Haut aus.

Die richtige Pflege lässt sie trotzdem gut durch den Winter kommen.

Winterzeit ist’s, eisige Temperaturen und trockene Luft machen auch unse- rer Haut zu schaffen. Wind, Nässe und Kälte auf der einen Seite und Hei- zungsluft auf der anderen trocknen jetzt alle Hautstellen aus, die nicht durch Kleidung geschützt sind – vor allem Gesicht, Lippen und Hände. Ebenso Arme und Beine, in denen oh- nehin wenig Talgdrüsen sitzen. Lo- gisch, dass wir der Haut in dieser Si- tuation ausreichend Feuchtigkeit und Fett zuführen müssen, damit sie ge- schmeidig bleibt und nicht rissig oder spröde wird.

Das heißt allerdings nicht, möglichst dicke Cremeschichten aufzutragen, denn das raubt der Haut die Luft zum Atmen.



Was dem Gesicht gut tut

Trotzdem: Eine fettreiche, rückfettende Gesichtscreme ist jetzt täglich ange- sagt. Vor dem Auftragen sollte man die Haut mit milder Reinigungsmilch, alko- holfreiem Gesichtswasser oder pH- neutraler Seife reinigen. Hydrogele, Gesichtswasser mit Alkohol und Pee- lings sind hingegen im Winter ein No Go, denn sie trocknen die Haut aus, können sie zusätzlich strapazieren und Spannungsgefühle und Rötungen be- günstigen. Was dem Gesicht jetzt hin- gegen eine Wohltat ist, ist eine beruhi- gende oder Feuchtigkeit spendende Maske. (Achtung: Anschließend eine fetthaltige Tagescreme auftragen, wenn man vorhat, an die frische Luft

FOTO: FOTOLIA/NINA MALYNA

zu gehen! Kälte und Feuchtigkeit gleichzeitig tun der Haut nicht gut!). Apropos frische Luft: Bei Aufenthalten im Freien sollte man jetzt vor allem in Höhenlagen eine Creme mit Licht- schutzfaktor sowie UVA- und UVB-Filter auftragen – auch an bedeckten Tagen!


Spezielle Lippenpflege

Nicht nur die Gesichtshaut braucht jetzt besondere Pflege, auch die Lippen tun es. Im Win- ter werden sie schnell rau und rissig, weil sie keine Talgdrüsen besitzen, die vor dem Feuch- tigkeitsverlust schützen. Pflegestifte mit Bienen- oder Palmwachs sowie Jojobaöl eignen sich für die tägliche Pflege. Wer spazieren geht oder Wintersport treibt, sollte an einen Pfle- gestift mit UV-Filter denken. Was man übrigens tunlichst vermeiden sollte, ist die Lippen mit der Zunge zu benetzen, denn das trocknet sie schnell zusätzlich aus.


Hände & Füße pflegen

Spröde und rissig werden jetzt auch oft die Hände. Eine rückfettende Handcreme bringt den Haushalt der äußeren Hautschicht wieder ins Lot, und rote spröde Winterhände pflegt man am besten mit einer Packung mit Mandelöl. Den Füßen wiederum machen Kälte und Strümpfe zu schaffen, ihre Hornhaut wird schneller rissig. Ein Fußbad mit Kräutersalzen (soll auch entgiftend für den Körper sein) und ein anschließendes Glätten der Hornhaut mit einer speziellen Fußcreme kann hier Wunder wirken.


Baden wie Kleopatra

Unter dicker Winterkleidung bekommt die gesamte Haut weniger Sauerstoff als im Sommer und kein Sonnenlicht. Außerdem kann sie durch den dauernden Stoffkontakt leicht aufrauen und schuppen. Jetzt sind Duschöle, fetthaltige Lotionen und Körperöle zur täglichen Pflege angesagt. Für die Ganzkörperbehandlung sind Fangopackungen und Packungen mit vulka- nischem Heilschlamm besonders geeignet, denn sie fördern die Durchblutung und glätten die Hautoberfläche. Baden tut jetzt nicht nur der Seele gut: Rückfettende Zusätze oder Ba- deöle sorgen dafür, dass die Haut nicht weiter austrocknet. Was man noch tun kann, ist das Badewasser mit einem großen Glas Milch und einem Esslöffel Öl anzureichern. Wichtig nach Schaum- oder Salzwasser-Bädern: eine fett- und feuchtigkeitspendende Lotion auftra- gen.


Was man noch tun kann

Noch mehr für die gesunde Haut kann man tun, wenn man sich ausgewogen ernährt. Das heißt auch regelmäßig frisches Obst und Gemüse, denn das liefert den Zellen wichtige Vit- amine und Mineralien. Feuchtigkeit von innen bekommen die Zellen, wenn man ausreichend Wasser, Fruchtsäfte, Früchte- oder Kräutertee trinkt. Die Durchblutung der Haut kann man mit viel Bewegung an der frischen Luft stärken. Was die Innenräume betrifft, so sollten die Heizkörper mit Luftbefeuchtern ausgestattet sein oder Wasserschalen gegen die trockene Heizungsluft aufgestellt werden.

Alles klar? Dann steht nichts dagegen, dass Ihre Haut gut durch den Winter kommt.





GABRIELE VASAK

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2016