REISEAPOTHEKE

Gut gerüstet

foto: istockphoto/ Mukhina1

Die Sommerferien stehen

vor der Tür. Nun sollte auch

die Reiseapotheke wieder

aufgefrischt werden.

Der Urlaub beginnt bereits mit der Anreise. Um diese für die ganze Familie so unbeschwert wie möglich zu gestalten, dür- fen ein paar kleine Helferlein im Hancgepäck nicht fehlen.

Reisekaugummis oder Tabletten beugen der sogenannten Reisekrankheit vor, die durch das Schwanken von Flugzeu- gen, Autos, Reisebussen oder Schiffen entstehen kann.

Wer mit einer Erkältung in den Urlaub fliegt, sollte unbedingt einen abschwellenden Nasenspray zur Hand haben. Bei ver- stopfter Nase kann kein Druckausgleich stattfinden, was oft zu

starken Ohrenschmerzen führt.

Kleinkinder und Säuglinge sollten, wenn sie im Flieger schla- fen, nach der Ansage „wir haben gerade unsere Reiseflughö- he verlassen“ geweckt werden, da der Druckausgleich nicht immer automatisch im Schlaf erfolgt. Ihnen helfen das Nu- ckeln am Schnuller, Bonbons oder etwas zu trinken, damit der Druckausgleich gelingt.


Impfen lassen

Wer eine Fernreise plant, sollte sich mit dem Thema Impfen spätestens vier Wochen vor Reiseantritt auseinandersetzen. In diesem Zeitraum kann noch jede Grundimmunisierung durchgeführt oder eine fällige Auffrischung nachgeholt werden. Gegen gefährliche Krankheiten wie Denguefieber oder Malaria gibt es leider bis dato noch keinen Impfstoff. Konsequenter Mückenschutz, wie durch langärmelige

Kleidung, Mückensprays und Moskitonetze, ist in bedrohten Gebieten besonders wichtig.

Malariagebiete erstrecken sich in den tropischen und subtropischen Ländern aller Kontinente. Statt einer Impfung gibt es mehrere Medikamente am Markt, die im Rahmen eines Beratungsgesprächs mit Ärztin oder Arzt ausgesucht werden.


Sonnenbrand vorbeugen

Wir brauchen die Sonne, etwa um die Vitamin D-Speicher aufzufüllen. Doch zu viel Sonne lässt die Haut schneller altern und schädigt sie in den verschiedenen Schichten. Das kann  über die Jahre zur Entstehung von Hautkrebs führen. Der beste Schutz ist das Vermeiden übermäßiger UV-Strahlung, indem man zumindest die Mittagszeit im Schatten verbringt und auch sonst möglichst wenig pralle Sonne auf die Haut einwirken lässt.

Hilfreich ist „textiler Lichtschutz“, der die UV-Strahlung weitgehend abhält und eine Kopfbedeckung. Die Augen, auch von Kindern, schützt man am besten durch Sonnenbrillen.

Sonnenschutzpräparate müssen rechtzeitig und großzügig aufgetragen werden. Wasserfeste Produkte verzögern das Abwaschen des Sonnenschutzmittels und erhalten so einen zeitlich begrenzten Schutz während des Badens. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Sonnenschutzprodukte auf den Schutz vor UVA- und UVB-Strahlung: UVB-Strahlung erzeugt Sonnenbrand und begünstigt Hautkrebs. Die tiefer eindringende UVA-Strahlung führt zu vorzeitiger Hautalterung und begünstigt das Entstehen von Falten. Noch ein Stück tiefer in die Haut gelangt die Infrarot-A-Strahlung. Auch sie lässt die Haut schneller altern, aber man kann sich mit entsprechenden Produkten auch davor schützen. Achten Sie bei Sonnenpflege auf möglichst wenig Duft- und Konservierungsstoffe, um die Haut nicht unnötig zu stressen.


Frauengesundheit vorab stärken

Ein Badeurlaub kann für empfindliche Frauen in unangenehme Beschwerden münden. Brennen und Schmerzen beim Harnlassen oder vaginaler Juckreiz sind keine Seltenheit. In Österreich haben etwa 30 Prozent der Frauen Erfahrungen mit derartigen Problemen nach einem Tag im Bad. Denn Bakterien und Pilze sind überall, einige von ihnen können zu einer Scheideninfektion führen, wie das Coli-Bakterium aus dem Darm. Der weibliche Organismus wird anfällig, wenn etwa ein zu langes Aufweichen im Wasser die Scheidenflora beeinflusst. Die Bakterienbesiedlung kann dadurch ins Ungleichgewicht geraten und die Schleimhaut angreifbar für Keime werden.

Beugen Sie vor! Wechseln Sie den Bikini oder Badeanzug nach dem Baden und gehen Sie, wie nach dem Geschlechtsverkehr, immer zur Toilette, um eventuelle Keime durch das Wasserlassen aus der Harnröhre auszuspülen. Wer Tampons benutzt, sollte diese nach dem Baden wechseln. Sie können die Scheidenflora auch mit hilfreichen Bakterien unterstützen, um nicht so leicht eine Infektion zu bekommen. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten!

erschienen in GESUND & LEBEN IN NIEDERÖSTERREICH 06/2019