lebenswandel

FotoS: »Tut gut!«, istockphoto/ Viktor Cap, PRIVAT

Gesunder Lebenswandel

Gesundheit endlich zur Priorität machen – so gelingt es Ihnen im neuen Jahr.

Zugegeben, gute Neujahrsvorsätze haben heuer ihren üblichen Effekt verloren. Statt uns zu fragen, wie wir unser Leben ab Punkt Mitternacht an Silvester umkrempeln werden (naja, meis- tens erst ab zweiten Jänner – weil wir uns am Neujahrstag doch noch die ein oder andere Köstlichkeit gönnen wollen), malen wir uns lieber die Zeit nach Ausgangsbeschränkungen und Co aus. Denn: Je unsicherer die Gegenwart, desto interessanter die Frage nach der Zukunft. Heuer scheint daher insbesondere die „Zeit nach Corona“ als optimaler Wendepunkt für schlechte Gewohnheiten. „Nach Corona werde ich endlich beginnen, mich gesünder zu er- nähren“ oder „Sobald alles wieder normal ist, werde ich öfter ins Fitnesscenter gehen“, lautet der Tenor vieler Österreicherinnen und Österreicher. Deshalb also die Neujahrsvorsätze auf- schieben? „Nein, ganz im Gegenteil. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt für gesunde Vorsät-

ze!“, sagt Silvia Posch, BSc. Sie leitet das Programm »Vorsorge Aktiv« (siehe Seite 16) bei »Tut gut!«, das Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer nachhaltigen Lebensstiländerung unterstützt. „In unsicheren Zeiten und Ausnahmesituationen ist es beson-

ders wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben, das dem Le- ben eine Richtung gibt. Es hilft uns dabei, nicht planlos durch den Alltag zu irren, sondern motiviert uns und stärkt auch das Selbstbewusstsein, sobald wir ihm näher kommen.“

Doch wie sollte dieses Ziel aussehen? Silvia Posch rät dazu, es möglichst genau zu formulieren, dabei aber realistisch zu bleiben: „Zehn Kilo abzunehmen ist in den meisten Fällen deutlich schwieriger umzusetzen, als wie- der in die Lieblingsjeans zu passen. Stellen Sie sich ganz klar vor, wie Ihr Ziel aussieht und wie Sie sich füh- len werden, wenn Sie es erreichen.“


Kleine Schritte

Dass sich ein Lebensstil nicht von jetzt auf gleich ändern lässt, ist ganz klar. Umso wichtiger ist es, viele kleine Etappenziele auf dem Weg dorthin einzuplanen, sagt Sil- via Posch. Das kann zum Beispiel eine Verringerung des Bauchumfangs sein. Aber auch regelmäßige Belohnun- gen sind wichtig, um dranzubleiben: „Was macht Ihnen Spaß, was tut Ihnen gut? Im Optimalfall belohnen Sie sich nicht mit Süßigkeiten, sondern mit einem schönen Erlebnis – einer Massage oder einem Ausflug.“ Doch selbst, wenn es einmal zu Rückschlägen kommt, brau- che man nicht den Kopf hängenzulassen, sagt die Ex- pertin: „Jeder Mensch kennt sich selbst am besten und weiß, dass er oder sie früher oder später in alte Muster

verfällt. Hier ist es wichtig, sich einen Notfallplan zu überlegen, um gegenzusteuern: An die frische Luft gehen, um durchzuatmen, oder das Ziel auf einen Zettel schreiben und es an den Spiegel hängen, um es in schwachen Momenten in Erinnerung zu rufen.“


Rundum g‘sund

Silvia Posch rät dazu, sich auch dann wei- ter herauszufordern, wenn das gesunde Ziel – zum Beispiel wieder in die Lieblings- jeans zu passen – bereits erreicht ist. „Es gibt so viele Möglichkeiten zur Gesund- heitsprävention – Workshops und Kurse, Angebote der Gemeinde, Sportarten, bei denen man sich allein oder mit einem Part- ner auspowern kann. Machen Sie 2021 zu einem besonders gesunden Jahr!“


michaela neubauer

erschienen in GESUND & LEBEN 01+02/2021

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