Depressionen

fotoS: lebens,rsort ottenschlag, istockphoto/ Ponomariova_Maria

In seelischer Balance

Trübe Gedanken, Sorgen, Einsamkeit und Ängste: Die Corona-Krise hinterlässt

ihre Spuren auch auf der Seele.

Studien zeigen, dass die Zahl der Depressionen im Zuge der Corona-Pandemie angestiegen ist. Die häufigsten Auslöser sind Sorgen um Gesundheit, Finanzen, Jobverlust und Einsamkeit. Ein ganz wesentlicher Punkt ist auch die Ungewissheit, denn wir wissen kaum etwas über das Virus, seine möglichen Übertragungswege, seine Aggressivität oder über Langzeitfolgen. Diese Kombination aus möglichen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und medizinischen Folgen macht Menschen Angst. Abstand halten, Maske tragen und verringerte Sozialkontakte tun ein Übriges, denn Menschen sind soziale Wesen und Sozialkontakte sind positiv für unser allgemeines Wohlbefinden. Wenn alle diese Sicherheiten zusammenbrechen, kann es leicht zu Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder – wenn diese Beschwerden anhalten – zu Depressionen kommen.


Vorübergehende Laune?

Eine vorübergehende Traurigkeit ist in unserem Leben, das mit Hochs und Tiefs verläuft, zu bewälti- gen. Dauert ein derartiger Zustand aber mehrere Monate an, kann eine Depression die Ursache sein. Viele kennen den Zustand, wenn man morgens nicht aus dem Bett möchte, keine Lust auf Ar- beit oder soziale Begegnungen hat und sich zu jeder Tätigkeit aufraffen muss. Das kann vorüberge- hen, es können aber auch erste Zeichen einer Depression sein. Im Gegensatz zu normalen Befind- lichkeitsstörungen ist eine Depression eine behandelbare Erkrankung, deren Ursache in einem fehl- gesteuerten Serotonin-Dopamin-Haushalt liegt. Wichtig ist, sich zusätzlich zu einer medikamentösen Therapie auch professionelle Hilfe zu holen.


Hilfe suchen – gerade jetzt

„Gerade in der Pandemiezeit, in der psychische Belastungen stark zunehmen, ist es wichtig, profes- sionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei psychischen Erkrankungen war die Rehabilitation schon immer eine wichtige Behandlungsergänzung“, unterstreicht Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher Direktor im Lebens.Resort Ottenschlag. Gerade die Corona-Pandemie macht es aber schwierig, derartige Angebote in Anspruch zu nehmen. „Da die Rehabilitation aber notwendig ist, um die Men- schen wieder an die Teilhabe am privaten und beruflichen Leben heranzuführen und die Lebens- qualität wiederzuerlangen, können Akutmaßnahmen mit der daran anknüpfenden Rehabilitation zum gewünschten Gesamterfolg führen“, betont Püspök. Gerade jetzt sollte man besonders auf sich achten.

Auch die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ unterstützt beim Wunsch, gesünder alt zu werden, meint der Experte. Daher: Festigen Sie Ihre Gesundheit – körperlich und mental.


Doris Simhofer

erschienen in GESUND & LEBEN 12/2020