Genuss

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Karotten, Kohlsprossen, Rote Rüben: Auch der Winter bietet köstliches und gesundes Gemüse – und viel Farbe am Teller.

Die Farbenpracht eines saisonalen heimischen Gemüsekorbs ist im Winter ähnlich bunt wie im Sommer. Es gibt eine vielfältige Auswahl, wie die Wurzelgemüsesorten Karotten, Pastinaken, Schwarzwurzel, Topinambur oder Rote Rübe, oder Kohlsorten wie Grünkohl, Rotkraut, Kohlrabi oder Kohlsprossen. Nicht zu vergessen verschiedene Kürbissorten, Kren, Zwiebel- und Lauchge- wächse sowie Knoblauch. Wer nun Lust auf saisonalen Salat hat, kann beherzt bei Chicorée, Endivie und Vogerlsalat zugreifen. In Österreich gibt es ausreichend heimische Sorten, um sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren. Neben Regionalität bringt auch Saisonalität ein großes Plus – und zwar unserem Körper, wissen Sandra Seitner und Viktoria Schwarz. Die beiden Er- nährungsexpertinnen betreiben gemeinsam die „Ernährerei“ in Krummnußbaum (Bezirk Melk): „Saisongemüse, das bei uns in der Region wächst, wird dann reif, wenn Licht und Witterung ideal sind. In dieser Zeit sind die Pflanzen kraftvoller und entwickeln mehr Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und viel mehr Geschmack.“


Helfer willkommen!

Gerade in der kalten Jahreszeit, in der das Immunsystem permanent mit der Abwehr von Bakterien und Viren gefordert ist, sind Helfer willkommen. Und hier entfaltet das Wintergemü- se seine ganze Wirkung, erklärt Viktoria Schwarz: „Sauerkraut beispielsweise punktet mit ei- nem hohen Gehalt an Vitamin C, außerdem fördert es eine gesunde Darmflora und trägt da- mit wesentlich zu einem gesunden Immunsystem bei. Die Rote Rübe liefert Vitamin C, Zink und Selen.“ Eine deutlich unterschätzte Wurzelknolle ist Topinambur. Mit einem beachtlichen Gehalt an Vitamin A, Zink und Eisen ist sie eine wertvolle Alternative zu Erdäpfeln.

Chinakohl schließlich, der zarte Vertreter unter den Kohlsorten, liefert nicht nur als Rohkost die volle Dosis Vitamin C, verschiedene B-Vitamine und Folsäure. „Er schmeckt auch in Ein- töpfen, Suppen oder Schmorgerichten hervorragend. In seinem Heimatland China, wie der Name vermuten lässt, wird er gerne fermentiert und als Kimchi verzehrt“, erklären die Expertinnen.

Wer einen Garten oder Balkon hat, kann Wintergemüse selbst anbauen und ernten. „Viele Sorten überstehen sogar frostiges Wetter und können deshalb über den Winter in der Erde bleiben und bei Bedarf frisch geerntet werden. Das Gemüsebeet mit Vlies bedeckt schützt die Pflanzen vor zu viel Frost“, rät Schwarz. Gelagert werden soll die Ernte oder das im Su- permarkt erstandene Gemüse kühl, feucht und dunkel. Kohlgemüsearten sind dafür bekannt, Blähungen und Bauchschmerzen zu verursachen.

Tipps und Tricks für die Zubereitung hat Sandra Seitner, eine ausgebildete Köchin: „Gewürze verschaffen Abhilfe. Zu jedem Kohl- und Krautgericht gehört eine angemessene Dosis Küm-

mel. Fernöstliche Gewürze wie etwa Ingwer, Koriander, Fenchel, Kardamom und Kreuzkümmel minimieren ebenfalls Beschwer- den. Diese enthalten allesamt Bitterstoffe, welche die Verdauung ankurbeln und positiv unterstützen.“ Schließlich ist auch die Zu- bereitungsart ausschlaggebend: „Während Rohkostsalate beinahe immer unangenehme Momente bereiten, ist gut durchgegarter Kohl oder blanchiertes Kraut gut verträglich.“ Und das Wintergemüse kann seine vielen Vorteile wirken lassen!


Heike Kossdorff

erschienen in GESUND & LEBEN 01+02/2021