Gesunde Gemeinde

fotoS: »tUt GUt«

Gemeinsam Gesund

In Niederösterreichs »Gesunden Gemeinden« erarbeiten die Einwohnerinnen und Einwohner gemeinsam

mit »Tut gut!« Projekte zur Gesundheitsförderung und Prävention.

Ein gesunder Lebensstil beginnt vor der Haustür, ist Franz Lumesberger überzeugt. Seit zehn Jahren engagiert sich der Mann aus Artstetten-Pöbring (Bezirk Melk) ehrenamtlich als Arbeitskreisleiter für die »Gesunde Gemeinde«. Das Programm von »Tut gut!« widmet sich der zentralen Frage: Wie können wir Gemeinden so gestalten, dass es den Bewohne- rinnen und Bewohnern leichter fällt, gesund zu leben? Die Antwort darauf soll in offenen Arbeitskreisen gemeinsam gefunden werden. Hier können sich Menschen mit unterschied- lichen Talenten, Potenzialen und Ressourcen einbringen, um ihre eigene Wohlfühlgemein- de mitzugestalten.

„Ich habe interessehalber einen Vortrag zu dem Programm besucht und war sofort begeis- tert“, erinnert sich Franz Lumesberger. „Nach gesundheitlichen Problemen konnte ich mich dank Sport und gesunder Ernährung wieder aufrappeln. Diese Erfahrung wollte ich weiter- geben. Mir ist wichtig, dass das Bewusstsein für Gesundheitsförderung auch in meiner Gemeinde geschärft wird.“ Mittlerweile ist Artstetten-Pöbring eine »Gesunde Gemeinde« und Franz Lumesberger der Arbeitskreisleiter. „Ich fungiere als Sprachrohr, das die gesun- den Angebote an die Bevölkerung vermittelt“, erklärt der Mostviertler. Ohne Verständnis und Unterstützung seiner Familie, sagt er, würde es nicht gehen. Denn er ist ständig auf Achse, besucht Fortbildungen und Vorträge, um sein Wissen rund um Gesundheitsvorsor- ge zu erweitern. Zusätzlich bringt er sich in Projekte ein, die Bewegung, gesunde Ernäh- rung und mentale Stärke in seiner Gemeinde fördern sollen. „Dazu gehört auch, dass ich jeden Frühling und Herbst unsere »tut gut«-Schrittewege abgehe und nach dem Rechten sehe, damit Wanderer gut ausgeschilderte Wege vorfinden. Die schönste Anerkennung für mich ist es, wenn mir Bürgerinnen und Bürger die Rückmeldung geben, dass ihnen ein Angebot gefällt und ihr Interesse für einen gesünderen Lebensstil geweckt wurde.“


Gesund bis ins hohe Alter

So wie Franz Lumesberger engagieren sich mittlerweile mehr als 400 Arbeitskreisleiterinnen und -leiter in ganz Niederösterreich. „In den »Gesunden Gemeinden« kön- nen wir gesundheitsfördernde Angebote direkt in den Wohnort bringen. Jede Gemeinde hat unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse. Daher liefern wir kein fix vor- gefertigtes Programm, sondern unterstützen beim Auf- bau einer Struktur“, erklärt Programmleiter Herbert Wojta- Stremayr. Diese Hilfestellung erhalten die Arbeitskreise kostenlos durch eine Regionalberaterin oder einen Re- gionalberater. Eine von ihnen ist Mag. Andrea Hebesber-

ger: „Wenn eine Gemeinde zur »Gesunden Gemeinde« werden möchte, erfragen wir zunächst die Vorstellungen und Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner: Welche Gesundheitsangebote gibt es schon? Was wünscht ihr euch? Wer möchte sich beteiligen – und wie? Wir kümmern uns auch um die Einschulung der Arbeits- kreisleiterin oder des Arbeitskreisleiters.“ Im Anschluss daran stellen die Regionalberaterinnen und -berater ge- meinsam mit dem Arbeitskreis einen Plan für die Gemein- de auf, organisieren Workshops, stehen für Fragen zur Verfügung und informieren über alle Programme, Projekte und Aktionen, die von »Tut gut!« angeboten werden. Eine besonders große Bedeutung kommt dem Ehrenamt zu,

sagt Andrea Hebesberger: „Ohne all jene, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren, könnte das Programm nicht existieren. Das sind Personen, die wirklich für Gesundheit brennen und ein gemeinsames Ziel verfolgen – nämlich dass Menschen bis ins hohe Alter gesund bleiben.“

erschienen in GESUND & LEBEN 11/2020