STAY STRONG

Leichter lernen

SIMPLY STRONG gibt Kindern Werkzeuge in die Hand, die sie aufmerksam, achtsam und lernbereit machen – ein Angebot für das Lernen zu Hause und in der Schule.

Schulverein SIMPLY STRONG

Zehnergasse 15, 2700 Wr. Neustadt, Tel.: 0650/802 348 6, w.schwarz@simplystrong.at, www.simplystrong.at

Direktor Dr. Werner Schwarz, Obmann des Schulvereins SIMPLY STRONG (Mitte), mit dem Kern-Entwicklungsteam von Vi- tal4Brain und Vital4Heart (v.l. 1. Reihe): Nina Voit, Daniela Nikl, Andreas Stich, Birgit Seitz, Markus Konlechner, Matthias Schwarz, (2. Reihe) Matthias Seidl, Ursula Eichler, Sigrid Landl, Helmut Friedl, Georg Grüner

FotoS:  Simply strong,

Wie können Kinder und Jugendliche in der Schule und zu Hause erfolgreich lernen? Was brauchen sie dafür? Der Sportwissen- schafter HR Mag. Dr. Werner Schwarz ist Direktor des Gymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt und erforscht seit vielen Jahren, wie sich verschiedene Arten von Bewegung auf die Gehirnleistungen auswirken. Mit Erfolg: In seiner Schule trainieren die Kinder und Jugendlichen regelmäßig und schneiden dadurch spürbar besser ab. GESUND&LEBEN hat bereits mehrfach darüber berichtet und das Peer-Konzept vorgestellt, in dem Kinder und Jugendliche verschiedener Schulstufen als PeerCoa- ches lernen, wie sie kleine Bewegungseinheiten in den Klassen vorzeigen – und die ganze Klasse macht mit. Das Resultat: Mehr Konzentrationsfähigkeit, wachere Kinder, bessere Ergebnisse bei Schularbeiten und vieles mehr. Werner Schwarz ist es ein riesen Anliegen, allen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern dieses Wissen zugänglich zu machen, und ebenso allen Schulen. Deshalb gibt es nun den Schulverein SIMPLY STRONG, der mit der Unterstützung der UNIQA Stiftung derzeit zwei Werkzeuge anbietet: „Vital4Brain“, das sich schon seit Jahren bewährt, und das neue Programm, „Vital4Heart“.


Fehlende Voraussetzungen

Viele nationale und internationale Studien zeigen, dass die nötigen kognitiven Fähigkeiten als Schlüsselvoraussetzungen für er- folgreiches Lernen „wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Merkfähigkeit und Kreativität oft und in einem erschre- ckenden Maß unzureichend entwickelt sind“, sagt Werner Schwarz. Das liege daran, dass vielen Kinder schon in der frühen Kindheit anregende Entwicklungsbedingungen fehlen, wie Bewegung, Spiel oder Zuwendung. „Das ist keine Kritik oder Schuldzuweisung, sondern ein Befund“, betont Werner Schwarz, dem es vor allem um funktionierende Lösungen geht.


Hirn-wirksames Training

Sein maßgeschneidertes Programm, das im Gymnasium Zehnergasse und in zahlreichen anderen Schulen Österreichs seit sie- ben Jahren erfolgreich läuft, ist „Vital4Brain“, ein Bewegungsprogramm für mehr Konzentration: „Schon drei- bis sechs-minüti- ge Bewegungseinheiten zum richtigen Zeitpunkt unmittelbar im Unterricht, direkt im Klassenzimmer und vom Fachlehrer oder von PeerCoaches angeleitet, fördern die kognitiven Fähigkeiten“, sagt Werner Schwarz. Mit der so gesteigerten Aufmerksam- keit und Konzentration sei das Arbeitsgedächtnis leistungsfähiger und das Lernen erfolgreicher. Doch das sei noch nicht alles: „Die koordinativ herausfordernden Bewegungen aus dem Programm Vital4Brain, die man im Sitzen, Gehen oder Stehen macht, sind gut für die Gesundheit und bringen die Schülerinnen und Schüler zum Lachen – und das ist gut für das Klassenklima.“ Schwarz will daher auch Eltern und Großeltern motivieren, sich mit den Kids gemeinsam Übungen anzueignen, um Hausaufga- ben und Lerneinheiten leichter und wirksamer zu machen. „Sie werden genauso Spaß haben. Und auch Sie als Erwachsene profitieren davon. Diese Übungen haben es einfach in sich.“


Fehlende Langeweile und Zuwendung

Nicht minder besorgniserregend für Eltern, Lehrkräfte und Gesellschaft seien neue Befunde dazu, dass Gewaltbereitschaft und Stress bei Kindern und Jugendlichen zunehmen. „Die Reizüberflutung mit digitalen Informationen, das digitale Spielangebot, unachtsame und entwertende Kommunikation in sozialen Medien spielen hier sicher eine wesentliche Rolle.“ Deshalb sei es so wichtig, dass Kinder und Jugendliche Möglichkeiten bekommen, sich gezielt zu entspannen. Bewegung generell und das Draußensein in der Natur seien unersetzbar, betont der engagierte Schuldirektor. Doch es ist noch viel grundlegender: „Kinder müssen sich auch langweilen dürfen. Langeweile ist eine wichtige Voraussetzung für Kreativität.“ Was er sehe sei, dass Kinder (und Erwachsene) sich dem Gefühl der Langeweile nicht aussetzen wollen und sich lieber mit dem Handy beschäftigen. Was Kindern heute oft fehle, seien die unersetzlichen Spiele der Kindheit wie Rollenspiele mit Gleichaltrigen sowie echte Muße. „Wenn ein Kind das nicht hatte, kann man das leider nicht wirklich aufholen, aber man kann den Schaden begrenzen.“


Neu programmieren

Dafür hat Mag. Ursula Eichler das Programm „Vital4Heart“ entwickelt – ein Bewegungsprogramm für mehr Achtsamkeit und Entspannung. Eichler ist Expertin für Stressmanagement und Burnout-Prävention: „Erfolgreich lernen zu können bedeutet, sich selbst zu kennen und achtsam mit sich zu sein. Es heißt aber auch, mit anderen zu lernen, achtsam anderen begegnen und mit ihnen wertschätzend umzugehen. Und genau das bewirken die Übungen von Vital4Heart.“ Dazu kommen Entspannungsübun- gen zur Stressregulation, mit denen Schülerinnen und Schüler das richtige Aktivierungsniveau für erfolgreiches Lernen und das Bestehen in Prüfungssituationen erreichen.

Auch dieses Programm wurde ausführlich am Gymnasium Zehnergasse getestet. Der spannende Befund, sagt Ursula Eichler: „Auch hier genügen schon drei- bis sechs-minütige Bewegungseinheiten direkt im Unterricht um Wirksamkeit zu zeigen.“ Das Programm wurde dafür für neun Wochen bei den 10- bis 14-Jährigen am Bundesgymnasium Zehnergasse implementiert. Das Erstaunliche: Auch nach zwei Jahren, in denen sie das Programm nicht machten, konnten die Kinder Stressbelastung bei Schularbeiten und Prüfungen deutlich besser regulieren, als die Vergleichsgruppe. Für Werner Schwarz bedeutet das etwas sehr Wesentliches: „Ich glaube, dass wir mit Vital4Heart sozusagen die Hardware der Kinder und Jugendlichen verändern.“


Für Eltern und Lehrkräfte

Der Schulverein SIMPLY STRONG will mit den Bewegungsprogrammen Vital4Brain und Vital4Heart helfen, gute Voraussetzun- gen für ein erfolgreiches und stressfreies Lernen zu schaffen. Und zwar sowohl für Schulen, als auch für Eltern, Großeltern und alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Werner Schwarz betont: „Sämtliche Übungen aus den beiden Bewegungspro- grammen basieren auf den neuesten trainingswissenschaftlichen und neurologischen Erkenntnissen.“

Und er macht Mut, sich einfach dranzumachen: „Auf der Homepage gibt es 450 Videos, die man einfach zu Hause nachma-

chen kann. Die Bewegungsübungen sind so entwickelt und konzipiert, dass Schülerinnen und Schüler, Bewegungsmuf- fel und Sportskanonen, von Jung bis Alt, sie einfach mit All- tagsbegleitung ausführen können.“ Die Übungen lassen sich optimal zu Bewegungseinheiten zusammenstellen. Wobei das Team für beide Programme in Studien nachge- wiesen hat, dass schon zwei Bewegungseinheiten pro Wo- che über jeweils drei bis neun Minuten mit neun bis zwölf Übungen wirken und zu einer nachhaltigen Steigerung der Konzentrationsfähigkeit führen (siehe Studie zu Vital4Heart und Studie zu Vital4Brain auf der Homepage www.simplys- trong.at). Die Einheiten sind so entwickelt, dass sie bei ge- ringem Zeitaufwand sowohl unmittelbar im Unterricht in al- len Schulstufen, Schulformen und Schultypen, als auch Zu- hause angewendet werden können.


Riki Ritter-Börner

Schräg dich


Beschreibung der Übung „Schräg dich“ aus dem Be- wegungsprogramm Vital4Brain:

Je fünf Wiederholungen

1. Stehe im Ballenstand, dein Körper ist in Schrägla- ge. Achte auf deine Körperspannung. Wechsle nun zwischen Ballen und Fußsohlenstand.

2. Führe aus der Grundposition deinen rechten Arm gestreckt nach oben, dein linkes Bein gestreckt nach hinten. Wechsle die Seite.

3. Fordere dich koordinativ und ändere die Bewe- gungssteuerung. Strecke den rechten Arm nach oben, dein rechtes Bein nach hinten.

Schräg dich


Beschreibung der Übung „Schräg dich“ aus dem Be- wegungsprogramm Vital4Brain:

Je fünf Wiederholungen

1. Stehe im Ballenstand, dein Körper ist in Schrägla- ge. Achte auf deine Körperspannung. Wechsle nun zwischen Ballen und Fußsohlenstand.

2. Führe aus der Grundposition deinen rechten Arm gestreckt nach oben, dein linkes Bein gestreckt nach hinten. Wechsle die Seite.

3. Fordere dich koordinativ und ändere die Bewe- gungssteuerung. Strecke den rechten Arm nach oben, dein rechtes Bein nach hinten.

Schräg dich


Beschreibung der Übung „Schräg dich“ aus dem Be- wegungsprogramm Vital4Brain:

Je fünf Wiederholungen

1. Stehe im Ballenstand, dein Körper ist in Schrägla- ge. Achte auf deine Körperspannung. Wechsle nun zwischen Ballen und Fußsohlenstand.

2. Führe aus der Grundposition deinen rechten Arm gestreckt nach oben, dein linkes Bein gestreckt nach hinten. Wechsle die Seite.

3. Fordere dich koordinativ und ändere die Bewe- gungssteuerung. Strecke den rechten Arm nach oben, dein rechtes Bein nach hinten.

Yogi


Beschreibung der Übung „Yogi“ aus dem Bewe- gungsprogramm Vital4Heart:

1. Stelle dich aufrecht hin, lege die Handflächen, Fin- ger nach oben, vor der Brust zusammen. Hebe ein Bein zum Unterschenkel oder über das Knie.

2. Atme tief ein und aus. Strecke die Hände über den Kopf. Bleibe einige Atemzüge in dieser Position. Wechsle das Bein.

3. Komme langsam aus der Position heraus. Steh auf- recht, falte die Hände auf Herzhöhe und verneige dich. „Namaste!“

Yogi


Beschreibung der Übung „Yogi“ aus dem Bewe- gungsprogramm Vital4Heart:

1. Stelle dich aufrecht hin, lege die Handflächen, Fin- ger nach oben, vor der Brust zusammen. Hebe ein Bein zum Unterschenkel oder über das Knie.

2. Atme tief ein und aus. Strecke die Hände über den Kopf. Bleibe einige Atemzüge in dieser Position. Wechsle das Bein.

3. Komme langsam aus der Position heraus. Steh auf- recht, falte die Hände auf Herzhöhe und verneige dich. „Namaste!“

Yogi


Beschreibung der Übung „Yogi“ aus dem Bewegungs- programm Vital4Heart:

1. Stelle dich aufrecht hin, lege die Handflächen, Fin- ger nach oben, vor der Brust zusammen. Hebe ein Bein zum Unterschenkel oder über das Knie.

2. Atme tief ein und aus. Strecke die Hände über den Kopf. Bleibe einige Atemzüge in dieser Position. Wechsle das Bein.

3. Komme langsam aus der Position heraus. Steh auf- recht, falte die Hände auf Herzhöhe und verneige dich. „Namaste!“

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 10/2019