AUSDAUERSPORT

Ein Leben in Bewegung

FotoS: istockphoto/ skynesher, ZVG

Bei der „NÖ Challenge“ zählt jede Minute Bewegung in der freien Natur. Die Suche nach den aktivsten Gemeinden des Landes beginnt!

Regelmäßiges Ausdauertraining hat viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Es kräftigt unter anderem die Herzmuskulatur und wirkt somit Herz- Kreislauferkrankungen entgegen. Zudem lassen sich weitere Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte minimieren. Ob Sie lieber laufen, walken, wandern oder Rad fahren – jede Form von Ausdauersport wirkt sich auch positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit aus und sorgt für gute Laune.


Sanfter Einstieg

Wer mit einer Ausdauersportart wie dem Laufen beginnt, sollte dabei auch ein paar Dinge beachten. Besonders wichtig ist ein sanfter Einstieg. Das bestätigt auch Sportexperte und Trainer Gerald Demolsky aus Öhling bei Amstetten: „Der Start von 0 auf 100 ist wie in ande- ren Bereichen meist zum Scheitern verurteilt. Oft vergreifen sich die Sportler im Tempo oder machen schlichtweg zu viel. Wichtig ist, sich die nötige Zeit zu nehmen, die der Körper braucht!“

Auch das Körpergewicht spielt bei der Wahl der Sportart eine Rolle. „Beim Laufen hat man eine Flugphase, man springt, vereinfacht gesagt, von einem Bein zum anderen. Wer hier das eine oder andere Kilogramm zu viel hat, kann speziell am Anfang seinen passiven Bewe- gungsapparat überfordern. Da rate ich, zu Beginn auf eine schonendere Variante wie Wal- ken oder Rad fahren auszuweichen“, rät der Coach.


Ausdauersport als Lebensinhalt

Zusätzliche Motivation, um mit dem Sport zu beginnen oder das Training fortzusetzen, gibt die „NÖ Challenge“: Das Sportland Niederösterreich sucht von 2. Juli bis 30. September 2019 wieder die aktivsten Gemeinden Niederösterreichs.

Bereits in den Startlöchern steht die Marktgemeinde Vösendorf, die sich im Vorjahr den Titel in der Kategorie „5.001 – 10.000 Einwohner“ sicherte und diesen heuer verteidigen will. Der geschäftsführende Gemeinderat Hannes Koza, selbst begeisterter Ausdauersportler und Tri- athlet, führt den Sieg im Vorjahr auf viele persönliche Gespräche und Motivation der Bürger zurück: „Die Auszeichnung als aktivste Gemeinde Niederösterreichs hat einen sehr hohen Stellenwert, denn sie  zeigt, wie fit und motiviert wir Vösendorfer sind. Bewegung ist essenti- ell für ein gesundes Leben!“

Der Vösendorfer Gemeinderat war von Beginn an Feuer und Flamme für die Idee der „NÖ Challenge“. Dafür geht er auch mit bestem Beispiel voran: „Ausdauersport ist mein Lebens- inhalt. Als Ironman-Athlet trainiere ich rund 15 Stunden in der Woche. Da muss man den Tag schon gut planen, dass sich das alles neben Familie, Betrieb und politscher Arbeit ausgeht!“


Umfangreiches Sportprogramm

Bei den kleinsten Gemeinden der Kategorie „bis 2.500 Einwohner“ zeigt sich bei den Preis- trägern ein ähnliches Bild. In der drittplatzierten Gemeinde Annaberg sammelte allein Amts- leiter Karl Schachinger im Vorjahr in den drei Monaten fast 15.000 Minuten und landete da- mit auf Rang zwei der internen Wertung. „Durch persönliche Kontakte und die Aktivierung unserer Vereine konnten wir viele Teilnehmer für die Challenge gewinnen. Die Idee ist ein- fach toll, um die Menschen für den Sport anzuspornen“, zeigt sich Schachinger begeistert. Besonders gerne ist der Obmann der Union Annaberg in den Bergen unterwegs. Ein Leben ohne Sport ist für Karl Schachinger kaum vorstellbar:  „Ausdauersport ist Teil meines Lebens geworden. Am liebsten bin ich mit den Laufschuhen in den Bergen unterwegs. Wandern und Radfahren runden mein Sportprogramm im Sommer ab.“ Seine persön-lichen Saisonziele sind der Annaberger Berglauf auf den Tirolerkogel am 31. August 2019 sowie eine Woche später die Teilnahme am Jungfrau-Marathon in der Schweiz. Diese Aktivitäten werden sich auch in der „NÖ Challenge“ der Gemeinde Annaberg widerspiegeln.

In Vösendorf und Annaberg gehen somit zwei äußerst aktive Gemeindevertreter mit bestem Beispiel voran. Die Trainings-Umfänge der beiden Sportler sind für Anfänger kaum vorstell- bar und natürlich auch nicht zu empfehlen, sagt Gerald Demolsky: „Aus gesundheitlicher Sicht ist zum Beispiel beim Laufen drei Mal wöchentlich jeweils rund eine halbe Stunde zu empfehlen. Das wäre ein gutes Ziel nach einem sanften Einstieg und kann anschließend ge- steigert werden.“



Werner Schrittwieser

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 06/2019