BLUTHOCHDRUCK

Unter Druck

Bluthochdruck ist eine gefährliche Volkskrankheit. Wer regelmäßig Blutdruck misst, kann rechtzeitig eingreifen.

Jeder vierte Österreicher leidet unter Bluthochdruck. Gefährlich wird es, wenn dieser über Jahre nicht behandelt wird, denn  dann steigt das Risiko für einen Schlaganfall oder Herz- infarkt. Trotzdem kennen die meisten Menschen ihren Blutdruck nicht. Man kann sogar da- von ausgehen, dass von den zwei Millionen vermuteten österreichischen Bluthochdruck- patientinnen und -patienten nur die Hälfte von ihrer Erkrankung weiß. Um dieses Defizit zu beheben, empfiehlt die Österreichische Gesellschaft für Hypertensiologie, den eigenen Blutdruck regelmäßig zu messen. Und zwar immer zwei Zustände in den Arterien: Den Blutdruck, der beim Entleeren der linken Herzkammer in den Arterien entsteht, nennt man systolischen Blutdruck (höherer Wert). Der diastolische Wert bezeichnet den Blutdruck, der während der Erschlaffungsphase vom Herz in den Arterien herrscht (niedrigerer Wert). Die Werte schwanken je nach Tageszeit und körperlicher Verfassung. Wenn man sich an- strengt oder aufgeregt ist, ist ein kurzzeitig erhöhter Blutdruck ganz normal. Besteht er dauerhaft, muss rasch gehandelt werden. Gefäße und Organe versuchen in den ersten Jahren dem hohen Blutdruck standzuhalten, indem sie die Gefäßwand verstärken. Das ge- lingt nicht auf Dauer: Es kommt zu schweren Veränderungen der arteriellen Gefäße und ei- ner Verdickung der Herzwand. Wird dies nicht rechtzeitig behandelt, können Herzinfarkt, Herzschwäche, Gefäßverschluss, Nierenversagen oder Schlaganfall die Folge sein.


Damit Bluthochdruck schon in einer frühen Phase erkannt wird, haben österreichische Me- dizin-Fachgesellschaften neue einheitliche Richtwerte festgelegt: Während Werte von 140/90 früher als „noch normal“ galten, spricht man heute bereits von einer „Vor-Bluthoch- druck-Phase“.


Wenn der Blutdruck beim Arzt gemessen wird, sind mittlerweile Werte von weniger als 120 mmHg systolisch und weniger als 80 mmHg diastolisch „optimal“. 120 bis 129 mmHg sys- tolisch und/oder 80 bis 84 mmHg diastolisch gelten als „normal“. Bei Selbstmessung zu- hause gelten im Grunde die gleichen Werte, die Grenze zum Bluthochdruck wird aber be- reits bei 135/80 mmHg gesetzt. Dies hat zum Ziel, dass Betroffene in Zukunft zwar früher als bisher etwas gegen Bluthochdruck unternehmen müssen, dafür aber nicht gleich Me- dikamente verschrieben werden. Am besten behandelt man den Bluthochdruck im frühen Stadium mit einem gesunden Lebensstil, Nichtrauchen und Ausdauersport. Wichtig ist es auch, den Alkoholkonsum einzuschränken und nicht mehr als fünf Gramm Kochsalz pro Tag aufzunehmen. Eine ausgewogene Ernährung und weniger Stress beugen dem Blut- hochdruck ebenfalls vor.


Michaela Neubauer

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2020