SCHENKEN

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Grüne Weihnachten

Glitzer, Geschenke und üppiges Essen: Rund um Weihnachten gibt es von allem ein bisschen mehr. Wer gut plant und gezielt reduziert, kann die Weihnachtszeit im Einklang mit der Natur verbringen.

Österreich – das Land der Geschenke? Nicht ganz. Spanien und Großbritannien landen noch vor Österreich, wenn es um die Weihnachtsgeschenke geht. Viele Menschen genießen den Trubel in der Vorweihnachtszeit, die glitzern- de Beleuchtung und die vollgepackten Geschäfte. Das Kontrastprogramm dazu: eine besinnliche Adventzeit im Einklang mit der Natur.


20 Prozent mehr Müll

400 Euro gaben die österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten im vergangenen Jahr für Weihnachtsge- schenke aus. Eine Summe, die Jahre zuvor wesentlich höher war. Das Shoppen selbst versetzt viele erst so richtig in Weihnachtsstimmung, denn nur 18 Prozent der Befragten empfinden es als Belastung. Verpackungen, Ge- schenkpapier und Dekorationsartikel stehen allerdings oft im Kontrast mit einer nachhaltigen Lebensweise – sie häufen sich nach Weihnachten gemeinsam mit weggeworfenem Essen. In Zahlen ausgedrückt: Nach Weihnachten gibt es 20 Prozent mehr Müll als sonst. Um dem entgegenzuwirken, kann man bereits im Advent damit beginnen. Vor allem für Kinder ist es ein schönes Ritual, gemeinsam Weihnachtsschmuck zu basteln oder Alternativen zu Ge- schenkpapier zu gestalten (siehe Tipps Seite 10). Dadurch erleben sie die Vorweihnachtszeit besonders bewusst und man kann viel gemeinsam vorbereiten, sagt Christa Ruspeckhofer von der Energie- und Umweltagentur NÖ.


Gute Planung hilft

Jeder kennt sie – die Last-Minute-Geschenkeeinkäufer. Sie sind leider auch für die Umwelt nicht ganz unproblema- tisch: „Wenn man unter Zeitdruck durch die Geschäfte saust, ist man verleitet, schnell irgendetwas zu kaufen“, sagt Ruspeckhofer. Besser ist es, sich in Ruhe zu überlegen, was den Geschmack des Gegenübers trifft. Eine Lis- te hilft dabei, niemanden aus den Augen zu verlieren. Wer sich genug Zeit für die Weihnachtseinkäufe nimmt, hat gute Chancen, das zu bekommen, was er sich vornimmt.

Die Fülle an Geschenken überfordert Kinder oft. Deshalb ist es sinnvoll, wenn mehrere Verwandte oder Freunde für ein größeres Geschenk wie ein Fahrrad zusammenzahlen. Zu oft liegt viel Plastik- und Kunststoffspielzeug unter dem Christbaum, das rasch nicht mehr genutzt wird und in Aufbewahrungsboxen landet. Christa Ruspeckhofer rät, alternativ dazu Gutscheine für Erlebnisse zu verschenken. Und: „Beim Spielzeug sollte man auf das Spielgut-Sie- gel achten. Dann bewegt man sich automatisch in einem anderen Preissegment – und schenkt gezielter.“


Nach Weihnachten landen auch jede Menge Lebensmittel im Müll. Auch hier sollte man im Vorfeld genau überle- gen, wie viel die Gäste wirklich essen. Denn das weicht meist nicht viel von einer normalen Portion ab. Wer zu viel gekocht hat, sollte das übrig gebliebene Essen rechtzeitig einfrieren. Auch Beilagen wie Nudeln oder Reis können so aufbewahrt werden. Vielleicht überlegt man sogar, das Weihnachtsessen, die Dekoration und das Rundherum ein wenig zu reduzieren: Was davon ist wirklich nötig – und was kann man auch einmal weglassen? Das entstresst – und schafft Zeit für schöne, besinnliche Momente.



Daniela Rittmannsberger

erschienen in GESUND & LEBEN 12/2019