Für das Haar- und Nagelwachstum sind alle B-Vit- amine, Vitamin C und A sowie Biotin unentbehr- lich.

SCHÖNHEIT

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Kraft für Haare & Nägel

Glanzlose, splissige Haare und brüchige Nägel deuten oft auf ei- nen Nährstoffmangel hin.

In der Werbung und in den sozialen Medien sind sie ein gängiges Bild: Frau- en mit traumhaft schönen, glänzenden Haaren und perfekt manikürten Nä- geln. Der Wunsch, solchen Idealbildern zu entsprechen, hält der Realität beim Blick in den Spiegel nur allzu oft nicht stand. Wenn sich die Haare kraft- los und brüchig präsentieren und die Nägel zu weich sind, einreißen oder absplittern, kommen dafür verschiedene Ursachen infrage. Spröde Haare

und Nägel können etwa auf Fehlfunktionen der Schilddrüse, chronische Darmerkrankungen, Störungen des Hormonhaushaltes, Pilz- erkrankungen, einseitige Diäten, den Kontakt mit scharfen Chemikalien oder einen stressigen Lebensstil hinweisen. Häufig verbirgt sich dahinter auch ein Mangel an bestimmten Nährstoffen. Für das Wachstum von festen, gesunden Haaren und Nägeln sind alle B- Vitamine, Vitamin C, Vitamin A und Biotin (Vitamin H) unentbehrlich. Ebenso wichtig sind die Spurenelemente Eisen, Zink, Selen, Sili- zium und Kupfer.

Frauen sind wegen der Menstruation häufiger von Eisenmangel betroffen. Wer sich vielseitig ernährt, kann den täglichen Bedarf (zwischen 10–15 mg bei Frauen) besser abdecken, weil Eisen in vielen Nahrungsmitteln nur in geringer Menge vorkommt. Der Kör- per benötigt Eisen, um die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Bei einem Mangel greift der Körper auf die knappen Depots zurück und entzieht Haaren und Nägeln das lebensnotwendige Spurenelement. Die Folgen sind brüchige Haare und Nägel, es können aber auch Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwindel auftreten. Ein abwechslungsreicher Speiseplan mit Fleisch und Fisch, Getreide wie Quinoa, Hirse oder Dinkel sowie Hülsenfrüchten, Mangold, Spinat und Kerne (z. B. Kürbis- und Pistazien- kerne) hilft bei Eisenmangel. Dabei ist es besser, auf den Konsum von viel schwarzem Tee und Kaffee zu verzichten, weil dadurch die Eisenaufnahme erschwert wird.


Haare & Nägel nähren

Eine bedeutende Rolle für gesunde Haare und Nägel spielen auch die B-Vitamine, die in Nüssen, Weizenkeimen, Milchprodukten, Eiern, Fisch und Fleisch enthalten sind. Zur Gruppe der B-Vitamine gehört auch das Vitamin B8, das auch als Vitamin H oder unter der Bezeichnung Biotin bekannt ist. Haferflocken, Hefe, Hülsenfrüchte, Nüsse, Spinat oder Vollkornprodukte gelten als gute Biotin- Lieferanten. Aber auch ein Mangel an Vitamin A und C kann zu brüchigen Haaren und Nägeln führen. Durch den Verzehr von Brok- koli, Karotten, Spinat oder Tomaten sowie Eiern, Käse und Leber wird Vitamin A zugeführt. Lieferanten von Vitamin C sind Erdäpfel, Brokkoli, Paprika, Sauerkraut sowie Obst wie Zitrusfrüchte, Ribisel oder Johannisbeeren. Weiße Flecken auf den Nägeln oder Haar- verlust können auf einen Zinkmangel verweisen. In diesem Fall sollten Fleisch, Fisch, Eier sowie Milch- und Vollkornprodukte nicht fehlen. Quellen für das Spurenelement Silizium sind Haferflocken, Naturreis oder Bananen. Für schönes Haar sorgt auch Kupfer, das in grünem Gemüse, Vollkornprodukten und Nüssen enthalten ist. Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene Ernährung kann in den meis- ten Fällen kräftige Haare und Nägel begünstigen. Daneben können auch Nahrungsergänzungsmittel das Wachstum unterstützen. Mängel an bestimmten Nährstoffen lassen sich am besten durch ein Blutbild feststellen. Bei schwerwiegenderen Problemen wie ver- stärktem Haarausfall sollten Sie den Weg zur Hautärztin, zum Hautarzt nicht scheuen.


Jacqueline Kacetl

erschienen in GESUND & LEBEN 04/2020