SCHENKEN

Kreative Zeitgeschenke

Überlegen Sie sich, was Sie selbst gerne machen und gut können. Sammeln Sie Ihre Ideen auf einer Liste und notieren Sie, welche Freunde/Familienmitglieder Freude daran haben könnten, diese Aktivitäten mit Ihnen zu erleben. Wenn Sie möchten, können Sie zu jedem Zeitgeschenk ein kleines, symbolisches Geschenk dazu geben. So können Sie die Überlegung angehen:

-Das würde ich gerne machen: In der Therme entspannen, Kinobesuch, in den Sonnenaufgang wandern, Langlaufen, auf eine Buchmesse gehen etc.

-Das könnte ich machen mit: Therme: Mama, Kino: Bruder, Wandern: meinem Mann, Langlaufen: Papa, Buchmesse: Schwägerin

-Das bringe ich mit: neuen Bademantel, Kino- bzw. Messeticket, Trinkflasche, Handschuhe etc.

Kreative Zeitgeschenke

Überlegen Sie sich, was Sie selbst gerne machen und gut können. Sammeln Sie Ihre Ideen auf einer Liste und notieren Sie, welche Freunde/Familienmitglieder Freude daran haben könnten, diese Aktivitäten mit Ihnen zu erleben. Wenn Sie möchten, können Sie zu jedem Zeitgeschenk ein kleines, symbolisches Geschenk dazu geben. So können Sie die Überlegung angehen:

-Das würde ich gerne machen: In der Therme entspannen, Kinobesuch, in den Sonnenaufgang wandern, Langlaufen, auf eine Buchmesse gehen etc.

-Das könnte ich machen mit: Therme: Mama, Kino: Bruder, Wandern: meinem Mann, Langlaufen: Papa, Buchmesse: Schwägerin

-Das bringe ich mit: neuen Bademantel, Kino- bzw. Messeticket, Trinkflasche, Handschuhe etc.

Foto: istockphoto/ Sidekick, FotoS: istockphoto/ Massonstock

Ich schenk Dir meine Zeit

Die Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk gestaltet sich von Jahr zu Jahr schwieriger. Sind es wirklich materielle Dinge, die uns glücklich machen?

Jedes Jahr dasselbe: Eigentlich haben Sie sich schon nach dem letzten Weihnachtsfest fest vorgenommen, nächstes Jahr früher zu beginnen mit dem Geschenkekauf. Das ganze Jahr über wollten Sie nach Kleinigkeiten Ausschau halten, die Sie für Weihnachten aufheben können, um nicht auf einmal diesen riesigen Berg an Geschenken kaufen zu müssen und sich über rammelvolle Einkaufs- straßen zu schleppen, auf denen von Besinnlichkeit kaum mehr etwas übrig ist. Doch irgendwie ist das Vorhaben bisher noch nie ge- glückt. Plötzlich ist es wieder Dezember und der Gedanke an die Geschenke für Eltern und Schwiegereltern, den Ehemann, die Kin- der, die Schwägerin und den Schwager, die Tanten und Onkel, die Cousins und Cousinen, treibt Ihnen regelrecht den Schweiß auf die Stirn. Kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor? Dann sind Sie damit auf alle Fälle nicht allein. Abgesehen von den Kosten und der Zeit, die für die Einkäufe draufgehen: Was schenkt man am besten? Wie macht man einander glücklich, ohne das Konto übermä- ßig zu strapazieren? Und kann man die Tradition brechen, jeder und jedem etwas schenken zu müssen?


Wünsche sind individuell

Fest steht, dass das perfekte Geschenk im Auge des Betrachters liegt. Nicht jede Ehefrau kann etwas mit einem Schmuckstück an- fangen, nicht jede Cousine mag Duftkerzen und nicht jeder Vater freut sich über eine neue Bohrmaschine. Am besten macht man sich also schon ein paar Wochen oder Monate vor

Weihnachten Gedanken darüber, was dem Gegenüber gefallen könnte. Bei Kindern ist das meist etwas einfacher: Da sind die Wün-

sche schon Wochen im Voraus auf einem Brief an das Christkind notiert. Und doch sind diese mit Vorsicht zu genießen: Die Entwicklungsforscher und Bildungsexperten Gerald Hüther und André Stern stellen in ihrem Buch „Was schenken wir unseren Kindern?“ die Behauptung auf, dass die meisten Geschenke lediglich fragwürdige Verführungen sind: Sie rauben Kindern die Kraft, die in ihnen angelegten Talente und Begabungen zu entfalten und ihr Leben selbständig und eigenverantwortlich zu gestalten, sind sich die Au- toren einig. „Am besten wäre es, Kindern etwas zu schenken, das sie nicht nur für einen Moment, sondern tief in ihrem Herzen glücklich macht. Das sind nie materielle Geschenke. Das sind gemeinsam verbrachte Zeit, Zuneigung, Anerkennung und gemeinsames Erleben“, meint Gerald Hüther.


Sich selbst beschenken

Wie sehr schätzt man eigentlich die Geschenke, die man zu Weihnachten bekommt? Darüber machen sich Volkswirte auf der ganzen Welt schon seit vielen Jahren Gedanken. Sie vertreten die Meinung, dass jeder Euro, den man für sich selbst ausgibt, auch mindestens einen Euro Wert schafft. Bei den Beträgen, die für Geschenke ausgegeben werden, ist das aber anders: Der Ökonomieprofessor Joel Waldfogel zeigt in mehreren Studien, dass die meisten Beschenkten für ein Geschenk, das 100 Euro kostet, lediglich zwis- chen 70 bis 90 Euro ausgeben würden. Die Differenz: ein volkswirtschaftlicher Verlust, oder wie die Ökonomen es nennen, ein Deadweight Loss. Laut Waldfogel schätzt man eine Sache mehr wert, wenn man sie sich selbst kauft, als wenn man sie geschenkt bekommt – zum Beispiel ein selbstgekauftes Buch, das

man auch nach Jahren noch gerne zur Hand nimmt. Im Vergleich dazu lan- det ein geschenkter Pullover, der nicht so ganz dem eigenen Stil entspricht, eher in der Altkleidersammlung. Oder wird ein geschenktes Par- fum, dessen Duft man nicht mag, lieber weitergeschenkt. Glaubt man diesen Studien, so ist es eine Überlegung wert, sich von der gefühlten Verpflichtung zu lösen, für jede und jeden ein Geschenk zu kaufen. Schenken sollte Freude bereiten und keinen Druck erzeugen.


Gemeinsame Zeit

Dass nicht-materielle Geschenke, wie das Schenken von Zeit, einen viel höheren Wert haben, bestätigt auch der Zeitforscher Prof. Dr. Dietrich Henckel: „Die Geschenke werden wertvoller, nicht nur weil gemeinsame Zeit mehr aus der Zeit macht, sondern weil man etwas verschenkt, das im- mer knapper wird.“ Gerade für ältere Menschen ist die Zeit mit ihren Kindern und Enkelkindern oft unbezahlbar, insbesondere wenn die Enkelkinder schon im Teenager-Alter oder erwachsen sind. Trauen Sie sich und kommunizieren Sie, wenn Sie in diesem Jahr keine Geschenke mehr kaufen möchten. Vielleicht können Sie sich einigen, statt materiellen Geschenken einen Familienurlaub oder Ausflug zu machen, bei dem jeder gemäß seiner Möglichkeiten mitzahlt. Wer sich für ein Zeitgeschenk entscheidet, sollte lediglich darauf achten, dass sie oder er nur Aktivitäten wählt, die auch selbst Spaß machen. So hat man nicht das Gefühl, einer Verpflichtung nachzukommen, wenn das Geschenk eingelöst wird. Wichtig ist, den Termin gemeinsam möglichst rasch festzulegen, damit das Geschenk dann auch zum gemeinsamen Erlebnis wird.

Mit einem Zeitgeschenk kann es einerseits nicht passieren, dass man et- was kauft, das beim Gegenüber gar keinen großen Anklang findet. Ander- erseits erspart man sich selbst viel Stress und kann die besinnliche Vorwei-

erschienen in GESUND & LEBEN 12/2019