COVERSTORY

fotoS: istockphoto/ skynesher,  philipp monihart, LGA

Ein Leben lang

Die Zusammenführung der NÖ Kliniken mit den Pflegezentren unter dem gemeinsamen Dach der neuen NÖ Landesgesund- heitsagentur läuft auf Hochtouren. Nun sind der Vorstand sowie sowie der Direktor für Medizin und Pflege bestellt.

Sicher sein können, dass man immer gut versorgt ist, von der Geburt bis ins hohe Alter – das ist das Ziel der großen Gesundheitsreform, die in Niederös- terreich derzeit läuft. Dafür kommen die Standorte der NÖ Landes- und Uni-

versitätskliniken unter ein gemeinsames Dach mit den Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren. 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter arbeiten zusammen, um die Menschen in Niederösterreich medizinisch und pflegerisch auf dem neuesten Stand des Wissens und in höchster Qualität zu versorgen. Im ersten Halbjahr 2020 werden dafür die Strukturen erarbeitet. Mit 1. Juli 2020 übernimmt die NÖ Landesgesundheitsagentur offiziell die Betriebsführerschaft über die Häuser.


Neue alte Führungscrew

Nach einem gründlichen Bewerbungsprozess und Auswahlverfahren hat Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die wichtigsten drei Führungspositionen der NÖ Landesgesundheitsagentur bestellt. Bestqualifiziert sind drei Männer, die schon bisher die NÖ Landes- kliniken-Holding als Geschäftsführer gelenkt haben: Helmut Krenn und Konrad Kogler wurden als Vorstände der NÖ Landesgesund-

heitsagentur bestellt, Markus Klamminger übernimmt die Direktion Medizin und Pflege.

Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht, um die niederösterrei- chischen Kliniken und die Pflege, Betreuungs- und Förderzentren künftig unter einem gemeinsamen Dach zu planen, zu steuern und zu führen. Im Interview mit GESUND & LEBEN erklären die Vor- stände und der Direktor ihre Pläne und Ziele.

Small is beautiful, heißt es. Warum ist es trotzdem sinnvoll, Kliniken und Heime in einer Hand zu vereinen?

Dipl. KH-BW Helmut Krenn: „Weil wir mit unserem in Österreich einzigartigen Vorhaben zukunftsorientiert die beste Rundum-Ver- sorgung der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sicherstellen werden. Von der Geburt bis hin zur Pflege im hohen Al- ter können sich die Menschen auf die beste Betreuung verlassen. Gemeinsame Planung, Steuerung und Umsetzung aus einer Hand vereinfachten Prozesse und ermöglichen bessere Koordination im Gesundheits- und Pflegewesen. Unser neues gemeinsa- mes Dach ermöglicht ein noch stärkeres Miteinander im Sinne der Patientinnen und Patienten sowie Bewohnerinnen und Bewoh- ner. “


Was bedeutet die Gesundheitsreform für die Patientinnen, Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner?

Dr. Markus Klamminger: „Eine noch engere Zusammenarbeit von Kliniken und Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren. Das ist be- sonders wichtig, weil die Bevölkerung ein immer höheres Lebensalter erreicht und deshalb eine noch bessere maßgeschneiderte Versorgung braucht. Aus Schnittstellen in der Versorgung werden echte, gut funktionierende Nahtstellen. Das bedeutet mehr Si- cherheit und mehr Service. Wir sprechen von einheitlichen Vorgehensweisen in beiden Einrichtungen, von optimal aufeinander ab- gestimmten Standards und Prozessen. Ist es zum Beispiel nötig, dass ein älterer Mensch nach einer Operation noch gepflegt wird, aber keine oder nur wenig ärztliche Versorgung braucht, muss er auch nicht mehr in einem Klinikum bleiben. In einer entsprechen- den Remobilisations-Station erhält er Pflege und gleichzeitig Physio- und Ergotherapie, damit er wieder zu Hause leben kann. Oder er bekommt Kurzzeitpflege im Pflegeheim und kann dann wieder nach Hause – je nach seinen Bedürfnissen.“


Was bedeutet die Reform für Mitarbeitende?

Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler: „Die 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in unterschiedlichen Bereichen beschäftigt sind, von der medizinischen Versorgung, der Langzeitpflege bis zur IT oder zum Facility Management, haben zahlreiche Ideen und Visionen, wie man eine moderne Patienten- und Bewohnerbetreuung garan- tieren kann. Sie alle sind mit viel Engagement und Herz bei ihrer Ar- beit. Gemeinsame Fortbildung stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner gleich Auskünfte und ein- heitliche Behandlungsmethoden nach neuestem pflegerischem und medizinischem Wissensstand bekommen. Durch das verbesserte Zusammenspiel in den Kliniken und Pflege-, Betreuungs- und För- derzentren sollen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlastet werden.  Dadurch wollen wir ergänzend zu den guten Arbeitsbedin- gungen wie Teilzeit, flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und vie- les mehr nicht nur sichere sondern aus sinnerfüllende Tätigkeiten anbieten.“


Riki Ritter-Börner

Präsentation der Vorstände der Landes-gesundheits- agentur: (v.l.) LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Lan- desrätin Ulrike Königsberger- Ludwig, der Direktor für Medizin und Pflege Markus Klamminger, Landeshaupt- frau Johanna Mikl-Leitner, Vorstand Helmut Krenn, Lan- desrätin Christiane Teschl- Hofmeister, Vorstand Kon- rad Kogler und Landesrat Martin Eichtinger

erschienen in GESUND & LEBEN 04/2020