GESUND BLEIBEN

Aktiv sein – gesund bleiben

„Gesundheitsvorsorge Aktiv“ gibt Teilnehmenden die richtigen Werkzeuge in die Hand, um ihrer

Gesundheit mit neuem Wissen sowie mit

Bewegungs- und Entspannungs-Routinen

begegnen zu können.

„Gesundheit kann man sich erarbeiten“: Das ist das Motto der neuen Kur „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ (GVA). Sie ist der optimale Schritt in ein gesünderes Leben für jene Menschen, die in ihrem Alltag mehr für ihre Gesundheit tun wollen als bisher. Sei es, weil es im Rücken, den Schultern oder den Knien schmerzt, ein paar Kilos zu viel um die Hüften liegen, das Herz- Kreislauf-System mehr Bewegung braucht oder weil der Alltag stresst und fordert. Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher

Leiter des Moorheilbades Harbach, hat „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ bereits in der Pilotphase für sein Haus angeboten. „Kuren haben sich in den vergangenen Jahren tatsächlich völlig gewandelt: Früher ist man zur Kur gefahren, um sich dort passiv versorgen zu lassen, etwa durch Moorbäder und Massagen.“ Püspök scherzt – und es klingt nach langjähriger Erfahrung: „Und danach ist man womöglich noch mit anderen Kurgästen ins Wirtshaus gegangen.“ Damals, zu Zeiten der eher passiven Kur, sprach man von „Compliance“ als passende Haltung des Kurgastes – dass man sich an Regeln hält, um gesund zu werden.

Heute heißt das geforderte Verhalten „Adherence“. Dabei werden Regelungen befolgt, die gemeinsam beschlossen wurden und von Patientin zu Patient verschieden sind. Heute darf jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer in maßgeschneiderten Kursen und Trainingseinheiten genau das für den Alltag lernen und einüben,

was ihr oder ihm eine nachhaltige Lebensstil-Änderung ermöglicht. Das bedeutet, dass man je nach Bedarf genau jene Dinge lernt, die man bisher nicht oder nicht ausreichend gemacht hat.


Bewegung – die beste Therapie

Für den Ärztlichen Direktor des Moorheilbades Harbach ist das beste Medikament für unsere Gesundheit regelmäßige Bewegung in der richtigen Intensität: „Wir kennen kein anderes Medikament, das so hervorragend und ohne Nebenwirkungen anschlägt.“ Püspök ist es daher ein großes Anliegen, zu mehr Bewegung im Alltag zu animieren. Denn Bewegungsmangel macht uns krank, schädigt unseren gesamten Organismus und begünstigt Volksleiden wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Krebs.

Wichtig beim passenden Bewegungstraining ist, dass man sich genau im richtigen Maße anstrengt und vor allem möglichst viel Nutzen aus dem eigenen Bewegungsprogramm ziehen kann. Bester Garant, dass man dranbleibt, sind feste Zeiten im Alltag für zum Beispiel die Walking-Einheit: Sie sollte als Fixpunkt im Kalender stehen. Das tägliche Gleichgewichts-Training könnte man im Einbein-Stand beim Zähneputzen oder auf einem instabilen Untergrund, wie auf einem zusammengerollten Handtuch vor dem Fernseher, erledigen. Zwei wöchentliche Krafttraining-Einheiten ergänzen das Bewegungstraining. Eigentlich gar nicht so schwer, wenn man den inneren Schweinehund erst einmal besiegt hat. In Vorträgen, Workshops, gemeinsamen Trainings und Einzelgesprächen mit Spezialisten lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der GVA alles Wichtige, um einen gesunden Bewegungsalltag entwickeln und tatsächlich auch durchhalten zu können.

Auch das Thema Ernährung steht bei einem Aufenthalt in der wildromantischen Landschaft um das Moorheilbad Harbach im nördlichen Waldviertel auf der Tagesordnung: Welche Lebensmittel tun gut? Wovon sollte man mehr genießen, wovon

lieber weniger? Und wie schafft man es zu Hause zwischen Arbeit und familiärer Herausforderung, die richtigen Nährstoffe auf den Teller zu bekommen?


Die Seele leidet mit

Wichtiger Faktor in der GVA ist das Thema mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Entspannung. Denn viele Menschen mit chronischen körperlichen Beschwerden sind auch psychisch belastet. Püspök betont: „Eine GVA ist auch dazu da, den Betroffenen möglichst viel Teilhabe im Alltag (wieder) zu ermöglichen, indem wir die Defizite beheben, die ihnen am meisten zu schaffen machen.“ So können Patientinnen und Patienten zum Beispiel an Wanderungen teilnehmen, wenn sie durch die GVA wieder mobiler geworden sind. Oder auch das soziale Miteinander wieder besser erleben, weil sie weniger Einschränkungen haben.  Deshalb fragen die Therapeuten und Ärzte in der GVA auch ganz genau nach dem beruflichen und privaten Umfeld: „Wo tut es weh? Was ist Ihr größtes Problem? Was vermissen Sie am meisten?“ Das sind nur wenige der Fragen, die zu Beginn des Aufenthaltes gestellt werden und den Leitfaden für das individuelle Programm der Patientinnen und Patienten bestimmen.

Generell zeigt sich der erfahrene Arzt Johannes Püspök sehr zufrieden mit den Resultaten, die seine Schützlinge nach drei Wochen Aufenthalt mit intensivem Training erreichen: „Der Großteil goutiert das aktivere Programm. Die Menschen verstehen, dass sie aktiv werden müssen, wenn sie gesund bleiben wollen. Mehr in Richtung Prävention statt Therapie – und das gefällt ihnen. Das Ziel ist, dass sie mit uns gemeinsam die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen.“



Riki Ritter-Börner

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 10/2019