HYPOGLYKÄMIE

Hypoglykämie:

stille Gefahrenquelle

FotoS: istockphoto/ Noppawan Laisuan

Wer an Diabetes leidet, muss dafür sorgen, dass seine Körperchemie auch im Schlaf stimmt.

-Was heißt „Hypoglykämie“? „Hypoglykämie“ oder „Unterzucker“ bedeutet ein Absacken des Blutzuckers unter einen bestimmten kritischen Wert. Dieser ist von Mensch zu Mensch verschieden, in der Fachliteratur wird ein Wert von 50 mg/DL als Richtwert, der nicht unterschritten werden soll, angegeben.

-Wie kann es zu dazu kommen? Bei der Unterzuckerung ver- braucht der Körper mehr Glukose, als ihm in Form von Nahrung zugeführt wird. Das kann zum Beispiel bei starker körperlicher

Beanspruchung wie etwa durch Sport passieren. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage, die benötigte Energie aus der Glukose rasch genug freizusetzen. Gesunde Menschen brauchen sich nicht fürchten, ihr Körper reguliert den Blutzucker selbstständig. Bei Diabetikern, Personen mit Stoffwechsel- oder Lebererkrankungen ist das Risiko für einen gefährlichen Unterzucker deutlich erhöht.

-Was sind die Symptome? Kommt es zu einem Unterzucker, bedeutet das allerhöchste Alarmbereitschaft für den Körper. Daher sendet er ähnliche Signale wie in einer Stresssituation: Schwitzen, Zittern, Blässe, Herzrasen oder Heißhunger. Wird nichts gegen eine Hypoglykämie unternommen, fehlen dem Gehirn wichtige Energiespeicher. Es kommt zu neurologischen Auffälligkeiten wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrations-, Koordinations- und Sprachstörungen, Desori- entiertheit und Krampfanfällen bis hin zu Bewusstlosigkeit.

-Gefahrenquelle: Da man in der Nacht für gewöhnlich schläft, sich somit nicht bewegt, bemerkt man viele Symptome wie Zit- tern, Heißhunger oder Sprachstörungen nicht. Das erschwert es, einen Unterzucker früh genug zu erkennen und zu behan- deln. Abhilfe schafft ein sogenannter Continuous Glucose Monitor, also eine kontinuierliche Glukose-Überwachung: Senso- ren, die auf der Haut angebracht werden, kontrollieren rund um die Uhr den Zuckerspiegel im Blut. Kommt es zu einer Hy- poglykämie, schlägt das Kontrollgerät Alarm, wodurch die Patientin oder der Patient aufgeweckt wird und Maßnahmen er- greifen, also beispielsweise Zucker zuführen kann.

-Vorbeugen: Damit es gar nicht erst zu einem Unterzucker während der Nacht kommt, muss man schon bei der letzten Mahlzeit des Tages ganz genau hinschauen. Ratsam für Diabetiker ist, vor allem bei fettigen Speisen die Insulineinheiten zu portionieren, also nicht alles auf einmal zu spritzen, sondern gestückelt während der Stunden nach dem Essen. Außerdem kann Alkohol zu einem Unterzucker führen, weswegen man nach einem Gläschen am Abend besonders Acht auf den Blut- zucker geben sollte.


Theresa Adelmann

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2019