im gespräch

FotoS: orf

Wieder mehr

Leichtigkeit

Sportjournalistin und Neo-„Dancing Stars“-Moderatorin Kristina Inhof erzählt im Gespräch mit GESUND & LEBEN über ihren Respekt vor Fußball, ihre Wünsche für 2021 – und wieso es so wichtig ist, sich immer selbst treu zu bleiben.

Viele sagen, dass 2020 ein schlimmes Jahr war. Empfinden Sie das persönlich auch so?

Es war natürlich ein Ausnahmejahr. Corona hat viele Menschen getroffen, sei es auf gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Ebene. Im Grunde aber hat jeder Einzelne von uns die Auswirkungen der Krise gespürt, denn jeder Mensch braucht Umarmungen, per- sönlichen Kontakt mit Familie und Freunden. Das hat uns sicherlich allen gefehlt in den vergangenen Monaten.

Ich selbst hatte Glück im Unglück. Nur durch den Ausfall von Mirjam Weichselbraun bei „Dancing Stars“ bekam ich überhaupt erst die Möglichkeit, diese tolle und erfolgreiche Hauptabend-Show zu moderieren. Obwohl es also ein schwieriges Jahr

war, durfte ich ein berufliches Highlight erleben. Dafür bin ich sehr dankbar.


Wie groß war der persönliche Druck, in die Fußstapfen von Mirjam Weichselbraun als „Dancing Stars“-Moderatorin zu tre- ten?

Ich hatte keinerlei Angst oder Sorge, mit Mirjam verglichen oder an ihr gemessen zu werden. Ich habe tief in mir gespürt: Ich bin für diese Herausforderung bereit. Und wenn man dieses Gefühl hat, dann braucht man keine Angst zu haben. Ich wusste: Bin ich so natürlich und authentisch wie möglich, werde ich akzeptiert werden und in diese Moderatorinnenrolle hineinwachsen. Gott sei Dank ist mir das gelungen! Schon nach nur wenigen Sendungen habe ich mich im Ballroom wohl und angekommen gefühlt.


Sind Sie Perfektionistin?

Nein, aber ich bin ehrgeizig. Jedoch nicht auf eine verbissene Art und Weise. Ich habe meine Ziele und arbeite hart daran, sie zu erreichen, jedoch nicht um jeden Preis. Und schon gar nicht so, dass ich mich danach nicht mehr in den Spiegel schauen kann. Dass ich das problemlos kann und weiterhin kann, ist mir sehr wichtig. Ich gehe meine ganz eigene, geradlinige Linie ...


... und bleiben sich selbst treu.

Genau. Darauf habe ich immer schon Wert gelegt. Was ich bisher erreicht habe, habe ich mir selbst erarbeitet. Zwar in kleinen Schritten, aber alles auf gesunde und faire Art und Weise. Ich bin immer ich geblieben. Ich war nie die große Netzwerkerin und Society-Event-Besucherin, das bin ich einfach nicht und fühle mich bis heute auf solchen Veranstaltungen meist nicht wohl. Spä- testens nach einer Stunde oberflächlichem Geplauder verspüre ich das Bedürfnis, wieder nachhause zu fahren! Ich möchte mit Leistung überzeugen. Und ich zeige mich stets offen für Neues.


Sie moderieren viele Fußballsendungen. Was fasziniert Sie an diesem Sport?

Das Unvorhersehbare und die ganz großen Emotionen. Unerwartete Siege oder eine Erfolgswelle während eines Turniers zu be- gleiten ist richtig cool. Dort, wo es überbordende Gefühle gibt, bin ich gerne dabei!


Spielen Sie auch privat Fußball?

Nein. Ich habe einmal in meinem Leben Fußball spielen müssen – und zwar im Rahmen der Aufnahmeprüfung zum Sportwissen- schaftsstudium. Das war so megaanstrengend, das hätte ich nicht gedacht! Ich bin so lange quer über den Platz gehetzt, bis man mir gesagt hat, ich hätte bestanden. Seitdem habe ich den allergrößten Respekt vor Fußballspielern!


Wie schaut’s denn mit dem Tanzen bei Ihnen aus?

Durch „Dancing Stars“ bin ich durchaus auf den Geschmack gekommen. Eine Anfrage, bei der Show als Kandidatin mitzuma- chen, würde ich mittlerweile nicht mehr ablehnen. Ich fand Tanzen immer schon sehr reizvoll und als „Dancing Stars“-Moderatorin durfte ich miterleben, als welch große Erfahrung und schöne Reise die Kandidaten das Tanzen erleben – egal, mit welchen Vor- aussetzungen man gestartet ist. Tanzen als Reise zu sich selbst sozusagen. Ich selbst habe nie eine Tanzschule besucht, kann keine Standardtänze. Ich liebe es aber, mich zur Musik frei zu bewegen, das empfinde ich als sehr befreiend.


Mit welchen Vorsätzen und Wünschen gehen Sie in das Jahr 2021?

Ich wünsche mir wieder mehr Leichtigkeit. Es mag banal klingen, aber: Ich möchte wieder unter die Leute gehen können, ohne ein beklemmendes oder schlechtes Gefühl haben zu müssen. Ich möchte wieder ein volles Freibad genießen, in der Disco tan-

zen, am Oktoberfest eine gute Zeit verbringen, liebe Men- schen unbeschwert umarmen können. Kurz: Ich möchte wie- der das Leben feiern! Blickt man auf die derzeitigen Impf- prognosen, stehen die Chan- cen dafür nicht schlecht. Was meine beruflichen Pläne an- geht: Ich vertraue darauf, dass in mein Leben genau jene Din- ge kommen, die zu mir passen – und das zum richtigen Zeit- punkt. Man kann im Leben nichts erzwingen.


Manuel Simbürger

erschienen in GESUND & LEBEN 01+02/2021