AUGEN

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Augen auf!

Die Augen sind hoch sensible Sinnesorgane, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen. Bei Sehproblemen leidet die Leben- squalität – greifen Sie rechtzeitig ein.

Etwa 80 Prozent aller Umwelteindrücke nehmen wir mit den Augen wahr. Dennoch merken die meisten Menschen erst, wie elementar die Sinnesorgane sind, wenn das Sehen plötzlich schwerfällt. Zu den

häufigsten Augenerkrankungen zählen trockene Augen, Bindehautentzündungen oder Grüner und Grauer Star.


Vorsicht bei trockenen Augen

Trockene Augen kennen vor allem Menschen, die im Büro täglich vor dem Computerbildschirm sitzen. Der monotone Blick und das unregelmäßige Blinzeln lassen den natürlichen Tränenfilm des Auges austrocknen – Rötungen, Juckreiz und Brennen sind die Folge. Auch Heizungsluft, Klimaanlagen oder Kontaktlinsen können das Austrocknen der Augen begünstigen. Der Tränenfilm hält den Aug- apfel geschmeidig und versorgt ihn mit Sauerstoff. Wird das Auge aber nicht ausreichend befeuchtet, reiben die Lider auf der Ober- fläche des Augapfels, Reizungen entstehen und die Sehkraft leidet. Die Sicht verschwimmt und das Auge kann nicht mehr so gut scharfstellen. Wer regelmäßig unter trockenen Augen leidet, sollte den Besuch beim Augenarzt daher nicht lange hinauszögern. Die- ser kann feststellen, welche Schicht des Tränenfilms angegriffen ist und geeignete Augentropfen verschreiben. Das sind meist Trä- nenersatzmittel mit öligen Bestandteilen, die das Auge mit Flüssigkeit versorgen.


Früh erkennen

Eine Augenerkrankung, die häufig bei Personen über

60 Jahren auftritt, ist der Graue Star, in medizinischer Fachsprache auch Katarakt genannt. Bei dieser Krankheit ist die Augenlinse getrübt, wodurch der Seheindruck verschleiert und grau wirkt. Früh erkannt kann der Graue Star durch das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen behandelt werden. Im fortgeschrittenen Stadium hilft oft nur noch eine Operation: Bei einem ambulanten Eingriff wird die getrübte Linse durch eine künstliche ersetzt. Auch der Grüne Star ist eine häufige Augenerkrankung, die unbedingt frühzei- tig erkannt werden sollte, da sie unbehandelt zur Erblindung führen kann. Bei dieser Krankheit wird der Sehnerv schleichend geschä- digt. Meist ist ein erhöhter Augeninnendruck der Auslöser. Viele

Betroffene merken den Grünen Star erst, wenn sich das Sichtfeld merklich verengt. Obwohl es keine Heilung gibt, kann die Erkran- kung medizinisch gut behandelt werden. Bei Verdacht auf Grünen Star gibt eine Gesichtsfeldmessung Aufschluss darüber, ob es be- reits blinde

Flecken im Sichtbereich gibt. Gerade Menschen, die über 40 Jahre alt und stark kurzsichtig sind sowie Verwandte mit Grünem Star haben, sollten ihre Augen regelmäßig untersuchen lassen.


Michaela Neubauer

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2020