rücken

Mit Heilgymnastikübungen wird die Rücken- und Bauchmuskulatur trainiert.

FotoS: gesundheits- und kurhotel badener hof

Aktiv für den Rücken

Ein starker Rücken muss trainiert werden, um den Teufelskreis chronischer Schmerzen zu durchbrechen.

Erst wenn ein bisher unbekanntes, schmerzhaftes Stechen durch das Rückgrat schießt, kommt vielen zu Bewusstsein, wie wich- tig es eigentlich ist, den Stütz- und Bewegungsapparat durch regelmäßige Übungen zu stärken. Jedoch trainieren sich viele Menschen im Alltag so manch ungesunde Gewohnheiten an: Dazu zählen beispielsweise falsches Heben, Tragen, Bücken so- wie eine falsche Haltung beim Sitzen oder Stehen. Auf das Einüben rückengerechter Bewegungsabläufe legt man im Badener Hof großen Wert, sagt Dr. Kerstin Klimt, Ärztliche Leiterin des Gesundheits- und Kurhotels: „Für einen optimalen Gang ist die trai- nierte Bauchmuskulatur und oberflächige sowie tiefe Rückenmuskulatur wichtig, ebenso wie eine ausgeprägte Abrollbewegung des Fußes, die symmetrische Bewegung des Beckens, aber auch die freie, nicht eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule. Wir legen den Fokus auf die bewusste Verbesserung der Haltung und trainieren dies gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten. Immerhin leiden rund 90 Prozent unserer Kurgäste an Rückenschmerzen. Davon haben die meisten bereits ein chro- nifiziertes Stadium, also Schmerzen, die länger als zwölf Wochen bestehen.“


Berühmte Schwefelheilquellen

Einen besonders hohen Stellenwert genießt das Heilmittel Schwefel im Gesundheits- und Kurhotel Badener Hof, für welches die Biedermeierstadt berühmt ist. Die Badener Schwefelheilquellen waren schon zur Zeit der Römer allseits bekannt. In späteren Jahrhunderten förderten sie das Wohlbefinden historischer Persönlichkeiten wie Kaiserin Maria Theresia, Franz Grillparzer oder Ludwig van Beethoven, der häufig in Baden gastierte. Bei Rückenschmerzen sei Wärme besonders gut, erklärt Klimt: „Sie wirkt schmerzlindernd und baut Muskelverspannungen ab.“ Zum Einsatz im Badener Hof kommen dafür unter anderem die Infrarot- Wärmetherapie, Schwefelmoorpackungen, Moorpackungen und Schwefelbäder wie auch Medizinalbäder mit Heublume oder Melisse. „Das Heilmittel Schwefel wirkt entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd und zeigt eine langan- haltende Wirkung.“


Rückenfreundlich Bewegen

Während des Aufenthaltes wird mit Heilgymnastik die Rücken- und Bauchmuskulatur trainiert. Der Stütz- und Bewegungsapparat wird gekräftigt, um Rückenschmerzen langfristig vorzubeugen. Das Ak- tivprogramm sollte auch unbedingt zuhause beibehalten werden. Hierfür erhalten die Patientinnen und Patienten Anleitungen mit ver- schiedenen Übungen. Klimt empfiehlt, vier- bis fünfmal wöchentlich 20 Minuten heilgymnastische Übungen. Zusätzlich eignen sich Sportarten mit gleichmäßiger, symmetrischer Bewegung wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren. Hilfreich sind auch fixe tägli- che Entspannungseinheiten, um innere Balance zu schaffen.

Für die Rückengesundheit ist es vor allem wichtig, die richtigen Be- wegungen im Alltag zu integrieren, um das Risiko von Schmerzat- tacken zu reduzieren, erklärt Klimt: „Berufsbedingt verbringen viele

Menschen die meiste Zeit im Sitzen. Man sollte aber nicht acht Stun- den durchgehend sitzen! Es empfiehlt sich ein bequemer Bürosessel und regelmäßige Bewegungspausen, wie etwa stündlich für fünf Minu- ten aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und sich dabei zu stre- cken. Man kann auch im Sitzen die Hände in den Nacken verschrän- ken und sich nach hinten strecken.“ Beim Bücken oder Hochheben geht man besser in die Knie, um den Rücken zu schonen.

Auch das gleichmäßige Tragen, beispielsweise beim Einkaufen im Su- permarkt, ist ein Thema: „Tragen Sie die schwere Einkaufstasche nicht immer nur auf einer Seite, sondern achten Sie auf eine seitengleiche Belastung. Das sind Dinge, die man im Alltag leicht umsetzen kann, die jedoch viel zur Rückengesundheit beitragen!“


Jacqueline Kacetl

erschienen in GESUND & LEBEN 11/2020