KNOCHEN & GELENKE

Stark sein, stark bleiben

Im Internet kursieren viele Beiträge über die

Wirksamkeit von Vitaminpräparaten. Was darf man glauben?

GESUND&LEBEN befragte die Experten von „Medizin transparent“ vom Department für evidenzbasierte Medizin der Donau- Universität Krems .


Vitamin D hat einen enorm guten Ruf – woher kommt er?

Die hohen Erwartungen entstanden einerseits durch die Entdeckung, dass die meisten Körperzellen Andockstellen für Vitamin D haben. Andererseits wurden sie genährt durch eine häufig gemachte Beobachtung: Forscherinnen und Forscher fanden in den letzten Jahren heraus, dass bei Menschen mit hohen Vitamin-D-Werten im Blut unterschiedliche Krankheiten, Störungen oder Beschwerden seltener auftreten als in Bevölkerungsgruppen mit niedrigen Vitamin-D-Blutwerten.


Osteoporose, also schwache, brüchige Knochen im Alter, betrifft laut Statistik Austria rund ein Viertel aller Frauen ab 60 Jahren. Hilft gesunde Ernährung?

Es ist normal, dass im Alter Knochensubstanz abgebaut wird. Bei Osteoporose ist der Prozess jedoch stark beschleunigt. Männer sind deutlich seltener betroffen – es sind vor allem Frauen nach dem Wechsel, die darunter leiden. Die Folge ist ein hohes Risiko für Knochenbrüche. Oft reicht es dann schon, nur einmal zu stolpern und hinzufallen.

Gesunde Knochen brauchen Kalzium, und Milch enthält viel davon. Auch Gemüse wie Brokkoli, Kohlrabi, Grünkohl oder Chinakohl haben viel von dem knochenaufbauenden Spurenelement zu bieten.


Es heißt, dass es wichtig ist, schon in der Jugend möglichst robuste Knochen aufzubauen. Wie macht man das, abgesehen von einer ausgewogenen kalziumreichen Ernährung?

Die simple Antwort ist: Bewegung, Bewegung, Bewegung! Wobei es nicht nur wichtig ist, in jungen Jahren Sport zu

treiben, sondern auch später ein körperlich aktives Leben zu führen. So verhindert man, dass der Körper zu viel Knochensubstanz abbaut.


Was schützt vor Osteoporose?

Besonders viel Knochensubstanz verlieren Frauen in und nach den Wechseljahren. Auch hier kann regelmäßige sportliche Betätigung möglicherweise helfen, die Knochen zu stärken – wenn auch in geringem Ausmaß. Kalzium-Präparate in Kombination mit Vitamin D können die Wahrscheinlichkeit etwas senken, durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche zu erleiden. Wenig bekannt ist, dass auch Rauchen das Risiko für Osteoporose und brüchige Knochen im Alter steigert. Mit dem Rauchen aufzuhören könnte das Risiko für Knochenbrüche also senken.

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 11/2019