GESUNDHEIT

fotoS: istockphoto: baibaz, Peter Hermes furian, Nina Malyna

Gesund durch den Sommer

Nach wochenlanger Quarantäne und Homeoffice locken nun Sonnenschein, blauer Himmel und heiße Tage ins Freie. Damit Sie den Sommer so richtig genießen können, gilt es aber, auf Ihre Gesundheit zu achten.

 Geschützte Sommerhaut

Wenn man an Sommer denkt, denkt man auch an die wärmenden Strahlen der Sonne. Doch ein guter Schutz ist Pflicht: Die optimale

Sonnencreme sollte sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützen. UVB-Strahlen sind für den akuten Sonnenbrand verant- wortlich; UVA-Strahlen für die Hautalterung, chronische Sonnenschäden, die man erst nach Jahren oder gar Jahrzehnten bemerkt, und somit auch den weißen Hautkrebs. Während die Sonne in den Bergen prinzipiell stärker ist, kommt es an Seen zuweilen zur Re- flektion durch das Wasser – die UV-Strahlung wird also verstärkt. Außerdem kann der Wind tückisch sein, weil man nicht merkt, dass man „verbrennt“. Die Eigenschutzzeit der Haut hängt vom Hauttyp ab (siehe Kasten). Diese kann durch Sonnenschutzmittel verlän- gert werden und zwar je nachdem, wie hoch der Lichtschutzfaktor (LSF) ist. Ist man etwa Hauttyp 2 und verwendet eine Creme mit LSF 30, hält der Schutz zwischen 300 und 600 Minuten. Regelmäßiges Nachschmieren ist trotzdem wichtig, da sich die Crememen-

ge durch Schweiß, Wasser und Kleidung reduziert.


Gesunde Blase

Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, Krämpfe im Unterleib, trü- ber, zuweilen sogar blutiger Harn: Viele Frauen kennen diese Beschwerden nur zu gut, jede zweite leidet mindestens einmal in ihrem Leben an einer Blasenentzündung. Rund die Hälfte der Betroffenen erkrankt innerhalb eines Jahres wieder daran. Gerade der Sommer ist Hochsai- son für Blasenentzündungen, der Grund ist meist nasse Badekleidung. Der Beckenbereich kühlt dadurch sehr rasch ab, die Durchblutung reduziert sich und es kommt zu einer Abwehr- schwäche. Bakterien und Keime gelangen dadurch leichter in die Harnwege und verursachen Blasenentzündungen.

Meist verläuft die Blasenentzündung unkompliziert und heilt durch viel trinken aus, bei starken Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird bei wiederkehrenden Infek- ten weitere Untersuchungen (Harnkultur, Ultraschall, Blasenspiegelung usw.) anordnen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte man ausreichend trinken. Tipp: Mischen Sie Cranberry- Extrakt, Apfelessig, Zitronen- oder Grapefruitsaft mit einem Glas Wasser. Dadurch wird der Harn derart sauer, dass sich Keime nicht mehr so rasch vermehren können. Kommt es den- noch wiederholt zu Entzündungen, kann entweder eine Immunisierung mittels Tablettengabe über einen längeren Zeitraum oder eine Blaseninstillation zum Wiederaufbau der

Blasenschleimhaut angedacht werden. Übrigens: Veränderungen an der Prostata lassen bei Männern ab 50 die Häufigkeit von Harnwegsinfekten deutlich ansteigen.


Hilfe gegen trockene Augen

Im Sommer sind unsere Augen vielen Belastungen ausgesetzt – Hitze, Pollen, Chlorwasser und UV-Strahlung können zu trockenen und gereizten Augen führen. Trockene Augen sind nicht nur unangenehm, sondern können auch Schäden auf der Hornhaut verursachen und das Sehver- mögen beeinträchtigen. Gerade bei trockener Hitze oder häufiger Bildschirmarbeit hilft es, öfter zu blinzeln, um die Augenoberfläche mit Tränenflüssigkeit zu benetzen. Falls das nicht reicht, versprechen konservierungsmittelfreie Augentropfen Linderung. Wer eine Klimaanlage nutzt, sollte außerdem regelmäßig lüften oder zusätzlich Luftbefeuchter gegen die trockene Raumluft einsetzen. Auch kurze Spaziergänge an der frischen Luft

können Augentrockenheit vorbeugen, sofern sie nicht gerade während der Mittagshitze stattfin- den. Und: Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille. Diese sollte unbedingt über ausrei- chend UV-Schutz verfügen. Brillen ohne UV-Schutz sind für das Auge nämlich schädlicher als keine Brille. Durch das dunkle Glas wird die Pupille größer, wodurch mehr UV-Licht auf Horn- und Bindehaut gelangt und mehr Zellen zerstört werden, als wenn man keine Brille trägt. Dass eine Brille genügend UV-Strahlen abblockt, erkennen Sie an der ufschrift „UV-400“ auf der Bü- gelinnenseite. Für Kontaktlinsenträger eignen sich die

handelsüblichen Sonnenbrillen, Fehlsichtige ohne Kontaktlinsen benötigen hingegen eine Son- nenbrille mit Sehstärke. Das gilt  auch für Schwimmbrillen, die beim Tauchen Augenreizungen verhindern können.

erschienen in GESUND & LEBEN 07+08/2020