SENIORENSPECIAL TEIL 1

foto: philipp monihart, »Tut gut!«

Die besten Jahre

Geistige Fitness und mentale Stärke sind wichtige Aspekte, um gesund zu altern. GESUND & LEBEN und »Tut gut!« geben im dreiteiligen Senioren-Special Tipps für mentale Gesundheit, gesunde Ernährung und Bewegung in den besten Jahren.

80 ist das neue 60 und 60 das neue 40. Seniorinnen und Senioren stehen mitten im Leben und ha- ben die beste Zeit noch vor sich. Umso wichtiger ist es, auch im Alter auf das eigene psychische Wohlbefinden zu achten. Denn Körper und Seele sind eng miteinander verwoben.

„Das Älterwerden wird heute mehr denn je mit neuen Chancen und mehr Lebenszufriedenheit in Verbindung gebracht. Der Alltag sollte ernährungsbewusst, entspannt, körperlich aktiv und mit einer positiven Grundeinstellung gelebt werden. Denn wer fröhlich ist, lässt sich auch bei Herausforderun- gen nicht so schnell unterkriegen“, betont Mag. Irene Burian, Leiterin des Bereichs Vorsorge bei

»Tut gut!«.


Gemeinsam glücklich

Studien zeigen, dass Menschen, die ein positives Bild vom Alter haben, im Schnitt sieben Jahre län- ger leben als Menschen, die dem Älterwerden gegenüber negativ eingestellt sind. Neben Optimis- mus sind auch Wärme, Geborgenheit und Aufmerksamkeit wichtige Bausteine zum Glücklichsein. „Ein gutes Sozialleben und zwischenmenschliche Beziehungen wirken sich nicht nur positiv auf die Lebensqualität aus, sondern auch auf die mentale Gesundheit“, sagt Burian und ergänzt: „Auch äl- tere Menschen sehnen sich nach dem Gefühl, gebraucht zu werden und sich beteiligen zu können.“ Der Tipp der Expertin: den Kontakt zu Familie und Freunden pflegen und auch offen für neue Be- kanntschaften sein. „Überlegen Sie, mit wem Sie schon lange nicht mehr gesprochen haben und wie Sie alte Freundschaften wieder aktivieren können. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit kann erfül- lend sein und dabei helfen, neue Kontakte zu knüpfen.“

Darüber hinaus lohnt es sich, auch im Alter an der Beziehung zur Partnerin oder zum Partner zu ar- beiten. „Während sich in jüngeren Jahren die Gespräche häufig um Arbeit und Kindererziehung dre- hen, kommt es bei langjährigen Partnerschaften oft vor, dass die Konversation im Alter einschläft, da gemeinsame Themen fehlen. Besonders jetzt kommt es aber darauf an, miteinander zu reden und dem Partner zuzuhören. Menschen verändern sich in Beziehungen und der Ehemann oder die Ehefrau sind längst nicht mehr dieselben Personen, die sie einmal waren“, erklärt Burian.

Ein gemeinsamer Abend in einem Lokal oder ein Ausflug können dabei helfen, ein anregendes Ge- spräch zu beginnen. Auch sei es wichtig, sich vom Drang, den anderen zu verbessern, zu verab- schieden und dem Partner seinen Freiraum zu lassen.


In Schwung bleiben

Jung bleibt, wer sich jung hält. Das gilt auch für die geistige Fitness, sagt Irene Burian. Verschiede- ne Denksportaufgaben wie Sudoku, Gitterrätsel oder optische Täuschungen helfen dabei, die Ner- venzellen in Schwung zu bringen. „Unser Gehirn besteht aus 100 Milliarden Nervenzellen, die mit- einander verschaltet sind. All unsere Gewohnheiten sind also entstanden, indem wir immer wieder auf ein- und dieselbe Weise gedacht und gehandelt haben. Sind Gewohnheiten erst einmal instal- liert, erfordern sie keine Mühe und Aufmerksamkeit mehr von uns. Wir brauchen uns dann nur noch auf unseren Körper zu verlassen“, erklärt die Vorsorge-Expertin. Und: Wer nichts dazulernt, baut mit der Zeit Denkfähigkeit ab. Daher sollte man sich immer wieder darin üben, Unbekanntes auszupro- bieren und sich an neue Gebiete heranzutasten. „Auch eine neue Frisur oder ein neuer Kleidungsstil können eine wohltuende Veränderung hervorrufen, die dazu beiträgt, jünger auszusehen und sich jünger zu fühlen“, meint Burian. Und betont: „Jede Lebensphase kann sich richtig gut anfühlen. Es liegt an Ihnen!“

erschienen in GESUND & LEBEN 09/2020