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Zur Person


Bischof Dr. Alois Schwarz,

geboren 1952 in

Hollenthon in Nieder-österreich als Sohn eines Landwirts, maturierte im humanistis- chen Gymnasium Sachsenbrunn der Erzdiözese Wien in Kirchberg am Wech- sel, trat in das Wiener Priesterseminar ein und studierte katholische Theologie an der Universität Wien.

1976 wurde er zum Priester geweiht. Er war Pfarrer in Krumbach.

1997 empfing er durch den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn die Bischofsweihe und wurde zum Bischofsvikar für das Vikariat unter dem Wienerwald berufen.

2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt berufen. Papst Franziskus ernannte ihn am 17. Mai 2018 zum Bischof von St. Pölten.

Am 1. Juli 2018 wurde er in sein neues Amt eingeführt.

IM GESPRÄCH

Schenken als Erinnerung an die Liebe Gottes

Weihnachten bedeutet für uns alle, dass die Liebe Gottes in die Welt kommt und Mensch wird, sagt Dr. Alois Schwarz, Bischof der Diözese St. Pölten.

Der Advent ist für mich ... ein Hinführen auf die Zusage des Lebens und der Liebe, ein Bereitmachen des Herzens. Neben der inneren Ausrichtung ist es zweifellos eine intensive Zeit mit vielen Begegnungen. Ich freue mich, dass Weihnachten im Leben so vieler Menschen und Familien einen hohen Stellenwert hat.


Weihnachten bedeutet für uns alle ... dass die Liebe Gottes in die Welt kommt, Mensch wird, Er „einer von uns“ wird. Wir haben einen einzigartigen Gott: Er wird für uns Mensch, damit wir verstehen, wie sehr Er uns liebt.


Weihnachten bedeutet für mich persönlich … die Freude über die Geburt Jesu Christi, das gemeinsame Feiern dieser einen Nacht im Stall, die unsere Welt verändert hat.


Das Schönste an der Weihnachtszeit ist ... die innere Ruhe und Stille, die ent- stehen kann, wenn man sich von der Zusicherung der Liebe Gottes berühren lässt.


Schenken ist eine Chance … das Nehmen zu überwinden und ins Geben zu finden.


Die Schattenseite des Schenkens ist … Es gibt zu Weihnachten keine Schat- tenseiten. Es ist das große „Und“, kein „Entweder-Oder“. Der Heilige Abend und das Schenken, das kann eine große Erinnerung an die Liebe Gottes sein. Wenn wir dem Schenken die Bedeutung zukommen lassen, die das „Geben“ beinhal- tet, und nicht ein „Das habe ich gekauft“, dann ändert sich auch beim Konsum bereits die Perspektive.


Richtig gute Geschenke findet man … in der Begegnung mit anderen.


Das Geschenk, über das ich mich am meisten gefreut habe, war … die Zeit mit meiner Familie.


Das schönste Geschenk meines Lebens … sind meine Eltern und meine Ge- schwister.


Als größtes Geschenk Gottes an uns Menschen erlebe ich … dass Er für uns Mensch geworden ist. Bernhard von Clairvaux vergleicht die unfassbare Men- schwerdung Gottes für uns Menschen mit einem Bild: Gott fasst mit Jesus Chris- tus Sein Licht in eine Laterne, damit wir Menschen Ihn begreifen und erahnen können. Mein Wappenspruch ist „Et verbum caro factum est“: „Und das Wort ist Fleisch geworden.“ Die Zusicherung der Liebe ist im Fleisch gewordenen Wort zu finden. Gott ist für uns Christen seit dieser Nacht in Betlehem nicht mehr der große Unbekannte, Er ist Mensch. Er macht es uns leicht, Ihn zu lieben, Ihn zu finden: Er wird ein verletzbares Kind in einem Stall. Keine Ströme der Gesell- schaft, kein Stall, keine Armut, keine Verfolgung können dieses Licht überschat- ten.


Ich fühle mich beschenkt, weil … wir in Frieden leben, den jeder und jede ein- zelne trägt und erhält.


Das Besondere heuer ist … dass wir uns erneut und auch dieses Jahr ganz auf die Ankunft unseres Gottes einlassen, dass wir unser Leben und unser Herz be- reitmachen, dass wir uns anrühren lassen von der so kleinen und doch spren- gend großen Erzählung, als Maria und Josef Schutz in einem Stall suchten und Jesus geboren wurde. Und Er gibt uns Zeit – wie den Königen und Hirten – Ihn auch wirklich zu finden in unserem Leben.


Riki Ritter-Börner

erschienen in GESUND & LEBEN 12/2019