SENIORENSPECIAL: TEIL 2

FOTO:philipp monihart, »Tut gut!«

Mit GENUSS in Schwung bleiben

Wie können wir unseren Körper mit zunehmendem Alter gut versorgen? Auf welche veränderten Bedürfnisse gilt es zu achten? GESUND & LEBEN und »Tut gut!« geben im zweiten Teil des Senioren-Specials Tipps für gesunde Ernährung in den besten Jahren.

Die Entscheidung für Vielfalt und nährstoffreiche Lebensmittel wird mit zu- nehmendem Alter immer wichtiger. Denn wenn wir älter werden, reduziert sich die Energiemenge, die täglich benötigt wird, gleichzeitig bleibt jedoch der Nährstoffbedarf nahezu unverändert. „Das Ziel ist es deshalb, Lebens- mittel so auszuwählen, dass eine hohe Nährstoffdichte und eine moderate Energiedichte erreicht wird. Das bedeutet: Der Körper braucht energiestoff- reiche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukte“, betont Mag. Irene Öllinger, Leiterin des Fachbereichs Ernährung bei »Tut gut!«.


SEIEN SIE WÄHLERISCH!

Im Lauf des Lebens verändert sich der Stoffwechsel. Der Darm wird träge, Leber und Niere arbeiten nicht mehr so aktiv, die Blutzufuhr zu den Organen verringert sich. Zähne und damit das Kauen können Probleme bereiten. Manche Nährstoffe werden daher schlechter vom Körper aufgenommen und verarbeitet, bei einer unausgewogenen Ernährung kann es also leichter zu Mangelzuständen kommen. „Jüngere Seniorinnen und Senioren sind oft übergewichtig und mangelernährt. Bei älteren Seniorinnen und Senioren ‚dreht‘ sich dann oft die Situation, sie essen weniger und es kommt zum Ge- wichtsverlust“, sagt Öllinger. Die empfohlene Energiezufuhr bei über 65-Jäh- rigen betrage für Frauen 1.800 kcal/Tag und für Männer 2.300 kcal/Tag. Die Expertin rät dazu, öfter Neues auszuprobieren und selbst zu kochen: „Wäh- rend der Berufstätigkeit ist Kochen öfters ein Stressfaktor, in der Pension kann es eine willkommene Beschäftigung sein oder sogar ein neues Hobby werden. Viele Anregungen für Rezepte finden sich in Kochbüchern oder im Internet.“ Ein weiterer Tipp von Irene Öllinger: Früchte aus dem eigenen Gar- ten, Kräuter von der Fensterbank oder selbst gezogene Sprossen – die eige- ne Ernte und die Zubereitung machen Freude, sorgen für speziellen Genuss und sind ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. Und: „Viele Seniorinnen und Senio- ren reisen gerne und sind offen für andere Esskulturen. Das kann unseren Erfahrungsschatz positiv bereichern. Mit Mitbringseln, zum Beispiel Gewür- zen, aus dem Urlaubsland können Sie sich zurück im Alltag schöne Erinne- rungsmomente schaffen.“ Wer gerne Ausflüge macht, sollte auch unterwegs für eine gute Versorgung mit Essen und Trinken sorgen und beim Auswärts- essen wählerisch sein. „Denken Sie auch an die Möglichkeit, eine selbstge-

machte Jause und eine Wasserflasche für unterwegs mitzunehmen“, erinnert Öllinger.


GEHIRN AUF TRAB HALTEN

Unsere Sinnesempfindungen lassen mit dem Älterwer- den nach und wir sehen, schmecken, riechen weniger gut als in jungen Jahren. „Das sollte unser Essen aber nicht fade werden lassen, sondern ein Grund mehr sein, unseren Sinnen besondere Aufmerksamkeit zu widmen und mit mehr Bewusstsein und Zeit zu genie- ßen“, sagt Öllinger. Vor allem die Geschmacksknospen

auf der Zunge und die Riechfasern der Nase sind von Altersvorgängen betroffen. Das führt dazu, dass der Geschmacks- und Geruchssinn eingeschränkt sind und viele Geschmacksrichtungen oder Gerüche nicht mehr so intensiv wahrgenommen werden wie in der Ju- gend. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass viele äl- tere Menschen einen trockenen Mund haben, bei- spielsweise als Begleiterscheinung bei Diabetes oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Doch dem kann man entgegenwirken, weiß Öllinger: „Trainieren Sie Ihre Sinne, indem Sie auf frische Zutaten – am besten aus dem eigenen Garten – setzen und diese bewusst rie- chen, schmecken und genießen. Nehmen Sie sich Zeit für das Essen und machen Sie es zu einem schönen Ritual, indem Sie zum Beispiel den Tisch schön de- cken, zum Essen oder zum Kochen einladen oder Ihre Lieblingsgerichte gemeinsam mit Kindern oder Enkeln kochen, um Familienrezepte weiterzugeben. Das hält fit – und macht einfach glücklich.“

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infomaterial

erschienen in GESUND & LEBEN 10/2020