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Frischekick für trockene Haut

Sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen fördert ein harmonisches Erscheinungsbild und seelisches Wohlbefinden. Trockene Haut braucht besonders sorgfältige Pflege.


FOTO: Fotolia

Wirkt die Haut beim Blick in den Spiegel müde und trocken, hat der Winter Spuren hinterlassen: Die Wechsel zwischen kalter, feuchtigkeitsarmer Luft im Freien und Aufenthalten in überheizten Räumen setzen der Haut zu. Selbst die zu vermehrter Talgbildung neigende fette Haut kann während der Heizungsperiode zu Trockenheit neigen.
„Die häufigsten Ursachen für trockene Haut sind genetische Faktoren, falsche Pflegeprodukte, übermäßige Sonnenexposition und Hautalterung“, sagt die Gablitzer Dermatologin Dr. Brigitte Zierhofer. Durch den Rückgang der weiblichen Sexualhormone tendiert die Haut in den Wechseljahren verstärkt zu Trockenheit. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Haut wegen ihres sinkenden Hyaluronsäuregehalts ab. Die Haut wird trocken, Falten und Linien werden stärker sichtbar. Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die der Haut ihr frisches, vitales Aussehen verleiht und auch als Schmiermittel in den Gelenken und im Glas­körper des Auges zu finden ist. In der Anti-Aging-Pflege werden daher hyaluronsäurehältige
Produkte immer beliebter, mit denen die Haut wie aufgepolstert und jugendlich wirkt.

Ölbäder schützen

In den kalten Monaten rät Hautärztin Zierhofer zu Pflegeprodukten mit hohem Fettanteil: „Diese fettreichen oder lipidhaltigen Cremen und Lotionen können auch noch verwendet werden, wenn die Tage wieder wärmer werden. Danach sollte man auf feuchtigkeitsreichere Produkte umsteigen.“ Ein No-Go bei trockener Haut sind lange Bäder in heißem Wasser, weil der Haut zu viel Feuchtigkeit entzogen wird. Mehr als zehn Minuten sollte man im lauwarmen Wasser nicht entspannen.
Als Badezusätze empfiehlt die Hautärztin sogenannte spreitende Pflegebäder, die auf der Wasseroberfläche einen Ölfilm bilden und die Haut so vor dem Austrocknen schützen. Durch einen feinen Fettfilm wird die Haut optimal durchfeuchtet und bleibt geschmeidig. Spreitende Ölbäder eignen sich auch für die besonders empfindliche Haut von Menschen, die an der Hauterkrankung Neurodermitis leiden.

Kosmetik aus der Natur

Über die Auseinandersetzung mit ihren eigenen Hautproblemen ist Gabriela Nedoma vor zehn Jahren auf die „grüne Kosmetik“ gestoßen, die Nahrungsmittel als Kosmetika einsetzt. Dafür werden Früchte, Gemüse, Milchprodukte und frische Kräuter verwendet. „Man arbeitet mit ganzen Pflanzen aus der Natur, nicht mit industriell extrahierten Produkten“, sagt Nedoma. Letztes Jahr erschien ihr Buch „Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten“.
Darin stellt sie 130 Rezepte für Hautpflegeprodukte zum Selbermachen vor. Vielen in modernen Kosmetika eingesetzten Substanzen steht die Autorin kritisch gegenüber: „Wenn wir durchschnittlich zehn Produkte pro Tag – wie Cremes, Shampoo, Seife oder Zahnpasta – verwenden, haben wir mit rund 200 verschiedenen Substanzen Kontakt. Viele davon wie Aluminiumsalze, die in den meisten Deodorants am Markt enthalten sind, oder Parabene, die als Konservierungsstoff dienen, werden durch die Haut aufgenommen und bleiben als Sondermülldepot im Körper.“

Honig, Sauerrahm & Mohn

Auf der Suche nach sanften, nährenden Produkten, die frei von belastenden Chemikalien und Tierversuchen sind, studierte die gebürtige Rumänin jahrtausendealte Schönheitsrezepte. So wurde Honig schon von den alten Ägyptern eingesetzt. „Mit einer zu intensiven, scharfen Reinigung wird der Haut regelrecht Gewalt angetan. Honig ist stark entzündungshemmend und wurde in der Antike vielen Salben zugesetzt. Für trockene Haut wirken Honigprodukte belebend; bei regelmäßiger Anwendung kann sich sogar ein unreines Hautbild verbessern“, erklärt Nedoma. Mit den Zutaten Honig, Sauerrahm und Mohn stellt sie eine für trockene Haut geeignete Gesichts- und Körperreinigung her, die auch als Maske und Peeling verwendet werden kann. Denn gerade nach der langen Winterperiode helfen Peelings, abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und verleihen trockener Haut mehr Frische und Strahlkraft.

Rezepte

Skin Cleanser Poppy Honey
Verwendung: Make-up-Entferner, Gesichts- und Körperreinigung, Peeling, Maske
Zutaten: 1 TL Honig, 1 EL Sauerrahm, 1/2 TL Mohn
Zubereitung: Alle Zutaten miteinander mischen und sofort verwenden.
Auf das Gesicht auftragen und gründlich einmassieren. Danach lauwarm abspülen.
Haltbarkeit: 2 Tage bei Zimmertemperatur, 1 Woche im Kühlschrank
Flohsamen-Lotion
Verwendung: Feuchtigkeitspflege für Gesicht und Körper
Zutaten: 1/2 TL Flohsamen, 150 ml Wasser, 30 ml Öl
Zubereitung: Alle Zutaten in einen Topf geben und fünf Minuten zugedeckt köcheln lassen. Abseihen und in eine Flasche füllen. Vor Gebrauch gut schütteln.
Haltbarkeit: 1 Woche

Buchtipp

Gabriela Nedoma: Grüne Kosmetik. Bio-Pflege aus Küche und Garten.
ISBN: 978-3-990250945, 19,90 Euro