Hausmittel

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Heilen mit Altbewährtem

Verstopfte Nase, Wespenstich oder Bauchweh: Viele Beschwerden lassen sich mit einfachen Mitteln lindern. GESUND & LEBEN stellt wirksame Hausmittel vor.

Einfacher geht’s kaum: Zwiebel aufschneiden, in einen Socken füllen und diesen nachts neben dem Bett aufhängen, möglichst nahe am Kopfende. Was nach einem schrägen Ri- tual aus der Welt der Esoterik klingt, ist eines der einfachsten und wirksamsten Hausmittel gegen eine verstopfte Nase. Denn die ätherischen Öle der Zwiebel lassen die Schleim- häute abschwellen und verflüssigen das Nasensekret. Man kennt das vom Zwiebel- schneiden beim Kochen, wenn man auf einmal weinend in der Küche steht. Zugegeben, das Zwiebelaroma im Schlafzimmer ist etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür wird die Nase frei und Durchschlafen wieder möglich. Claudia Schauflinger, Expertin für Hausmittel, ist von der Zwiebel schwer begeistert. Mit ihrer antibakteriellen, antiviralen und reinigenden Wirkung ist die Zwiebel für Schauflinger ein Allrounder, der seine Powerkräfte bei allen möglichen Wehwehchen entfaltet. Auch wenn eine Biene oder eine Wespe zugestochen hat: „Wir haben immer eine Zwiebel und ein Taschenmesser mit dabei.

Bei Insektenstichen wirkt eine aufgelegte Zwiebelhälfte extrem effizient gegen die Schmerzen.“


Einfach & wirkungsvoll

Die Zwiebel ist ein perfektes Beispiel für ein typisches Hausmittel: Man hat sie meistens zu Hause, sie ist billig, einfach in der Anwendung und wirkungsvoll. „So sollen Hausmittel sein“, sagt Claudia Schauflinger, „nämlich möglichst unkompliziert.“ Schauflinger gibt auf ihrem Blog (www.kinderhausmittel.com), in ihrem Buch und bei Kursen jahrhundertealtes Hausmittelwissen weiter. Die einfache Anwendung steht dabei im Vordergrund. Dazu ge- hört, sich nicht lange auf die Suche nach geeigneten Zutaten machen zu müssen. Schon immer sei es so gewesen, dass man das, was im eigenen Haushalt oder in der Natur zur Verfügung stand, verwendete, um leichte Erkrankungen zu behandeln. Zum Beispiel Öl.

„Öl kann sehr vielseitig eingesetzt werden, bei Husten oder für die Bauch- massage bei Bauchweh. Dazu kann man im Prinzip jedes Öl aus der Küche verwenden.“ Besonders bei Kindern sei wichtig, dass sie die Anwendung als angenehm empfinden. Eiskalte Wadenwickel, wie sie so manche Er- wachsene aus ihrer eigenen Kindheit kennen, würde Claudia Schauflinger nie anwenden. „Erwachsene sind sicherlich hartgesottener, aber auch sie sollten auf ihr Wohlbefinden achten. Man wird einfach schneller gesund, wenn man sich entspannt.“


Honig gegen Husten

Ob Sonnenbrand, Insektenstich oder Erkältung: Viele Beschwerden lassen sich zu Hause gut behandeln. Für Arzneimittel, die man ohne Verschreibung in der Apotheke bekommt, seien Hausmittel oft durchaus ein angemessener Ersatz. „Hustensaft zum Beispiel kann man ganz einfach selbst herstellen, der hat dann auch keine synthetischen Zusatzstoffe.“ Dazu feingeschnittene Zwiebel, eventuell etwas Thymian mit reichlich Zucker in einem leeren Mar- meladenglas ziehen lassen. Den Saft, der sich nach einigen Stunden ab- setzt, über den Tag verteilt einnehmen. Noch einfacher: Einen Löffel Honig langsam lutschen, das allein kann lästigen Hustenreiz schon stillen. Tritt kei- ne Besserung ein oder verschlechtert sich der Zustand, sollte man zur Ärz- tin, zum Arzt gehen. „Aber selbst wenn die Ärztin oder der Arzt ein Medika- ment verschreibt, können Hausmittel unterstützend eingesetzt werden“, sagt Claudia Schauflinger. „Das geht Hand in Hand.“


Sandra Lobnig

rezepte

erschienen in GESUND & LEBEN 06/2021