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Nur nicht aufregenTee oder Kaffee – was ist gesünder? Was tut gut? Kaffee macht dick, Tee lässt Pfunde purzeln – Gerücht oder Wahrheit? Immer neue Erkenntnisse, Untersuchungsergebnisse und gute Tipps wollen uns erklären, ob wir uns mit Kaffee – oder doch besser mit Tee? – gesünder durchs Leben bringen. Die milde AlternativeObwohl die Österreicher eingefleischte Kaffeetrinker sind, steigt seit einigen Jahren auch hier der Teekonsum – parallel zum Wellness- und Fitnessboom. Grüner, gelber, weißer Tee, Pu-Erh und Rooibos sind heute, neben schwarzem Tee, in vieler Munde. Weil er schmeckt und weil er gesund ist – und ein wenig wohl auch, weil Teetrinken heute Ausdruck einer Lebenshaltung ist. Tee, einst Domäne der Engländer und der Bio-Fans, gilt inzwischen als fast so trendy wie Caffè latte und Espresso. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts – als Holländer den Schwarztee erstmals nach Europa brachten – wurde er in Apotheken als Medizin grammweise verkauft. Heute beschäftigen sich viele Studien, besonders aus dem asiatischen Raum, mit der gesundheitsfördernden Wirkung des Tees. So hat man herausgefunden, dass sekundäre Pflanzenstoffe – die Polyphenole – als sogenannte „Radikalfänger“ bestimmte Sauerstoffreaktionen im Organismus verhindern können, die möglicherweise zur Bildung von Tumoren beitragen. Ebenfalls enthaltene Flavonole und Katechine werden im Zusammenhang mit der Herzinfarkt- und Schlaganfallvorbeugung untersucht. Als besonders starker Radikalfänger gilt Epigallocatechin, das im grünen Tee sogar in fünfmal höherer Dosis vorkommt als im Schwarztee. Gesundheit zum TrinkenTee ist auch deshalb gesund, weil er äußerst vitaminreich ist. Wussten Sie, dass sich der Vitamin-C-Gehalt des Grüntees mit dem von Zitronen, der Vitamin-A-Gehalt mit jenem von Karotten vergleichen lässt? Aber gelb wie Karotten macht Tee die Zähne nicht; dafür soll er helfen, durch natürlich gebundenes Fluorid und andere antibakteriell wirkende Stoffe der Kariesgefahr vorzubeugen. In einigen Punkten sollten Sie jedoch hellhörig sein: So ist die angeblich schlank machende Wirkung von Pu-Erh-Tee durch nichts belegt. Dass er Körperfett zum Schmelzen bringt, gehört ins Reich der Märchen. Aufregend oder anregend?„Kaffee regt auf, Tee regt an“, so lautet ein Sprichwort, in dem viel Wahrheit steckt. Besser als sein RufViele Gerüchte kreisen rund um den Kaffee, die noch lange nicht alle haltbar sind – so hört man oft die Behauptung, Kaffee mache süchtig. Zwar tritt eine Gewöhnung an Kaffee ein – und wenn man ihn sehr plötzlich absetzt, kann dies durchaus zu Kopfschmerz und Nervosität führen. Diese Symptome klingen aber meist rasch wieder ab. Von Sucht, die oft eine Veränderung der Psyche, des wirtschaftlichen und sozialen Zustands mit sich bringt, kann bei Kaffeekonsum jedoch nicht die Rede sein. Bis zu vier oder fünf Tassen täglich gelten, wenn man gesund ist und der Arzt keine subjektiven Einschränkungen sieht, als unbedenklich. Selbst bei erhöhtem Blutdruck sind noch zwei bis drei Tassen pro Tag erlaubt. Und wer Schwierigkeiten mit dem Herzen hat, sollte sich mit seinem Arzt besprechen. In den meisten Fällen ist jedoch auch hier kein grundsätzlicher Verzicht auf Kaffee erforderlich. Wenn Ihr Magen auf Kaffee empfindlich reagiert, vertragen Sie möglicherweise einige der darin enthaltenen Fettsäuren nicht. Dann ist möglicherweise Espresso für Sie die bessere Wahl: Durch seine Zubereitungsart werden die Inhaltsstoffe auf andere Weise gelöst als im Kaffee und durch die geringere Wassermenge wird weniger Koffein freigesetzt. EntwarnungLange Jahre hielt sich die Meinung, Kaffee entziehe dem Körper Wasser und sei schon aus diesem Grund ungesund. Diese Behauptung ist inzwischen eindeutig widerlegt. Nichts sollte Sie daran hindern, ein Glas Wasser zum Kaffee zu trinken, wenn Sie es mögen. Aber Sie können heute sogar Ihren Kaffee in den täglichen Flüssigkeitsbedarf einrechnen. Und für die Behauptung, Kaffee mache dick durch erhöhte Insulinproduktion, gibt es derzeit keinerlei medizinische Anhaltspunkte. Die richtige DosisTatsache ist: Kaffee ist – kontrolliert konsumiert – gar nicht so schlecht wie sein Ruf. Aber mit Tee, auch mit Schwarztee, wählen Sie in jedem Fall die mildere Alternative. Text: Monika Kienpointner Fachliche Beratung
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