Seniorenspecial: Teil 3

foto: PhiliPP Monihart, »tUt GUt!«

Auf zack

Mit zunehmendem Alter gewinnt körperliche Fitness immer mehr an Bedeutung. GESUND & LEBEN und »Tut gut!« geben im dritten Teil des Senioren-Specials Bewegungs-Tipps für die besten Jahre.

Was gibt es Schöneres, als gesund und ohne gravierende Einschränkun- gen alt zu werden und das Leben selbständig, aktiv und unabhängig ge- nießen zu können? „Dass Bewegung und Gesundheit in engem Zusam- menhang stehen, wurde in den letzten Jahrzehnten gut erforscht. Ein kör- perlich aktiver Lebensstil wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung, auf die Lebensqualität und auf die Anzahl der gesunden Lebensjahre aus“, sagt Mag. Alexandra Benn-Ibler, MAS, Leiterin des Fachbereichs Bewe- gung bei »Tut gut!«. Durch Bewegung und Sport kann man körperlichen Beschwerden, Krankheiten und auch der sozialen

Isolation vorbeugen. Dabei sei jedoch zu bedenken, dass sich die ge- sundheitlichen Effekte nur dann einstellen, wenn die körperlichen Aktivitä- ten auch mit einer gewissen Qualität, unter bestimmten Rahmenbedin- gungen und vor allem regelmäßig durchgeführt werden, betont die Exper- tin: „Regelmäßige Bewegung ist gerade für ältere Menschen von beson- derer Bedeutung, weil sie im Vergleich zu anderen Altersgruppen am we- nigsten körperlich aktiv sind. Dabei ist vor allem der Wechsel von ‚körper- lich inaktiv‘ zu ‚ein wenig körperlich aktiv‘ ein wichtiger erster Schritt.“


Die innere Uhr anhalten

Obwohl es offizielle Definitionen von Alter gibt, ist es kaum möglich, einen Zeitpunkt zu nennen, ab dem eine Person wirklich „alt“ ist. Denn das biologische Al- ter muss nicht mit dem kalendarischen übereinstim- men. Während das kalendarische Alter unveränderlich die Zahl der Lebensjahre angibt, misst das biologi- sche die körperliche und mentale Verfassung – also die zu diesem Zeitpunkt vorhandene Vitalität, Belast- barkeit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Das bedeutet, dass wir unseren Alterungsprozess zwar nicht stoppen, jedoch verzögern und positiv beeinflus- sen können. „Egal wie alt man ist – es lohnt sich im- mer, an der körperlichen Fitness zu arbeiten. Dazu zählen das Kräftigen der Muskeln, das Steigern der Ausdauer und das Verbessern der Balance. Neben dem Erhalt der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf- Systems und des Bewegungsapparates können uns Bewegung und Sport vor Stürzen bewahren und de- pressive Verstimmungen reduzieren“, weiß Benn-Ibler. Ein aktiver Lebensstil könne in allen Lebensbereichen umgesetzt werden – sei es im Alltag, in der Freizeit oder im Job. „Flottes Gehen oder

Stiegensteigen, Garten- und Hausarbeit, gezieltes Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht oder mit Zusatzgewichten mit 15 bis 25 Wiederholungen kann

man in jeden Alltag integrieren“, rät die Expertin. Und ergänzt: „Ein wichtiger Erfolgsfaktor dabei ist Vielseitigkeit. Überlegen Sie sich: Welche Bewe- gungsformen habe ich früher gerne gemacht und machen mir auch heute noch Spaß?“


Fit durch die kalte Jahreszeit

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass sich viele Senio- rinnen und Senioren zuhause kaum bewegen. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass die Möglichkeiten für körperliche Aktivität zuhause be- grenzt sind. Deshalb machen einige Menschen auch im Winter weniger Sport. Hier setzt »Tut gut!« mit neuen kostenlosen Kurzprogrammen und einer Begleitbroschüre an. „Wir wollen Lust auf Übungen machen, die das Gleichgewicht schulen, die Gelen- ke mobilisieren, die Muskulatur kräftigen und auch die Faszien geschmeidig halten“, sagt Benn-Ibler. Die dazugehörigen Plakate kann man sich zuhause als Motivations- und Umsetzungshilfe aufhängen und die Übungen überall durchführen. Wenn die Anzahl an Minuten auf den ersten Blick zu viel er- scheint, könne die empfohlene Gesamtdauer auch in kleine „Bewegungsportionen“ aufgeteilt werden. Wichtig sei dabei, dass eine Portion mindestens zehn Minuten andauert. „Zum Beispiel kann ein Spaziergang von 60 Minuten auf dreimal 20 Minu- ten pro Tag aufgeteilt werden. Wenn hierbei auch noch auf das Gehtempo von 120 Schritten pro Mi- nute geachtet wird, kann selbst beim Spazierenge- hen eine gewisse Fitness erhalten werden“, moti- viert die Bewegungsexpertin. Und ergänzt: „Den- ken Sie daran – es ist nie zu spät, mit körperlicher Aktivität zu beginnen. Aktiv werden beginnt im Kopf!“

Bewegungsmotivation

für die kalten Tage


Bei »Tut gut!« finden Sie viele Infor-

mationen rund um Sport und Bewegung:

Broschüre und vierteilige Plakatserie »Meine Kurzprogram- me«: Mobilisation,

geschmeidige Faszien, Gleichgewicht und Kraft

Übungsanleitung »Das Fitnessband« – spannendes Trai- ning für Ihre Muskeln

Broschüre »Los geht’s! Jeder Schritt tut gut«


Jetzt kostenlos bestellen und downloaden: www.noetutgut.at/infomaterial

erschienen in GESUND & LEBEN 11/2020