VIREN & BAKTERIEN

Spitalskeime streng im Blick

Die NÖ Kliniken arbeiten schon seit fünf Jahren erfolgreich mit einem strengen Monitor- ing: Das Charité-Modell KISS hat sich in Niederösterreich bei der Kontrolle von OP- Ergebnissen bewährt.

Jedes Jahr infizieren sich in Österreich rund 95.000 Patientinnen und Patienten während eines Spitalsaufenthaltes mit einem Keim. Die NÖ Landeskliniken-Holding hat auf Anregung der AR- GRU Krankenhaushygiene NÖ, bereits vor fünf Jahren ein Monitoring-System aus der Berliner Uniklinik Charité implementiert. Dieses erfasst Infektionen, die in Zusammenhang mit Operatio- nen auftreten und hilft damit, sie zu vermeiden. „Diese Infektionen sind sozusagen eine Schat- tenseite der Spitzenmedizin, weil schwerkranke Menschen anfälliger und Eingriffe an sich be- lastend sind“, sagt Aspöck. Die meisten Keime tragen die Patienten in sich, etwa im Nasen-Ra- chen-Raum oder im Darm. Die intakte Haut etwa verhindert, dass uns diese Keime schaden. Gelangen sie aber durch einen Eingriff – eine Infusion, einen Harnkatheter oder eine Operation – in den Körper, entsteht eine Infektion.

Mit dem KISS (Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System) können die NÖ Kliniken die Zahl der Infektionen zu bestimmten Operationen genau erfassen und mit Daten vergleichbarer Insti- tutionen vergleichen – „sehr aufwändig, weil man jeden einzelnen Fall genau erfassen muss, aber sehr hilfreich, weil wir so die Zahl der Infektionen senken können“, erklärt Aspöck.

erschienen in GESUND & LEBEN 03/2020